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Warten bis der Arzt geht
Hauptstadtkongress "Medizin und Gesundheit" diskutiert Kompetenzverteilung im Gesundheitswesen. 1. Teil: Standpunkte von Pflegeberufen und Physiotherapeuten.
22.06.2007 • 0 Kommentare

"Alle Achtung, hier sind Menschen, die sich engagieren", lobte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt die Gesundheitsberufe als sie am Mittwoch in Berlin den Hauptstadtkongress "Medizin und Gesundheit" eröffnete. Auch an unserem Gesundheitswesen konnte die Ministerin nur Gutes entdecken. Das System sei besser als sein Ruf. Wir hätten eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung, die allen Bürgern zugänglich und für jedermann bezahlbar sei, betonte Schmidt. Sie dankte allen Leistungserbringern, "dass wir ein derart funktionierendes Gesundheitswesen haben". Drei Tage lang beackern etwa 6.000 Gesundheitsarbeiter, Politiker, Kassenfunktionäre und Klinikmanager die Versorgungslandschaft.

Gar nicht so angetan von den Segnungen des Systems ist die Freie Ärzteschaft. Jahrzehntelang seien wir weltweit um unser Gesundheitssystem beneidet worden, "jetzt wird es von Bürokraten, Geschäftemachern und Theoretikern zerstört", klagte Martin Grauduszus bei einer Protestaktion vor den Hallen des Kongresses. Auf der Strecke blieben die Betroffenen. Ärzte und Patienten seien nicht in Planungen mit einbezogen. Die sozialdemokratische Ministerin spiele die Steigbügelhalterin von Konzernen, die freiberufliche Ärzte und staatliche Kliniken schwächten.

Die fest gefügten Zuständigkeiten im Versorgungssystem beginnen zu bröckeln. Nicht zuletzt das Koblenzer "Bill-Urteil" rüttelte an den über Jahrhunderte gewachsenen Machtstrukturen im Gesundheitswesen. So nimmt es nicht Wunder, dass sich auch der Hauptstadtkongress mit dem Thema "Neue Aufgabenverteilung und Kooperationsformen zwischen den Gesundheitsberufen" beschäftigte. Vertreter der Ärzteschaft, Krankenpflegeberufe, Krankenhäuser und Physiotherapeuten setzten sich mit den Möglichkeiten neuer Versorgungskonzepte auseinander. Moderiert wurde die Veranstaltung von Professor Eberhard Wille. Der Volkswirtschaftler und Gesundheitsökonom ist Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Unzufrieden sind alle Beteiligten an den aktuellen Zuständigkeiten. Während die Ärzte die Bürokratisierung und zunehmende Dokumentationspflichten beklagen, stellen Therapeuten und Pflegeberufe das arztzentrierte System in Frage.

Fünf Jahre schon fordern Krankenschwestern und –pfleger als eigenständige Leistungserbringer im Gesundheitswesen anerkannt zu werden, berichtete Marie Luise Müller, die Präsidentin des Deutschen Pflegerates, der Dachorganisation aller zwölf Pflegeverbände. In 50 Studiengängen werden Pflegekräfte auf akademischem Niveau ausgebildet. Sechs davon sind grundständig angelegt, eine vorherige Berufsausbildung ist nicht erforderlich. Mit der Pflegewissenschaft verfügt die Berufsgruppe über ein eigenes Wissenschaftsgebäude. Da sei es nicht nachzuvollziehen, dass Aufgaben wie etwa die Wundversorgung, das Legen von Magensonden, aber auch die Dekubitusprophylaxe und das Case-Management nicht das uneingeschränkte Feld der Pflege sind, kritisierte Müller. Keine neuen Delegationen will die Präsidentin sondern eigene, den Pflegeberufen "vorbehaltene" Leistungen. Das jetzt bei den Medizinern liegende Vertrags- und Verordnungsmonopol müsse gebrochen werden. Letztlich ginge es um die Teilung von Geld und Macht und die wollten die jetzt alleinmächtigen Ärzte nicht abgeben.

Auch der Generalsekretär des Zentralverbandes der Physiotherapeuten (ZVK), Eckhardt Böhle, trumpfte mit dem akademischen Angebot. 14 Studiengänge für Physiotherapeuten gebe es. Im Gegensatz zum Pflegebereich aber reichen die akademischen Möglichkeiten in den meisten Fällen nicht über den Bachelor-Abschluss hinaus. Es gibt keine grundständige Hochschulausbildung und die Therapeuten sind weit entfernt von einer eigenen Wissenschaft. In der Frühförderung und der Prävention sei eigenverantwortliches Handeln der Physiotherapeuten auch heute schon möglich, sagte der ZVK-General, vermied aber den Hinweis, dass die Präventionsklientel gesund ist und das interdisziplinäre Handeln in der Frühförderung nur mit einem anordnenden Arzt funktioniert. Physiotherapeuten seien Experten für Bewegung, stellte Böhle fest, um dann einschränkend hinzuzufügen, dass ihre jetzige Qualifikation zum eigenständigen Behandeln nicht ausreichend sei. Nur mit einer Zusatzausbildung zu diagnostischen Screeningverfahren wären die Therapeuten für den Primärzugang gerüstet, könnten sie doch sonst nicht erkennen, wenn Patienten der ärztlichen Fürsorge bedürfen.

Lesen Sie hier, was die Bundesärztekammer und die Deutsche Krankenhausgesellschaft zu den "vorbehaltenen" Aufgaben für Therapeuten und Pflegekräfte sagen.


Peter Appuhn
physio.de

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