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Sport gegen Coxarthrose
Bewegungstherapie mindert Schmerzen bei Hüftgelenk-Patienten.
13.10.2014 • 0 Kommentare

Jeder zehnte Bürger leidet Schätzungen zufolge an einer Coxarthrose. Darunter versteht man eine fortschreitende degenerative Erkrankung des Bewegungsapparates im Erwachsenenalter. Diese Erkrankung ist bisher unheilbar. Eine konservative Therapie dient lediglich der Reduktion krankheitsbedingter Beschwerden, bevorzugt durch Behandlungsformen, die eine eigenverantwortliche Umsetzung durch den Patienten ermöglichen wie beispielsweise körperliches Training. Bei der konservativen Therapie handelt es sich um eine Kombination aus pharmakologischen und nicht-pharmakologischen Behandlungsformen. Durch den Patienten eigenverantwortlich durchführbare Maßnahmen sollten bei der Therapiewahl im Vordergrund stehen. Dazu gehört das körperliche Training, dessen mögliche Wirkmechanismen in einer Verbesserung der mechanischen Umgebung des Hüftgelenks und einer damit einhergehenden reduzierten Gelenkbelastung bestehen. Neben der Kräftigung der Muskulatur und der Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit bewirkt die sportliche Aktivität zudem eine Verbesserung der Propriozeption.
Die Effektivität einer zwölfwöchigen sporttherapeutischen Intervention wurde mit einer randomisierten kontrollierten Studie bewertet. Probanden waren Coxarthrose-Patienten nach dem Tübinger Hüftkonzept (THüKo) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe (KO) und einer Placebo-Ultraschallbehandlung (P) des Hüftgelenks. Ziel war ein Vergleich der Schmerzskala des krankheitsunspezifischen SF-36-Gesundheitsfragebogens (SF-36) der THüKo-Gruppe gegenüber der KO-Gruppe. Nachrangiges Motiv war die Auswertung der weiteren sieben Skalen des SF-36 und der Skalen Schmerz, körperliche Funktionsfähigkeit sowie Steifheit des arthrosespezifischen WOMAC-Index im Gesamtgruppen-Vergleich. THüKo beinhaltete eine einmal wöchentlich stattfindende Gruppen-Intervention (60 bis 90 Minuten) in Ergänzung zu einem zweimal wöchentlich stattfindenden Heim-Trainingsprogramm (jeweils 30 bis 40 Minuten). Das Therapie-Programm berücksichtigte neben Wissensvermittlung und sozialer Interaktion Übungen zur Muskelkräftigung, Körperwahrnehmung, Koordinationsschulung und Beweglichkeitsverbesserung. Dabei wurden Training und Schmerzen dokumentiert.
Im Ergebnis zeigte die THüKo-Gruppe eine signifikant größere Schmerzreduktion gegenüber der KO-Gruppe. Der Vergleich aller Untersuchungsgruppen ergab dagegen keine signifikanten Zwischengruppeneffekte für den SF-36. Im WOMAC-Index konnten statistisch signifikante Effekte im Vergleich zwischen der THüKo-Gruppe und der KO-Gruppe sowie der THüKo-Gruppe und der P-Gruppe für Schmerzreduktion und vergleichbare Mittelwert-Differenzen bei Funktionsverbesserung dargestellt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich Behandlungseffekte nicht für jedes arthrotisch veränderte Gelenk in gleicher Weise einstellen. Deshalb wurde ein gesonderter Wirksamkeitsnachweis der Effektivität sporttherapeutischer Interventionen bei Patienten mit Hüftgelenkerkrankungen in Studien mit adäquaten Stichprobengrößen nachdrücklich gefordert.
Diesen Nachweis lieferten die Forscher, indem sie mit ihrer Studie belegten: Eine zwölfwöchige sporttherapeutische Intervention bei vitalen Coxarthrose-Patienten führt zu einer Schmerzreduktion und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Die allgemeine gesundheitsbezogene Lebensqualität bleibt dagegen unbeeinflusst.


NUR / physio.de

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