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Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat im Sommer die sogenannte „Präventionsoffensive “ gestartet. Die damals noch amtierende Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte bei der Auftaktveranstaltung: „Prävention ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe“. Weniger als zwei Wochen nach der öffentlichen Pressemitteilung zu dieser Maßnahme gab sie ihr Amt ab. Der Kurs scheint allerdings unter dem neuen Amtsinhaber Carsten Linnemann (CDU) strikt weitergeführt zu werden. Sein Slogan: „Die beste Gesundheitspolitik lässt Krankheiten gar nicht erst entstehen“. Und es müsse „viel mehr über das Thema Prävention“ geredet werden.
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit redet nicht nur, es handelt schon. Mit der Veröffentlichung des Präventionspool(s) Bayern stellt es eine zentrale Plattform zur Verfügung, in der Organisationen ihre Präventionsangebote eintragen können. InteressentInnen finden – ausgeklügelten Filtern sei Dank – schnell und übersichtlich die für sie passenden Veranstaltungen.
Über den Präventionspool
Initiator des Ganzen ist das Bayerische Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention. Mit dem „Masterplan Prävention Bayern – Jeder Beitrag zählt“ will man den Menschen im Bundesland ein gutes Leben ermöglichen. Ein Schlüssel dazu sei die Prävention. Dazu sollen insgesamt zehn Ziele, die Prävention strukturell stützen, umgesetzt werden. Direkt an zweiter Position steht die Etablierung des Präventionspools Bayern. Als landesweite Datenbank für Angebote und Aktivitäten soll er für BürgerInnen ebenso wie für Fachkräfte nutzbar sein. Mittlerweile sind 471 Angebote von 227 Anbietern mit „mehr als 1.000 Möglichkeiten vor Ort in Bayern“ im System eingetragen.
„Jeder Beitrag zählt“ – aber nur solange man kein Geld für seine Arbeit verlangt
Es wird gezielt darum geworben, Angebote für jede Art der Prävention (primär, sekundär und tertiär) einzutragen. Eine Registrierung für die Datenbank ist direkt auf der Seite des Präventionspools möglich. Doch es gibt Auflagen. Und diese schmeißen einen sehr großen Teil der PräventionsanbieterInnen direkt aus dem Kreis.
„Gewinnorientierte beziehungsweise kommerzielle Angebote (zum Beispiel von Sport-, Fitnessstudios), […] können nicht berücksichtigt werden.“
Somit fallen auch alle Programme physiotherapeutischer Praxen, wie beispielsweise Paragraf-20-Kurse, durchs Raster. Die Internetpräsenz verweist zwar direkt auf der Startseite auf die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP), aber in den Pool dürfen solche Angebote wohl nicht eingetragen werden.Auf Nachfrage zu dieser Gegebenheit haben wir bisher keine Rückmeldung erhalten.
Martin Römhild M.Sc. / physio.de
PS: Wir haben trotz der recht eindeutigen Formulierung nachgehakt, aber bisher noch keine Rückmeldung erhalten. Am 27. Oktober findet um 9:30 eine einstündige Live-Demonstration statt, bei der auch offene Fragen gestellt werden dürfen. Vielleicht hat ja die ein oder andere LeserIn Zeit und fragt dort noch einmal nach. Gegebenenfalls ist die Bereitschaft, auf Fragen von der Basis zu antworten, höher als auf Presseanfragen zu reagieren.
PräventionBayern
Klingt arrogant. Die SchwesterPartei erhöht gerade die Tabaksteuer. Besser Rauchen ganz lassen, das würde ich Prävention nennen.
Das kann nicht ehrlich gemeint sein, sonst gäbe es in den Supermärkten nicht 90 Prozent ungesunden Driss. Degeneriert, industrialfood etc.pp.
Monstergetränkedosen mit allerlei Zusatzstoffen, die täglich in die jungen und alten Hälse blubbern, deren Blutbild sollte instantan an die Gkv gehen. Aah, zu hohes Blutfett, da zahlen Sie mal schön 50 euro mehr im Monat. Healthy Score.
Wer mit bspw. Rauchen aufhört sofort 100 Euro weniger. Da kämen einige in die Gänge.
Den Rest übernimmt der Neoliberalismus, haha
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helmingas schrieb:
Masterplan.
Klingt arrogant. Die SchwesterPartei erhöht gerade die Tabaksteuer. Besser Rauchen ganz lassen, das würde ich Prävention nennen.
Das kann nicht ehrlich gemeint sein, sonst gäbe es in den Supermärkten nicht 90 Prozent ungesunden Driss. Degeneriert, industrialfood etc.pp.
Monstergetränkedosen mit allerlei Zusatzstoffen, die täglich in die jungen und alten Hälse blubbern, deren Blutbild sollte instantan an die Gkv gehen. Aah, zu hohes Blutfett, da zahlen Sie mal schön 50 euro mehr im Monat. Healthy Score.
Wer mit bspw. Rauchen aufhört sofort 100 Euro weniger. Da kämen einige in die Gänge.
Den Rest übernimmt der Neoliberalismus, haha
Ein Blick ins Anbieterverzeichnis (Stand 18.10., 245 Anbieter): Eingetragen sind die Bayerische Landesärztekammer, die Kassenärztliche und die Kassenzahnärztliche Vereinigung, die LAGZ, das Präventionsinstitut der Landesapothekerkammer — und der Heilpraktikerverband Bayern e. V., Letzterer ohne ein einziges Angebot, mit reinem berufspolitischem Profiltext.
Aus den Heilmittelberufen: kein Eintrag. Kein Verband, keine Landesgruppe, keine Praxis.
Dabei steht der Weg offen: Die Registrierung ist ein kostenloses Formular, Verbände und kassenfinanzierte Programme sind regelkonform eintragbar — die vhs Mühldorf weist in ihrem Eintrag sogar Rehabilitationssport mit Verordnungsabrechnung aus.
Die Frage für den 27.10. wäre deshalb nicht „Warum sind wir draußen?”, sondern zweigeteilt.
An die Betreiber: Nach welchem Kriterium ist die Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH nicht kommerziell, der ZPP-geprüfte Präventionskurs einer Praxis aber schon?
Und an unsere Verbände: Warum sitzt der Heilpraktikerverband in einem staatlichen Präventionsverzeichnis — und die Physiotherapie nicht?
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pm-ps schrieb:
Der Ausschluss ist ärgerlich, aber er ist nicht der eigentliche Befund.
Ein Blick ins Anbieterverzeichnis (Stand 18.10., 245 Anbieter): Eingetragen sind die Bayerische Landesärztekammer, die Kassenärztliche und die Kassenzahnärztliche Vereinigung, die LAGZ, das Präventionsinstitut der Landesapothekerkammer — und der Heilpraktikerverband Bayern e. V., Letzterer ohne ein einziges Angebot, mit reinem berufspolitischem Profiltext.
Aus den Heilmittelberufen: kein Eintrag. Kein Verband, keine Landesgruppe, keine Praxis.
Dabei steht der Weg offen: Die Registrierung ist ein kostenloses Formular, Verbände und kassenfinanzierte Programme sind regelkonform eintragbar — die vhs Mühldorf weist in ihrem Eintrag sogar Rehabilitationssport mit Verordnungsabrechnung aus.
Die Frage für den 27.10. wäre deshalb nicht „Warum sind wir draußen?”, sondern zweigeteilt.
An die Betreiber: Nach welchem Kriterium ist die Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH nicht kommerziell, der ZPP-geprüfte Präventionskurs einer Praxis aber schon?
Und an unsere Verbände: Warum sitzt der Heilpraktikerverband in einem staatlichen Präventionsverzeichnis — und die Physiotherapie nicht?
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