physio.dephysio.de
  • Jobs
  • Kleinanzeigen
  • Ausbildung
    • Ausbildung
    • Schulen
    • Studium
    • Skripte
  • Selbstständig
    • Preislisten
    • Fortbildungen
    • Terminplan
    • Firmen und Produkte
    • Praxisbörse
  • Infothek
    • Infothek
    • Datenschutz (DSGVO)
    • News
    • Heilmittelrichtlinie
    • Skripte
    • Bücher
    • Praxisverzeichnis
  • Foren
    • Neue Beiträge
    • Physiotherapie
    • Blankoverordnung
    • Heilmittelrichtlinie
    • Selbstständig
    • Ergotherapie
    • Logopädie
    • Arbeit
    • Schüler
    • Therapiemethoden
    • Freie Mitarbeit
    • Recht & Steuern
    • Sonstiges
  • Anmelden

A3 Nähe Neuwied

Für unsere moderne
physiotherapeutische Praxis in
Horhausen (Kreis Neuwied, mit guter
Anbindung an die A3) suchen wir zum
nächstmöglichen Zeitpunkt:

Physiotherapeut/in (m/w/d) in
Vollzeit (38 Std.) oder Teilzeit
(ca. 20 Std.)
Masseur/in und medizinische/r
Bademeister/in (m/w/d) mit MLD
(manuelle Lymphdrainage), gerne
auch Berufseinsteiger/innen

Die Anstellung ist sowohl befristet
als auch unbefristet möglich.

Das bieten wir Ihnen:

Eine moderne Praxis mit großem
Trainingsraum
E...
0
Arthrose
Stoßdämpfer im Knie?
Implantierbare Stoßdämpfer statt Umstellungsosteotomie – was bringt das?.
04.09.2026 • 0 Kommentare

Kniearthrose ist einer der größten Kostenpunkte in der medizinischen Versorgung der westlichen Welt. Die finale Lösung stellt die Totalendoprothese (TEP) dar. Die Implantation einer TEP sollte allerdings so spät wie möglich erfolgen. Daher suchen WissenschaftlerInnen kontinuierlich nach Möglichkeiten, die für ein wenig Aufschub sorgen. Eine besondere Strategie ist dabei das GLA:D-Programm (wir berichteten).

Denn als konservatives Konzept mit beeindruckenden Ergebnissen stellt es aktuell die Maßnahme mit der besten Kosteneffizienz dar. Dennoch ist dieses Programm in vielen Ländern (darunter auch Deutschland) nicht als Standard etabliert. Vielmehr werden unterschiedliche chirurgische Methoden verwendet – darunter beispielsweise die Umstellungsosteotomie des Tibiakopfes bei betont medialer Arthrose.

Vor über fünf Jahren führte ein Team aus den USA eine Studie zu einem neuen Ansatz durch. Sie implantierten einen Stoßdämpfer am medialen Knie, um dieses Kompartiment zu entlasten. Im Jahr 2023 veröffentlichten sie ihre ersten Ergebnisse – nun folgte das Paper zum 5-Jahres Follow-up.

Methodik
In der primären Studie wurde 81 ProbandInnen, welchen jeweils ein Stoßdämpfer (Implantable Shock Absorber – ISA) implantiert wurde, begutachtet. Als Kontrollgruppe dienten historische Daten von PatientInnen mit Umstellungsosteotomie (High Tibial Osteotomy – HTO). Es handelte sich also nicht um eine direkte randomisiert kontrollierte Studie, was die Ergebnisse methodisch deutlich schwächt.

Erste Ergebnisse
Die Befunde waren deutlich. Die "Stoßdämpfer-PatientInnen" konnten beispielsweise durchschnittlich schneller zur Vollbelastung übergehen. Ob dies allerdings an der Methode lag oder die PatientInnen mit der HTO von ihren ÄrztInnen zur anhaltenden Teilbelastung „gezwungen“ wurden, ist aus den Daten nicht erkennbar. Die Veränderungen im WOMAC waren über den gesamten Beobachtungszeitraum von zwei Jahren in der ISA-Gruppe besser.

5-Jahres Follow-up
In der jüngsten Veröffentlichung werden die methodischen Mängel noch erheblicher. Denn nun wurden die Daten keiner Kontrollgruppe mehr gegenübergestellt.

Im Zeitraum zwischen dem 2-Jahres Follow-Up aus dem ersten Paper bis zum 5. Jahr wurden sowohl die WOMAC-Werte für Schmerz als auch Funktion – wenn auch minimal – kontinuierlich schlechter. Dabei ist zudem zu berücksichtigen, dass bis zur finalen Erhebung sieben ProbandInnen eine Teil- oder Totalendoprothese sowie eine weitere Person eine Umstellungsosteotomie erhielten. Des Weiteren erschienen zwei TeilnehmerInnen nicht zur Nachuntersuchung. Bei 13 ProbandInnen musste der Stoßdämpfer entfernt werden.

Limitation
Neben den methodischen Mängeln dieser Arbeiten liegt dem Ganzen noch eine weitere wesentliche Limitation zugrunde. Und diese liegt in der Wahl der Intervention für die Kontrollgruppe. Im wissenschaftlichen Jargon spricht man in solchen Fällen von „garbage in, garbage out“ – zu Deutsch: Müll rein, Müll raus. Denn die Ergebnisse von Umstellungsosteotomien sind generell eher inakzeptabel.

Stellt man nun also eine neue Methode einer mit fragwürdiger Effektivität gegenüber und stellt selbst dabei nur minimale Unterschiede fest, ist dies ein entsprechend schwacher Beleg. Im Langzeit-Follow-Up dann zusätzlich diese Kontrollgruppe ganz zu entfernen, verschlechtert die Qualität noch weiter. Daher steht auch die Schlussfolgerung der Arbeit, dass sich die Methode als Maßnahme zur Verzögerung einer TEP bewährt habe, auf äußerst fragwürdigen Beinen.

Fazit
Die Ergebnisse der Arbeiten zur Implantation eines Stoßdämpfers am medialen Knie deuten zwar positive Effekte an, sollten jedoch mit äußerster Zurückhaltung interpretiert werden. Für eine klinische Empfehlung fehlt es vor allem an einer echten randomisiert kontrollierten Studie. Entweder mit Vergleichen zu konservativer Therapie wie beispielsweise GLA:D oder mindestens einer Wartelistengruppe.

Außerdem ist zu bedenken, dass eine Implantation einer TEP nach einer HTO mit deutlich höherem Aufwand und signifikant mehr postoperativen Schmerz verbunden ist (siehe hier). Ob dies auch auf die ISA-Prozedur zutrifft, ist anhand der aktuell vorliegenden Daten nicht abschätzbar. Es bleibt somit ein bisher noch experimentelles Verfahren, das man PatientInnen nicht ruhigen Gewissens als Option anbieten kann.

Martin Römhild B.Sc. / physio.de

Mehr Lesen über

KnieArthroseKnie-TEPInnovationStudie


abonnieren


    Zum Kommentieren bitte erst anmelden. Dafür hier klicken.

Mein Profilbild bearbeiten

Das könnte Sie auch interessieren

Patellaluxation
Der Langzeiteinfluss auf die Sporttätigkeit
Führen operativ stabilisierte Kniescheiben zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, in den Sport ...
02.09.2026 • Von M. Römhild
Differenzialdiagnostik
Die Relevanz der Anamnese bei kindlichem ...
Untersuchung von Knieschmerzen bei Kindern
09.05.2026 • Von M. Römhild
Hilfsmittel
Der letzte Sargnagel für die Knieorthese?
Studie zum Nutzen individualisierter Schienenauswahl
27.03.2026 • Von M. Römhild
Alle Artikel zum Thema

© 2026 physio.de - Physiotherapie in Deutschland  Impressum - Datenschutz - AGB - Diese Seite weiter empfehlen - Ihre E-Mail an uns