Dynamische Praxis sucht innovativen
Mitarbeiter
Wir sind eine kleine Praxis, die
mit Bedacht weiterwachsen möchte
und dabei
auch gerne außergewöhnliche Wege
geht.
Unsere Leidenschaft ist es,
innovative Lösungen für unsere
Patienten oder Kunden
zu entwickeln und dabei den
Menschen in den Mittelpunkt zu
stellen.
Für die Weiterentwicklung meiner
Praxis suche ich Therapeuteninnen,
die nicht nur einen neuen Job
suchen, sondern eine Aufgabe, die
inspiriert
und begeistert.
Wir leg...
Mitarbeiter
Wir sind eine kleine Praxis, die
mit Bedacht weiterwachsen möchte
und dabei
auch gerne außergewöhnliche Wege
geht.
Unsere Leidenschaft ist es,
innovative Lösungen für unsere
Patienten oder Kunden
zu entwickeln und dabei den
Menschen in den Mittelpunkt zu
stellen.
Für die Weiterentwicklung meiner
Praxis suche ich Therapeuteninnen,
die nicht nur einen neuen Job
suchen, sondern eine Aufgabe, die
inspiriert
und begeistert.
Wir leg...
Das Team um Melanie A. Holden – Professorin für Physiotherapie an der Keele University (Vereinigtes Königreich) – untersuchte daher, ob eine gezielte – an die Beschwerden der PatientInnen angepasste – Auswahl der Schiene von Vorteil wäre.
Methodik
Es wurden 466 Erwachsene mit symptomatischer Kniearthrose rekrutiert. Diese wurden – ab Behandlungsbeginn – insgesamt ein Jahr lang nachbeobachtet. Das Durchschnittsalter lag bei 64 Jahren. Das Geschlechterverhältnis zwischen Männern und Frauen war ausgewogen. Sie wurden per Zufall der Kontroll- oder Interventionsgruppe zugewiesen. Zwischen den Gruppen lag zu Beginn der Studie kein signifikanter Unterschied in den relevanten Kofaktoren oder Outcomes vor.
Als Endpunkt wurde der Knee injury and Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) gewählt. Die Grenze der klinischen Relevanz (MCID) ist für den Gesamtscore auf 14 Punkte festgelegt. Für die Subskalen liegt dieser Wert bei 11,2 für Sport und Hobby, 15,4 für Schmerz und 17 Punkte für Alltagsaktivitäten.
Kontrollgruppe
Die TeilnehmerInnen, die der Kontrollgruppe zugelost wurden, erhielten ein leitlinienkonformes konservatives Versorgungsprogramm. Es beinhaltet Beratung, schriftliche Informationen und ein physiotherapeutisches Übungsprogramm (advice, written information, and exercise instruction - AIE).
Die persönliche Beratung dauerte einmalig 20 Minuten. Diese enthielt Aufklärungen über die Pathogenese und Prognose sowie einfache Selbsthilfestrategien zur Schmerzbewältigung. Außerdem wurden die Vorteile von Bewegung, die Steigerung der körperlichen Aktivität und Gewichtsabnahme thematisiert. All diese Themen wurden zusätzlich als schriftliche Handreichung übergeben. Das Trainingsprogramm konzentrierte sich auf Muskelkräftigung sowie die Verbesserung des Bewegungsumfangs des Kniegelenks und der Propriozeption.
Interventionsgruppe
Die zweite Gruppe erhielt das AIE-Programm im gleichen Umfang wie die Kontrollgruppe. Zusätzlich wurde den ProbandInnen eine – an ihre Beschwerden angepasste – Orthese (Brace) übergeben (AIE+B). Diese Individualisierung erfolgte anhand der radiologisch ermittelten Lokalisation der Arthrose (medial, lateral, bicondylär) und der klinischen Symptome.
Nach der 20-minütigen Aufklärung wurde das Handling der Schiene erklärt und geübt. Die initiale Beratung dauerte daher insgesamt eine Stunde. Außerdem fand zwei Wochen später ein 30-minütiger Follow-up-Termin statt. Zur Steigerung der Motivation wurden zudem Textnachrichten in regelmäßigen Abständen verschickt.
Die Orthese sollte über sechs Monate für acht bis 12 Stunden pro Tag getragen werden. Stellten die ProbandInnen einen subjektiven Benefit fest, konnten sie die Schiene auch nach diesem Zeitraum weiter nutzen.
Ergebnisse
Im Mittel verbesserte sich der KOOS bei allen ProbandInnen innerhalb der ersten drei Monate. Die AIE+B-Gruppe wies nach drei und sechs Monaten statistisch signifikant größere Therapieeffekte auf. Mit durchschnittlich 3,39 beziehungsweise 3,67 Punkten war dieser Unterschied allerdings klinisch irrelevant. Gleiches galt für die Subskalen. Zu keinem Zeitpunkt konnte die MCID erreicht werden.
Selbst bei PatientInnen mit einer „hohen“ Adhärenz – konsequente Tragedauer der Schiene – lagen die Werte weit unter der Grenze der klinischen Relevanz.
Die AutorInnen schlussfolgern, dass die minimal besseren Werte in der AIE+B-Gruppe eher auf die zusätzliche Zeit mit den TherapeutInnen und die Textnachrichten statt auf das Tragen der Schiene zurückzuführen sind.
Darstellung der Ergebnisse
Die Ergebnisse sind ernüchternd. Trotz deutlich höherem Investment – Materialaufwand, längere (90 vs. 20 Minuten) Kontaktzeit mit TherapeutInnen und regelmäßigen Erinnerungen – konnte kein klinisch relevanter Nutzen der Orthesen nachgewiesen werden. Die AutorInnen der Studie weisen explizit auf diese Aspekte hin. Warum sie dies allerdings nur im Diskussionsteil des Volltextes tun und nicht bereits im Abstrakt klarstellen, bleibt fraglich. In der Kurzzusammenfassung heißt es:
„Das Hinzufügen einer kompartimentspezifischen Knieorthese und Adhärenzinterventionen zum AIE führte zu geringfügigen Verbesserungen der von Patienten berichteten Ergebnisse bei Personen mit Kniearthrose. Diese sichere Intervention bietet eine potenzielle Behandlungsoption für diese häufige Erkrankung.“
Die Studie wurde nicht durch die Orthesenhersteller finanziert. Eine Einflussnahme von dieser Seite ist daher unwahrscheinlich. Dennoch zeigt dies ein weiteres Mal auf, wie wichtig es ist, den Volltext einer Studie zu lesen, anstatt sich nur auf das Abstrakt zu verlassen.
Fazit
Die Erkenntnisse der Studie bestätigen die bisherige Datenlage. Eine Orthese ist bei Kniearthrose nicht empfehlenswert. Sie kostet Ressourcen ohne jeglichen Benefit. Auch wenn die Darstellung der Ergebnisse im Abstrakt zu kritisieren ist, ist die methodische Qualität der Arbeit hoch. Man könnte daher resümieren, dass damit das Kapitel der Orthesen bei Kniearthrose aus wissenschaftlicher Sicht endgültig abgeschlossen ist.
Martin Römhild B.Sc. / physio.de
GonarthroseKnieOrtheseHilfsmittelKritikStudie
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