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- 4 Tag...
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Norwegen schaut in den Rückspiegel
Am 1. Januar 2018 wagten die Norweger den Schritt, der aktuell in Deutschland diskutiert wird: PhysiotherapeutInnen erhielten den Direktzugang (direct Access, DA). Die Implementierung des DA wurde durch eine akribische Datenerfassung begleitet, deren Auswertung im Jahr 2024 veröffentlicht wurde. In der Studie schauten sich die ForscherInnen die Situation bis drei Jahre vor der Implementierung des DA an (2014 bis 2017) und verglichen diese mit den drei Jahren danach (2018 bis 2021). Das Ergebnis:
In Norwegen gab es also keinen oft befürchteten „Run“ auf die Physiotherapie. Wer Physio brauchte (und wollte), bekam sie weiterhin, nur ohne Umwege. Die AutorInnen interpretieren die Daten so, dass genau das die zehnprozentige Entlastung der Hausarztpraxen erklärt. Sie verweisen auf Studien aus den Niederlanden und Schottland, in denen sich die Häufigkeit der Physiotherapiekonsultationen durch den DA ebenfalls nicht erhöhte. Ob das auch Geld sparen könnte, kann die Studie nicht belegen. Dass weniger Hausarztbesuche das System weniger kosten, weil ÄrztInnen in der Regel besser bezahlt werden als PhysiotherapeutInnen, ist zwar plausibel, wurde in der Studie aber nicht überprüft.• Die hausärztlichen Konsultationen sanken nach der Einführung des DA um etwa zehn Prozent (auch nach Herausrechnen der COVID-Jahre).
• Die fachärztlichen Konsultationen blieben unverändert.
• Die Physiotherapie-Konsultationen stiegen nicht an und sanken sogar leicht.
• Die Häufigkeit von Wirbelsäulenoperationen veränderte sich nicht wesentlich (sie sank tendenziell, aber nicht signifikant). Weitere Körperregionen wurden nicht in die Studie eingeschlossen.
Ein bemerkenswerter Nebenbefund: Die Anzahl physiotherapeutischer Behandlungen von Menschen mit mittlerem und niedrigem Bildungshintergrund nahm durch den DA ab. Daher sollte genauer erforscht werden, ob durch den DA Menschen mit geringeren Gesundheitskompetenzen (die mit dem Bildungshintergrund assoziiert sein könnten) evtl. von der Physiotherapie ausgeschlossen werden.
Britischer Modellversuch
FRONTIER ist die bislang umfangreichste staatlich finanzierte Evaluation des physiotherapeutischen Direktzuganges im britischen Primärversorgungssystem. PhysiotherapeutInnen arbeiten dabei als „First Contact Practitioner“ (FCPs) nicht in eigenständigen Praxen, sondern in Hausarztpraxen (also bei AllgemeinmedizinerInnen; General Practitioner, GP) oder Praxisverbünden (Primary Care Networks oder Primary Care Centres). Der direkte PatientInnenkontakt wird also abgesichert durch die räumliche und organisatorische Nähe zu ÄrztInnen*.
Für die Erhebung wurden die Daten von 426 PatientInnen aus 46 GP-Praxen ausgewertet. Zusätzlich wurden 80 Interviews mit PatientInnen, aber auch mit dem Praxispersonal, den TherapeutInnen und weiteren AkteurInnen im Gesundheitswesen geführt. Verglichen wurde
- • die klassisch hausärztliche Versorgung,
Zur Ermittlung der Effektivität auf die Gesundheit wurde der SF-36-Fragebogen erhoben und die Daten der körperlichen Funktionsfähigkeit miteinander verglichen. Nach sechs Monaten zeigte hier keine der drei Vergleichsgruppen Unterschiede – allerdings erzielten PatientInnen mit direktem Physio-Kontakt schneller eine Verbesserung ihrer Beschwerden. Die FRONTIER-Studie ermittelte, welcher Versorgungspfad bereits nach drei Monaten klinisch relevante Veränderungen (MCID) erzielte:• ein physiotherapeutischer Direktzugang ohne Zusatzqualifikationen (FCP-Standard) und
• ein physiotherapeutischer Direktzugang mit Zusatzqualifikation wie Verschreibung von Medikamenten und sogar die Verabreichung von Injektionen (FCP-Additional Qualifications, FCP-AQ).
erreichten nach drei Monaten den MCID im SF-36 (körperliche Funktion). Die AutorInnen schließen daraus, dass auch die klassische Versorgung „effektiv“ ist, der Direktzugang aber dazu führen könnte, dass schneller die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.• 72,4 Prozent der FCP-Standard-Behandlungen,
• 66,4 Prozent der FCP mit Zusatzqualifikationen und
• 54,7 Prozent bei hausärztlich versorgten PatientInnen
In der qualitativen Analyse benannten die Beteiligten die Rahmenbedingungen, die diese Erfolge begünstigen. Die PhysiotherapeutInnen hatten in der Regel 20 Minuten Zeit für die Therapie (AllgemeinmedizinerInnen nur ungefähr zehn) und adressierten aufgrund ihrer Ausbildung und begrenzten Möglichkeiten direkt das Selbstmanagement über Bewegung, wobei sie überflüssige Diagnostik vermieden. Das machte sich auch finanziell bemerkbar: Im Schnitt kostete die sechsmonatige Therapie:
Dabei entkräftete die Studie zugleich das Argument, dass eine Mehrqualifikation zwangsläufig auch größere Kosten mit sich bringen müsse. Die klinischen Rollen nichtärztlicher Heilberufe werden im englischen Gesundheitswesen nach Qualifikation und Aufgabenbereich bezahlt. Klassische Physios gehören hier zu „Band 5“ (ca. 31.000 Pfund bis 37.800 Pfund pro Jahr), mit Erfahrung und größeren Aufgabenfeldern zu „Band 6“ (38.600 bis 46.600 Pfund pro Jahr).• in der FCP-Standard 41,00 Pfund,
• in der FCP-AQ 44,00 Pfund,
• in der klassischen hausärztlichen Versorgung 105,50 Pfund.
Die Weiterbildungen für den Direktzugang erhöhten die Kompetenzen der PhysiotherapeutInnen erheblich, sodass sie in „Band 7“ aufstiegen (47.800 bis 54.700 Pfund pro Jahr) (Quelle) – trotzdem kostete ihre Therapie und Diagnostik das Gesundheitswesen nicht mal halb so viel wie die hausärztliche Versorgung (eigenes Tarifsystem ohne „Bands“).
Die AutorInnen merken an, dass Daten zu langfristigen Effekten, allen voran der Versorgung chronischer Erkrankungen noch fehlen. Im Gegensatz zur norwegischen Studie wurden keine umfassenden sozioökonomischen Daten erhoben, was auch in der Diskussion angemerkt wird. Folgeuntersuchungen müssen ermitteln, ob durch die physiotherapeutische Direktversorgung Teile der Gesellschaft ausgeschlossen werden oder diese weniger von der Therapie profitieren als im herkömmlichen System.
Die US-Übersichtsarbeit
Die Studien aus Großbritannien und Norwegen sind bei weitem nicht die einzigen Studien zum Thema Direktzugang. Eine Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus dem Jahr 2024 fasst alle derzeit verfügbaren Ergebnisse zusammen. Dabei wurden zehn randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 2.081 PatientInnen in die Analyse eingeschlossen. Der Direktzugang fand in Schweden (fünf Studien), Großbritannien (drei Studien), den USA und Kanada (jeweils eine Studie) statt. Entsprechend heterogen stellten sich die Versorgungskontexte dar. Von den hausärztlichen Praxen in Großbritannien, über Gesundheitszentren bis hin zu Notaufnahmen waren hier also unterschiedliche Formen von Direktzugängen vertreten.
Die Ergebnisse im Überblick:
Die AutorInnen müssen leider aber auch etwas Wasser in den Wein gießen. Um die Qualität der der Übersichtsarbeit zugrundeliegenden Studien zu beurteilen, legten sie die sogenannten GRADE-Kriterien an. Diese verdeutlichen dann auch die Schwäche der Datenlage. Bezogen auf die Evidenz heißt das konkret:• Vier RCTs mit über 600 ProbandInnen ermitteln eine 45 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, dass eine Bildgebung erfolgt, wenn PhysiotherapeutInnen direkt diagnostizieren und behandeln. Das ist das „robusteste“ Ergebnis der Studie.
• Sechs RCTs mit über 600 ProbandInnen zeigen eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass durch einen DA weniger Medikamente verschrieben werden.
• Klinische Ergebnisse wie Schmerz, Funktion und Lebensqualität zeigen gleichwertige Ergebnisse durch den DA gegenüber der Regelversorgung (Schmerz leicht besser).
• Die Meta-Analyse zeigt nicht, dass ein Direktzugang kosteneffizienter ist (er ist aber auch nicht teurer als die Regelversorgung).
Die Übersichtsarbeit bietet also Evidenz dafür, dass sich die Häufigkeit von Bildgebung durch den DA reduzieren lassen könnte. Die Aussagekraft zum Thema Kosten und therapeutischem Nutzen ist begrenzt. Vor allem in politischen Diskussionen ist der niedrige Evidenzgrad der Studien angreifbar. Hier fehlen qualitativ höherwertige Studien.• Aussage zu weniger klinischer Bildgebung: moderate Evidenz
• Verschreibung von weniger Medikamenten bei DA: niedrige Evidenz
• geringere Kosten: sehr niedrige Evidenz
• gleich hohes Schmerzniveau: sehr niedrige Evidenz
• vergleichbare Funktion/Behinderung: niedrige Evidenz
• Gesundheitsbezogene Lebensqualität durch Anwendung des DA gleich Ergebnis wie bei ärztl. Versorgung: niedrige Evidenz
Ist das genug?
Der gemeinsame Nenner der gegenwärtigen Studienlage liegt in der Effizienz. Weniger Ressourcen sind notwendig, um dieselben Ergebnisse zu erzielen. Die häufige Frage zur Sicherheit der PatientInnen wurde nur in der britischen FRONTIER-Studie beantwortet. Hier war der direkte Zugang sicher – fand allerdings auch in unmittelbarer Nähe zu den ärztlichen KollegInnen statt.
In allen beteiligten Ländern besaßen die PhysiotherapeutInnen mindestens einen Bachelor-Abschluss, also EQF-Level 6 (in Großbritannien dann darauf noch Zusatzqualifikationen). In Deutschland gibt es sicherlich PhysiotherapeutInnen, die auch in der Lage sind, ein sachgemäßes Screening auf Red Flags, eine angemessene Überleitung nicht geeigneter PatientInnen und eine evidenzbasierte Versorgung zu gewährleisten – diese ist aber strukturell nicht manifestiert. Auf dem Papier examinierter PhysiotherapeutInnen steht EQF-Level 4. Das wird in Diskussionen über den Direktzugang auf den Tisch kommen, wenn die hier beschriebenen Studien als Argumentation genutzt werden.
In Zeiten alternder Bevölkerung muss die Last des Gesundheitswesens auf mehreren Schultern verteilt werden, deswegen ist der DA die richtige Idee. Ob die deutsche Qualifikation dafür reicht, können ausländische Studien nicht beantworten, denn Deutschland steht mit seinem Staatsexamen im internationalen Vergleich ziemlich allein da.
Daniel Bombien / physio.de
* Im britischen Gesundheitswesen gibt es keine niedergelassenen FachärztInnen: Das bedeutet, hausärztliche Zentren sind die erste Anlaufstelle bei Beschwerden jeglicher Art und Weise. Wer in Großbritannien wohnt, lässt sich beim örtlichen General Practitioner registrieren (auch gesunde Menschen sind bereits registriert). Dieser erhält einen festen Betrag pro registriertem Patienten plus eine Prämie für die Versorgungsqualität.
DirektzugangPhysiotherapieVPTnachgehakt
Nun soll es einen Modellversuch geben.
Ich frage mich, wie dieser Modellversuch bei den aktuellen Rahmenbedingungen denn aussehen soll?
Böte ich in meiner Einrichtung den DA von auch nur einem Therapierenden an, nähmen alle umliegenden Ärzte das als Konkurrenz wahr.
Im Ergebnis gäbe es eine tiefe Delle bei den VO.
Also müsste das dann eine Ein-Personen-Praxis übernehmen, die ohnehin schon einen hohen Selbstzahleranteil hätte, damit das Risiko überschaubar bliebe.
Für diesen äußerst geringen Anteil müssten die Verbände Zugangsbedingungen und Honorare verhandeln.
Klar ist, dass mehr Verantwortung besser honoriert werden muss.
Die Verhandlungen zur Blankoverordnung haben 2,5 Jahre gedauert und ein amputiertes System hervorgebracht.
Ich bin sehr gespannt, wie man aus der theoretischen Debatte dann ein funktionierendes System unter den aktuellen Rahmenbedingungen macht.
Apropos Modellversuch:
Ich würde gerne an einem Modellversuch zum Thema Bürokratieabbau teilnehmen.
Für uns ist das viel entscheidender als alles andere.
Anschließen darf sich dann gerne ein Modellversuch zum Thema Rahmenbedingungen.
Reformierte man den Wahnsinn hin zu einer sinnvollen Versorgung, hätten wir deutlich mehr Autonomie und wären bereits innerhalb des Systems einem Direktzugang deutlich näher als mit einem Modellversuch.
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Horatio72 schrieb:
Ach wieviel Therapien könnten zusätzlich angeboten werden wenn die Bürokratie doch einfach mal abnehmen würde.... Darüber sollte es tatsächlich mal ne studie geben.
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Schippi schrieb:
@Horatio72 meine Bürokratie ist gering,Pat behandeln ca 20 min,dann 1-2 min therapiebericht und am Monatsende Abrechnung!habe ich irgendwas vergessen,das ich nicht über Bürokratie klage(allerdings einmannbetrieb)😂
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Horatio72 schrieb:
@Schippi OK, Zuzahlung ziehst du keine ein? Und Rezepte ändern musst du auch nicht? Du glücklicher!
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Schippi schrieb:
Rezepte ändern-einmal im Quartal,gute Ärzte😂😂,natürlich Zuzahlung ( einmal Quittung ausstellen),habe wohl wirklich Glück😂🤩
Steuererklärung
Dokumentation der Reinigung und Desinfektion
Therapieberichte schreiben
Anfragen vom MD
Prüfung Medizinischer Geräte
Prüfung Feuerlöscher
Prüfung Rauchmelder
Anfragen der ARGE
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Halbtitan schrieb:
@Schippi Na und dann:
Steuererklärung
Dokumentation der Reinigung und Desinfektion
Therapieberichte schreiben
Anfragen vom MD
Prüfung Medizinischer Geräte
Prüfung Feuerlöscher
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eim schrieb:
Vor allem DER wievielte Modell versuch ????
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PT-Nik schrieb:
@Schippi Hast du definitiv. "Mehr" hat keiner, aber gefühlt renne ich jeder zweeiten VO hinterher, weil irgendein Kreuz oder sonst was fehlt oder die VO 1 Tag abgelaufen ist.
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Lucky2004 schrieb:
Hm, ich renne keiner VO hinterher. Der Patient geht selbst zum Arzt, um die VO berichtigen zu lassen und das so lange, bis sie stimmt. Viele Patienten machen sich sogar ein Foto von ihrer alten/ richtigen VO, damit sie bei der Folge VO gleich am Tresen kontrollieren und ggf. etwas ändern lassen können. Abgelaufene VO muss der Patient auch vor Behandlungsabeginn berichtigen lassen. Das kläre ich kurz am Telefon bei Terminvergabe. Hierfür fällt also nicht wirklich viel Zeit an.
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PT-Nik schrieb:
@Lucky2004 Ich lasse auch laufen. Ändert aber nichts daran das ich mehrmals los schicken muss, kontrollieren und so weiter. Alles nerviger Mist der von der eigentlich schönen Arbeit abhält. So weit kommt es noch das ich zum Arzt fahre :D
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Jens Uhlhorn schrieb:
Ich finde die Diskussion über den Direktzugang ganz wunderbar. Seit 1998 wird darüber debattiert und welche Vorteile das hätte, während wir dem Ziel gleichzeitig keinen Schritt nähergekommen sind.
Nun soll es einen Modellversuch geben.
Ich frage mich, wie dieser Modellversuch bei den aktuellen Rahmenbedingungen denn aussehen soll?
Böte ich in meiner Einrichtung den DA von auch nur einem Therapierenden an, nähmen alle umliegenden Ärzte das als Konkurrenz wahr.
Im Ergebnis gäbe es eine tiefe Delle bei den VO.
Also müsste das dann eine Ein-Personen-Praxis übernehmen, die ohnehin schon einen hohen Selbstzahleranteil hätte, damit das Risiko überschaubar bliebe.
Für diesen äußerst geringen Anteil müssten die Verbände Zugangsbedingungen und Honorare verhandeln.
Klar ist, dass mehr Verantwortung besser honoriert werden muss.
Die Verhandlungen zur Blankoverordnung haben 2,5 Jahre gedauert und ein amputiertes System hervorgebracht.
Ich bin sehr gespannt, wie man aus der theoretischen Debatte dann ein funktionierendes System unter den aktuellen Rahmenbedingungen macht.
Apropos Modellversuch:
Ich würde gerne an einem Modellversuch zum Thema Bürokratieabbau teilnehmen.
Für uns ist das viel entscheidender als alles andere.
Anschließen darf sich dann gerne ein Modellversuch zum Thema Rahmenbedingungen.
Reformierte man den Wahnsinn hin zu einer sinnvollen Versorgung, hätten wir deutlich mehr Autonomie und wären bereits innerhalb des Systems einem Direktzugang deutlich näher als mit einem Modellversuch.
Was wollen wir denn eigentlich? Wir wollen Patienten behandeln, dafür fair bezahlt werden und das ohne Gängelung der Krankenkassen oder deren Abrechnungszentren und wir wollen ein Regelwerk was übersichtlich und sinnvoll ist, also das genaue Gegenteil vom HMK.
Wenn man das hinbekommt, brauche ich weder eine Akademiesierung, noch einen Direktzugang und wenn man jetzt noch gegen TI wäre (bin ich nicht), bräuchte man wahrscheinlich nicht mal viel Digitalisierung dafür.
Wieso kriegt das keine Gruppe von Verhandlern hin? Ist das wirklich so teuer oder so kompliziert?
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Horatio72 schrieb:
Also als allererstes würde ich mir wünschen das die Behandlungszeiten GENAU festgelegt sind. KG 20 Min. Fertig. Dann die Zuzahlung in die Hände derer die das Geld bekommen. Damit wäre ich top glücklich. Ganz einfach zu machen und v.a. zu fordern. Dann hätte ich schonmal die Diskussionen mit den Patienten weg (wie ich muss was bezahlen?, Aber in Praxis xy wurde ich viel länger behandelt etc). Danach kann von mir aus Direktzugang TI usw. kommen.
>>...oder so kompliziert?<< ja dann wäre nicht immer diese Diskusion...aber es ist leider so kompliziert ...und es liegt zu 99% bei den KK....
MfG
JürgenK;)
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JürgenK schrieb:
Hallo Stefan,
>>...oder so kompliziert?<< ja dann wäre nicht immer diese Diskusion...aber es ist leider so kompliziert ...und es liegt zu 99% bei den KK....
MfG
JürgenK;)
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Stefan Arnold schrieb:
Es muss doch mal eine praktikable, unkomplizierte und zeitnah umsetzbare Möglichkeit geben die Arbeit der Physiotherapie Praxen deutlich zu verschlanken, damit sie sich aufs wesentliche konzentrieren kann?
Was wollen wir denn eigentlich? Wir wollen Patienten behandeln, dafür fair bezahlt werden und das ohne Gängelung der Krankenkassen oder deren Abrechnungszentren und wir wollen ein Regelwerk was übersichtlich und sinnvoll ist, also das genaue Gegenteil vom HMK.
Wenn man das hinbekommt, brauche ich weder eine Akademiesierung, noch einen Direktzugang und wenn man jetzt noch gegen TI wäre (bin ich nicht), bräuchte man wahrscheinlich nicht mal viel Digitalisierung dafür.
Wieso kriegt das keine Gruppe von Verhandlern hin? Ist das wirklich so teuer oder so kompliziert?
Wir sollten jetzt nicht zu kurz springen oder uns im Klein-klein verheddern.
Auch die Sporthochschule Köln liefert immer mehr gute Studien, die uns Physio´s in die
Hände spielen. Wir brauchen endlich den Direktzugang, um frühzeitig Wirkung zu entfalten
und Folgeschäden und damit Kosten zu bremsen.
Bitte nehmt mal die Perspektive eines Patienten ein: - Der möchte schnelle unkomplizierte und kausale Hilfe, so weit, so klar, aber was passiert denn statt dessen?
Beim Hausarzt hört er/sie: "Damit müssen sie zum Facharzt. Das ist nicht meine Aufgabe und nicht
mein Budget." Dann vergehen Wochen, oft sogar mehrere Monate unter Schmerzmitteln bis er/sie
beim Orthopäden dran kommt: In nur wenigen Minuten stellt dieser eine Diagnose oder verweist
sofort und direkt zum Röntgen oder ins MRT mit weiterer Wartezeit für den Patienten beim Radiologen. Ich frage meine Patienten immer, ob sie im Ortho-Sprechzimmer untersucht wurden.
Die Antworten sind oft erschütternd: "Da musste ich - mit Kleidung - nur ein Mal den Arm heben.
Der Arzt hat mich nicht angefasst. Ich war da schnell wieder draußen."
Leider werden die Patienten mit ihren teils unglaublichen Geschichten viel zu selten gefragt und
gehört. Der Frust bei denen ist zu Recht groß!
Ich schicke meine GKV-Patienten nach Physio-HP Erstkontakt bei mir zum Hausarzt mit der
schriftlichen Bitte um eine erste Physio-Verordnung: - Auch hier wird nicht immer kooperiert,
sondern an den Facharzt verwiesen. - Das ist auch medizin-ethisch sehr fragwürdig.
- So geht das jedenfalls nicht weiter!!
Physiotherapie gehört schnellstmöglich in die Primärversorgung! Das ist der klar ausgesprochene
Wunsch der Patienten - und sicher auch der aller Beitragszahler (AG+AN).
Im Spitzensport sehen wir doch auch die Effizienz unserer Arbeit: Auch wenn die Studienlage dazu noch ausbaufähig ist, das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand. Wenn ich mich aufgrund extrem knapper, krisenhafter Kassenlage entscheiden müsste, wäre ich klar für die Reform einer schnelleren und besseren Physiotherapie als oberste Priorität für die Politik.
Die TI / ePa ist in meinen Augen derzeit leider nur ein milliardenschwerer staatlich verordneter digitaler Mega-Flop. Ich bin fassungslos, wie man einen solchen Schrott allen Leistungsträgern im
Gesundheitswesen allen Ernstes zumutet. - Das ist unverschämt und respektlos!
Mit den vielen "Upcodings" beziehungsweise
"falschen Diagnosen" wäre der fachübergreifende Datenaustausch sogar auch noch richtig
gefährlich, mal abgesehen davon, dass es bisher keine brauchbare Suchoption in der ePA gibt.
Ich hoffe sehr (!!), dass der Staat in Zukunft gut mit unserem vielen GKV-Geld umgeht und
zeitnah wirklich "Brauchbares" - ohne Lobby-Zwänge - liefert.
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Jenny Günther schrieb:
Bin voll deiner Meinung...und dann kommt der Patient, nach schon acht Wochen Beschwerden, mit der Diagnose Schulter -Arm-Syndrom...und der Therapeut muss doch selbst " diagnostizieren"....
Genau!
Dann darf unser Know-how
mal ran:
Funktionsbefund, Schmerzreduktion,
Funktionswiederherstellung,
Anleitung zum Eigentraining,
Mobilitäts- und Belastbarkeitsverbesseung,
fertig! 👍 Smile 😊!
Geht aber leider auch anders:
Der Arzt verschreibt keine
Physiotherapie, sondern macht eine wochenlange
Injektionstherapie oder
Akupunktur. Die Funktion
bleibt auf der Strecke und dann kommt nicht selten der
ärztliche Rat: „Das machen wir dann am besten mit Minimal-Invasion…. das dauert dann ein
bisschen und sie brauchen eine gute postoperative Therapie.“
🙈 Armes Deutschland 🇩🇪!
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Physiobalance schrieb:
@Jenny Günther
Genau!
Dann darf unser Know-how
mal ran:
Funktionsbefund, Schmerzreduktion,
Funktionswiederherstellung,
Anleitung zum Eigentraining,
Mobilitäts- und Belastbarkeitsverbesseung,
fertig! 👍 Smile 😊!
Geht aber leider auch anders:
Der Arzt verschreibt keine
Physiotherapie, sondern macht eine wochenlange
Injektionstherapie oder
Akupunktur. Die Funktion
bleibt auf der Strecke und dann kommt nicht selten der
ärztliche Rat: „Das machen wir dann am besten mit Minimal-Invasion…. das dauert dann ein
bisschen und sie brauchen eine gute postoperative Therapie.“
🙈 Armes Deutschland 🇩🇪!
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Physiobalance schrieb:
Okay, die Studienlage ist noch nicht perfekt, aber sie deutet klar in die richtige Richtung.
Wir sollten jetzt nicht zu kurz springen oder uns im Klein-klein verheddern.
Auch die Sporthochschule Köln liefert immer mehr gute Studien, die uns Physio´s in die
Hände spielen. Wir brauchen endlich den Direktzugang, um frühzeitig Wirkung zu entfalten
und Folgeschäden und damit Kosten zu bremsen.
Bitte nehmt mal die Perspektive eines Patienten ein: - Der möchte schnelle unkomplizierte und kausale Hilfe, so weit, so klar, aber was passiert denn statt dessen?
Beim Hausarzt hört er/sie: "Damit müssen sie zum Facharzt. Das ist nicht meine Aufgabe und nicht
mein Budget." Dann vergehen Wochen, oft sogar mehrere Monate unter Schmerzmitteln bis er/sie
beim Orthopäden dran kommt: In nur wenigen Minuten stellt dieser eine Diagnose oder verweist
sofort und direkt zum Röntgen oder ins MRT mit weiterer Wartezeit für den Patienten beim Radiologen. Ich frage meine Patienten immer, ob sie im Ortho-Sprechzimmer untersucht wurden.
Die Antworten sind oft erschütternd: "Da musste ich - mit Kleidung - nur ein Mal den Arm heben.
Der Arzt hat mich nicht angefasst. Ich war da schnell wieder draußen."
Leider werden die Patienten mit ihren teils unglaublichen Geschichten viel zu selten gefragt und
gehört. Der Frust bei denen ist zu Recht groß!
Ich schicke meine GKV-Patienten nach Physio-HP Erstkontakt bei mir zum Hausarzt mit der
schriftlichen Bitte um eine erste Physio-Verordnung: - Auch hier wird nicht immer kooperiert,
sondern an den Facharzt verwiesen. - Das ist auch medizin-ethisch sehr fragwürdig.
- So geht das jedenfalls nicht weiter!!
Physiotherapie gehört schnellstmöglich in die Primärversorgung! Das ist der klar ausgesprochene
Wunsch der Patienten - und sicher auch der aller Beitragszahler (AG+AN).
Im Spitzensport sehen wir doch auch die Effizienz unserer Arbeit: Auch wenn die Studienlage dazu noch ausbaufähig ist, das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand. Wenn ich mich aufgrund extrem knapper, krisenhafter Kassenlage entscheiden müsste, wäre ich klar für die Reform einer schnelleren und besseren Physiotherapie als oberste Priorität für die Politik.
Die TI / ePa ist in meinen Augen derzeit leider nur ein milliardenschwerer staatlich verordneter digitaler Mega-Flop. Ich bin fassungslos, wie man einen solchen Schrott allen Leistungsträgern im
Gesundheitswesen allen Ernstes zumutet. - Das ist unverschämt und respektlos!
Mit den vielen "Upcodings" beziehungsweise
"falschen Diagnosen" wäre der fachübergreifende Datenaustausch sogar auch noch richtig
gefährlich, mal abgesehen davon, dass es bisher keine brauchbare Suchoption in der ePA gibt.
Ich hoffe sehr (!!), dass der Staat in Zukunft gut mit unserem vielen GKV-Geld umgeht und
zeitnah wirklich "Brauchbares" - ohne Lobby-Zwänge - liefert.
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