Das GPR Gesundheits- und
Pflegezentrum Rüsselsheim besteht
aus den Teilbereichen GPR Klinikum
(577 Betten), der GPR
Seniorenresidenz „Haus am
Ostpark“ (185 Plätze) sowie dem
GPR Ambulanten Pflegeteam. Das GPR
Klinikum versorgt jährlich rund
27.000 stationäre und 75.000
ambulante Patienten. Damit leisten
wir einen bedeutenden Anteil zur
Sicherung der Lebensqualität in
der Region
Rüsselsheim/Main-Spitze. Wir
gelten als besonders frauen- und
familienfreundlicher Betrieb und
nehmen als Aka...
Pflegezentrum Rüsselsheim besteht
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Ostpark“ (185 Plätze) sowie dem
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Täglich fühlen Physios den Tonus – aber was versteht man eigentlich genau darunter?
Lizenz: CC-BY •Stiffness
Eine der am häufigsten erhobenen Größen in biomechanischen Studien ist die Steifigkeit (Stiffness). Diese bezeichnet in der Physik die Fähigkeit eines Objekts, einer äußeren Verformung zu widerstehen, indem es eine entgegengesetzte Kraft erzeugt. Dieser physikalische Begriff lässt sich nicht eins zu eins auf biologisches Gewebe übertragen, da es häufig komplexere Eigenschaften als nicht lebendige Materialien aufweist. Die biomechanische Steifigkeit beschreibt einen Mix aus
In viele Studien wird die Stiffness mit der sogenannten Scherwellen-Elastographie (Shear-Wave-Elastography) gemessen. Dieses Ultraschallverfahren erfasst die Gewebedichte anhand transversal verlaufender Scherwellen. Einfach gesagt: Stellen Sie sich einen Teich vor, der das zu untersuchende Gewebe darstellt. Sie werfen einen Stein (Ultraschall, der auf das Gewebe stößt) in den Teich. Nun breiten sich zu allen Seiten Wellen aus. Das sind im Gewebe die Scherwellen. Wird das Gewebe dichter oder steifer, laufen die Scherwellen schneller auseinander als bei weniger dichtem Gewebe. Die Shear-Wave-Elastography erlaubt nicht nur das zurückreflektierte Ultraschallsignal aufzufangen, sondern auch die Schwingung der Scherwellen, woraus mittels Färbung die Gewebedichte dargestellt wird. Das Verfahren wird auch für die Tumordiagnostik verwendet.• Elastizität (die Fähigkeit Bewegungsenergie zu speichern, um wieder zurück in den Ausgangszustand zu gelangen),
• Viskosität (Zähflüssigkeit),
• Trägheit
• und dem genutzten Messverfahren.
Muskelspannung
Die Muskelaktivität kann über eine Elektromyographie (EMG) abgeleitet werden, die entweder durch Elektroden auf der Haut (Oberflächen-EMG) oder Nadeln im Muskel (intramuskuläres EMG) durchgeführt wird. In sportmedizinischen Untersuchungen werden in den meisten Fällen Oberflächen-EMGs durchgeführt; allerdings wird über die Reliabilität des Verfahrens in Fachkreisen trefflich diskutiert. Einerseits bietet es eine gewisse Einsicht über die Aktivität einzelner Muskelgruppen, anderseits unterliegt vor allem das Oberflächen-EMG mitunter Artefakten während der Messungen. So kann bereits eine unzureichende Reinigung der Haut zu veränderten Ergebnissen führen. Zudem existieren keine Daten darüber, welche Muskelspannung eigentlich „normal“ ist. Einen detaillierten Bericht über EMG-Messungen finden Sie hier.
Creep
Vor allem in Studien über Bindegewebe ist ab und an der Begriff „Creep“ zu lesen. Diese Messung beschreibt die allmähliche Verformung eines Gewebes, bei gleichbleibender Kraft. Stellen Sie sich dafür einfach den Bürostuhl des Autors dieser Zeilen vor. Zu Beginn der Arbeit an diesem Text bildete sich unter seinem Gesäß nur eine kleine Mulde, die zum Ende hin ein kleines Stück tiefer geworden ist und auch nicht mehr weiter sinkt (Plateau). Würde man das Einsinken mathematisch berechnen, wäre das der Creep des Polsters des Bürostuhls. Der Unterschied zur Stiffness liegt vor allem in der zeitlichen Dimension.
Der Creep-Effekt beruht auf den viskosen Eigenschaften des Bindegewebes. Er wird entweder in Kadaver-Studien ermittelt oder in vivo, indem während der Messung des Widerstandes auch eine EMG-Messung erfolgt. Dabei wird sichergestellt, dass letztere „still“ bleibt, also keine messbare Muskelaktivität vorhanden ist.
Reaktivkraft
Im Gegensatz zu den hier unwillkürlich stattfindenden Tonus-Arten, beschreibt die Reaktivkraft die Fähigkeit des Muskel-Sehnen-Systems, bei schnellen Dehnungs-Verkürzungs-Zyklen elastische Energie aufzunehmen und unmittelbar wieder freizusetzen – also die „federnde“ Antwort des Körpers auf eine plötzliche Belastung. Sie stellt also die Summe von Stiffness und Explosivkraft dar. Gemessen wird sie typischerweise mit Sprungtests (Countermovement Jump, Drop Jump), Kraftplatten oder Kontaktzeitmessungen.
Einfach gesagt
Um Phänomene in der Wissenschaft sichtbar zu machen, müssen Konstrukte erstellt werden, mit denen Messungen erhoben werden können. Die eine perfekte Messmethode für den Tonus existiert nicht, daher müssen je nach Fragestellung unterschiedliche Techniken verwendet werden.
Für den einzelnen Menschen bringen die Erkenntnisse rund um die „Tonus-Forschung“ zunächst wenig. Eine hohe Stiffness muss nicht zu Schmerzen führen, genauso wenig wie eine hohe oder niedrige Aktivierung im EMG. Der Erkenntnisgewinn geschieht im „großen Ganzen“.
Der findige Praktiker setzt Evidenz und Praxis zusammen und überlegt, welche Erkenntnisse für das Individuum interessant sein könnten und bezieht die Erkenntnisse reflektiert in sein Clinical Reasoning ein. Ist es sinnvoll die Stiffness eines bestimmten Muskels kurzfristig zu reduzieren, etwa die des Hüftbeugers? Nutze ich ein (leider immer noch teures) EMG-Gerät, um meiner Patientin zu zeigen, dass eine Atemtechnik tatsächlich die Muskelspannung in ihrer Nackenmuskulatur senken kann? Wie lange muss ich einen Muskel überhaupt dehnen, um Effekte zu sehen und wenn ja in welcher Hinsicht sind diese Effekte messbar?
Spannende Fragen, die sich nur mit einer einigermaßen kohärenten Begriffsdefinition erörtern lassen.
Daniel Bombien / physio.de
MuskelBegriffsklärungClinical ReasoningDehnenEMG
Buchbesprechung
Sympathische Reaktionsschleifen durchbrechen
Fachbuch erläutert Zusammenspiel von Sympathikus, peripherem Nervensystem und orthopädischen ...
06.12.2025 • Von Ul.Ma.
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Problem beschreiben
hgb schrieb:
Die Definition ist das eine, das andere aber die ständige Steuerung, nicht allein motorische Fasern spielen eine Rolle, auch über das HiHo verschaltete und sonst auch in Kontakt befindliche - wie ?? - Fasern des autonomen Nervensystems. mfg hgbblush
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06.12.2025 • Von Ul.Ma.
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Mus Musculus schrieb:
Ich würde eher sagen, wir beobachten das Gebiet mit zurückhaltendem akademischen Interesse, ob nicht doch noch etwas von klinischer Relevanz daraus auftaucht.
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hgb schrieb:
Der Grund, ein Themazu verlassen, kann doch nicht ernsthaft sein, dass bestimmte Meßmethoden fehlen. Die individuelle Pat. / Therapeut/ zeitl.Einordnung Palpation und Wertung ist doch eine nicht zu verachtende Aussage,sie ist nur für wiss. im heutigen Sinne wenig brauchbar.
Dass es ein wie-auch-immer-definiertes Konstrukt wie Tonus gibt und dass es in irgendeiner Weise Bezug zu muskuloskelettalen Beschwerden hat halte ich für unbestreitbar. Es gibt mir aber zu denken, dass es trotz aller Versuche nicht gelingt, dieses Konstrukt verlässlich greifbar zu machen, egal ob apparativ oder manuell. Ganz zu schweigen von einer nachweislich praktischen Relevanz für Diagnostik und Therapie.
Eine gründliche Palpation gehört trotzdem zu einer physiotherapeutischen Untersuchung, aber ich stehe den gewonnenen Informationen immer sehr kritisch gegenüber. Ähnlich wie bei der Anamnese, zum Beispiel.
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Mus Musculus schrieb:
Von Verlassen kann auch keine Rede sein.
Dass es ein wie-auch-immer-definiertes Konstrukt wie Tonus gibt und dass es in irgendeiner Weise Bezug zu muskuloskelettalen Beschwerden hat halte ich für unbestreitbar. Es gibt mir aber zu denken, dass es trotz aller Versuche nicht gelingt, dieses Konstrukt verlässlich greifbar zu machen, egal ob apparativ oder manuell. Ganz zu schweigen von einer nachweislich praktischen Relevanz für Diagnostik und Therapie.
Eine gründliche Palpation gehört trotzdem zu einer physiotherapeutischen Untersuchung, aber ich stehe den gewonnenen Informationen immer sehr kritisch gegenüber. Ähnlich wie bei der Anamnese, zum Beispiel.
Ich habe die Palpation auch nicht verlassen. Ich schaue regelmäßig ob eine von mir verdächtigte Struktur auch druckdolent ist im Vergleich zu der nicht betroffene Seite. Dabei tendier ich dazu an der nicht betroffene Seite etwas fester zu palpieren/drucken um sicher zu sein das die Struktur an der betroffene Seit auch tatsächlich empfindlicher ist. Was ich nicht mache ist die Suche nach "verspannte" Muskeln.
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Geert Jeuring schrieb:
@Mus Musculus
Ich habe die Palpation auch nicht verlassen. Ich schaue regelmäßig ob eine von mir verdächtigte Struktur auch druckdolent ist im Vergleich zu der nicht betroffene Seite. Dabei tendier ich dazu an der nicht betroffene Seite etwas fester zu palpieren/drucken um sicher zu sein das die Struktur an der betroffene Seit auch tatsächlich empfindlicher ist. Was ich nicht mache ist die Suche nach "verspannte" Muskeln.
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hgb schrieb:
@Geert Jeuring ...wenn der Schmerz charakteristisch für einen referred pain ist, suche ich in den in Frage kommenden Muskeln.
Ein Grundpfeiler. du machst 5 mal ein Experiment und es kommt immer was anderes raus. und dann machen das selbe Experiment 5 Leute und bei jedem kommt was anderes heraus. Das ist schon ein deutlicher Hinweis auf Relevanz der Palpation.
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FoetorExOre schrieb:
@hgb dee Grund ist nicht, das Testmethoden fehlen, sondern das Reliabilität nicht vorhanden ist.
Ein Grundpfeiler. du machst 5 mal ein Experiment und es kommt immer was anderes raus. und dann machen das selbe Experiment 5 Leute und bei jedem kommt was anderes heraus. Das ist schon ein deutlicher Hinweis auf Relevanz der Palpation.
Interessanterweise ist die Nacken - Muskulatur auf der betroffenen schmerzhaften Seite in den meisten Fällen eher hypoton.
Da das Palpationsergebnis des Arztes Gesetz ist hab ich mir abgewöhnt selbiges zu kommentieren.
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mbone schrieb:
Viele meiner Patienten kommen mit einem Rezept vom Orthopäden mit der ausgefuchsten Diagnose : HWS Syndrom und musk. Dysbalance und berichten mir dass der Arzt den Nacken anscheinend palpiert hat und dem Patient versichert hat, dass die Muskeln aber schon auch ganz schön hart verspannt wären........und da soll sich der Physio mal drum kümmern, um die harten Stränge
Interessanterweise ist die Nacken - Muskulatur auf der betroffenen schmerzhaften Seite in den meisten Fällen eher hypoton.
Da das Palpationsergebnis des Arztes Gesetz ist hab ich mir abgewöhnt selbiges zu kommentieren.
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hgb schrieb:
@FoetorExOre ...da stellt sich die Frage, ob das "Experiment" eine wiss.Basis hat. Bei so vielen Variablen zum Muskeltonus bezweifele ich das grundsätzlich. Aber Papier muss beschrieben werden für Bacch usw.
Diese Arbeiten pauschal als Bachelorarbeiten zu diffamieren kann nicht die Lösung sein. Das ist als Reaktion auf die Ergebnisse zwar menschlich nachvollziehbar (mir gefallen die Ergebnisse selbst nicht), muss aber besser gehen.
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Mus Musculus schrieb:
@hgb Darin liegt ja gerade der Vorteil von Experimenten. Sie erlauben -im Gegensatz zur subjektiven Einschätzung- eine Vielzahl an Variablen zu kontrollieren und systematisch zu untersuchen. Außerdem machen sie ihr Vorgehen transparent, wiederholbar und offen für Kritik. Das macht ja wissenschaftliche Arbeiten, selbst wenn sie einzelne Schwachpunkte aufweisen, glaubhafter als die persönliche Wahrnehmung.
Diese Arbeiten pauschal als Bachelorarbeiten zu diffamieren kann nicht die Lösung sein. Das ist als Reaktion auf die Ergebnisse zwar menschlich nachvollziehbar (mir gefallen die Ergebnisse selbst nicht), muss aber besser gehen.
Ca. 25 Jahren her, als ich selber mit eine akuter Torticollis (brauchte ein gelber Schein) bei meine Hausärztin war, drückte sie ganz kräftig auf meine erste oder zweite Rippe und meinte die Muskeln wären sehr verspannt.
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Geert Jeuring schrieb:
@mbone
Ca. 25 Jahren her, als ich selber mit eine akuter Torticollis (brauchte ein gelber Schein) bei meine Hausärztin war, drückte sie ganz kräftig auf meine erste oder zweite Rippe und meinte die Muskeln wären sehr verspannt.
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hgb schrieb:
@Mus Musculus ..merkst Du eigentlich, dass Du da nur Plattheiten schreibst? Wenn so viele Variablen existieren, wie willst einzelne untersuchen ohne identische Bedingungen an den anderen?? Bei Variablen, das sagt das Wort, kann sich etwas ändern. Kenne ich Bedingungen, die zur Änderung führen?? Kenne ich die Richtung? Viele Variablen kann ich selber im Blickfeld halten, wenn nur die Dinge im Bereich des Untersuchers zählen. Wil ich etwas allgemeingültig regeln oder untersuchen, müssen Variable minimiert werden - deutsches Vorschriftenwesen, der Mensch unterliegt aber keiner DIN. (Deutsche Industrie Norm) Industrie, nicht Lebewesen. Staatsexamen geht ohne schriftliche Arbeit, aber nicht der Bacc. Damit habe ich diesen Abschluß nicht diffamiert. Problem dieser Arbeiten: Wer vergibt bzw. genehmigt diese Themen?? Diese Frage ergibt sich auch bei vielen Promotionenn heute. Es ist immer einfach dagegen zu sein, das Problem einzukreisen und mgl. zu erkennen ist die Kunst. Super ist es,wenn ein Problem gelöst wird! mfg hgbblush
Das mindert doch aber nicht den Wert von Experimenten für den Wissensgewinn. Es steigert nur die Anforderungen an die Wissenschaft.
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Mus Musculus schrieb:
@hgb Wenn du mir jetzt erklären willst, dass der Mensch in seiner Komplexität niemals vollständig deterministisch erfasst werden kann, treffen wir uns in Bezug auf Plattheiten auf dem selben Niveau beers.
Das mindert doch aber nicht den Wert von Experimenten für den Wissensgewinn. Es steigert nur die Anforderungen an die Wissenschaft.
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hgb schrieb:
@Mus Musculus ..den Menschen möchte ich Dir nicht erklären, kann ich auch nicht, dazu reicht mein Verstand nicht, auch nicht meine Ausdrucksmöglichkeit. Wissensgewinn gibt es nur bei geeigneten Experimenten und bei der Definition der Anforderungen geht es los. Wie lange haben wir das Eisen im Spinat gelobt?! mfg hgbblush
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Problem beschreiben
Geert Jeuring schrieb:
Ich dachte wir hätten das Gebiet von Tonus und Verspannungen schon länger verlassen durch die schlechte bis nicht vorhandene Intertesterreliabilität von Tonuspalpation....
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