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Tablet ohne Barriere
Eingabehilfen für Kinder mit Behinderungen.
13.06.2013 • 0 Kommentare

Forscher am Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) haben ein Gerät entwickelt, dank dem auch Kinder mit gröberen Feinmotorik-Störungen Tablets wie das iPad nutzen können. Denn das Sensorsystem übersetzt relativ grobe Bewegungen von Nutzern, die nicht in der Lage sind, auf dem Display ausreichend genaue Touch-Gesten auszuführen. Dadurch soll das neue Gerät, von dem das Team einen ersten Prototypen fertiggestellt hat, auch behinderten Kindern all die Möglichkeiten von Tablets als Unterhaltungs- und Lerngeräte zu eröffnen.

Tablets haben nicht nur als Unterhaltungsgeräte Einzug in den Alltag gehalten, zunehmend nutzen auch Schulen und Projekte sie für Bildungszwecke. Doch Kinder mit Behinderungen wie Zerebralparese, Spina bifida oder Muskeldystrophie können daran oft nicht teilhaben, weil ihnen keine präzisen Fingerbewegungen für die Touch-Steuerung möglich sind. "Jedes Kind will Tablet-Technologie nutzen. Es ist also absolut unfair zu sagen: 'Nein, du kannst das nicht nutzen, weil du eine physische Einschränkung hast'", betont Ayanna Howard, Professorin für Elektrotechnik und Informatik an der Georgia Tech.

Das Access4Kids genannte kabellose System soll dieses Problem lösen. Dazu setzt es auf eine Reihe von Drucksensoren, die am Arm getragen oder auf der Armlehne eines Rollstuhls befestigt werden. Wenn der Nutzer mit der Faust über die Sensoren streicht oder darauf drückt, übersetzt die Lösung das entsprechend in gängige Touch-Befehle wie Antippen oder Schieben und ermöglicht so, ein Tablet trotz ausgeprägter feinmotorischer Behinderung zu benutzen. Neben gängigen Apps wie Facebook oder YouTube und Lernprogrammen soll das auch die Nutzung eigens entwickelter therapeutischer Apps ermöglichen.

Der Bedarf an Acess4Kids scheint hoch, denn potenziell könnten Tablets sogar den Alltag Behinderter erleichtern. "Viele Eltern fragen bereits nach, ob es sinnvoll ist, solche Geräte anstelle von zugelassenen Hilfsmitteln und Kommunikationshilfen selbst zu kaufen, um langwierige Warteschleifen mit den Krankenkassen zu umgehen", heißt es auf Nachfrage aus dem ICP München. "Wenn dann noch die Bedienung zugänglich wird, wäre das ein großer Fortschritt." Die Frage ist, wie gut das Eingabe-Gerät wirklich funktioniert.

Genau hier arbeitet Howard an Verbesserungen. Ein zweiter Prototyp soll flexibler ausfallen, mit Sensoren, die genau dort getragen werden, wo sie das jeweilige Kind am bequemsten erreichen kann. Erste Tests mit dieser Version sollen in Kürze beginnen. Die Elektrotechnikerin hofft, 2013 auch schon klinische Studien durchführen zu können. Neben Access4Kids arbeitet die Wissenschaftlerin zudem an einer TabAcess genannten Version des Sensorsystems, die auf erwachsene User mit feinmotorischen Einschränkungen zugeschnitten ist.


Quelle: pte

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