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Schreibtherapie
Selbstcoaching in Zeiten von Corona
Gesundheitstagebuch als Eigentherapie
17.04.2020 • 0 Kommentare
Lizenz: CC-BY •
„Ich schreibe mich gesund“ heißt das Buch der Schreibtherapeutin Silke Heimes und der Titel beschreibt präzise den Inhalt. Was als ergänzende Maßnahme zu verschiedenen Krankheiten gedacht ist, bekommt in Zeiten der körperlichen Kontaktlosigkeit einen ganz neuen Stellenwert. Sich selbst schreibend mit seinen Symptomen auseinanderzusetzen ist eine Möglichkeit, seine Beschwerden anders zu bewerten und ihnen konstruktiv zu begegnen. Gerade zwischen den Physiotherapieterminen passiert viel Veränderung. Durch Schreiben kommen diese Veränderungen ins Bewusstsein.

In Form eines Tagebuchs mit immer neuen Fragestellungen leitet die Autorin das Selbstmanagement an. 12 Wochen lang täglich 15 Minuten schreiben kann ein gesünderes Leben unterstützen und Veränderungen herbeiführen, so die Autorin. Ein Buch, das präventiv als auch therapeutisch genutzt werden kann und andere Maßnahmen gewinnbringend begleitet. Ein niederschwelliges Angebot innerhalb des geschützten Rahmens eines Papierbogens.

Der Grundsatz ist, legt die Autorin dar, dass jeder sich selbst am besten kennt, dass er nur leider nicht immer sich und seinem Körper eine Stimme gibt. Heimes zeigt auf: viele wissenschaftliche Studien belegen, dass sich Schreiben positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Sie gliedert die Schreibwochen in drei Etappen. Zuerst soll der Mensch in Dialog mit seinen Beschwerden treten, was wollen die Symptome einem mitteilen, welche Emotionen lösen sie aus. Der zweite Schritt nähert sich den Bedürfnissen und Grenzen an, während die dritte Etappe hin zur Balance führt. Nach jeder Woche helfen gezielte Fragen, das Niedergeschriebene einzuordnen, immer auch im Hinblick auf den psychosomatischen Kontext.
„Die Zukunft als Versprechen“ und die Abschlussreflexion führen am Ende des Buches zu einem neuen Anfang. Und: die Zukunft als Versprechen ist genau in der heutigen Krisenzeit ein gutes Motto!

Das Tagebuch besticht durch seine einfache Handhabung, die Therapie ist enorm kostengünstig und das Buch ist mit 18 Euro erschwinglich. Die Form der Maßnahme ist für jeden Menschen ein spannendes Experiment, gerade wenn man zum Innehalten gezwungen ist. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, die physiotherapeutischen Behandlungen zu ergänzen, aber auch für sich selbst als Therapeut Eigensorge zu tragen. Für jeden, der schreiben kann, empfehlenswert.

Zur Autorin:
Silke Heimes hat Medizin studiert und weiß um den fatalen Zeitmangel unseres Gesundheitssystems. Für sie ein Grund, sich mit dem schreibenden Selbstmanagement auseinanderzusetzen, um den Patienten ein konstruktives Selbsthilfe-Mittel in die Hand zu geben. Seit Jahren setzt sie sich für die Schreibtherapie ein und bildet in ihren Kursen Therapeuten in Poesietherapie aus.

Ul.Ma. / physio.de

Bibliographie:
Silke Heimes
Ich schreibe mich gesund

dtv Verlagsgesellschaft
18,00 Euro
ISBN-13: 978-3423282222

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