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Helmut Schröder und Prof. Dr. Christian Kopkow
Lizenz: CC-BY •Diese Diskussion ist nicht neu, und sie wird an anderer Stelle ausführlich – und oft kritisch gegenüber den Therapieberufen – geführt. Der Heilmittel-Report 2026 hat jedoch einen anderen Schwerpunkt gesetzt, der in der öffentlichen Debatte bislang kaum vorkommt: die Qualität der Heilmittelversorgung. In 23 Kapiteln wird diskutiert, wie sich Qualität in der Heilmittelversorgung überhaupt messen lässt, wo es hakt – und was sich ändern müsste. Genau diese Themen lohnen einen genaueren Blick.
Warum ausgerechnet jetzt die Qualität im Fokus steht
Eine zentrale Beobachtung zieht sich durch den gesamten Report: Über die Qualität der Heilmittelversorgung ist erstaunlich wenig bekannt – ganz anders als etwa im Krankenhaussektor, wo es längst etablierte Qualitätsberichte und verbindliche Indikatoren gibt. So fehlt auch für die Physiotherapie bislang weitgehend, was anderswo selbstverständlich ist: Eine systematische Antwort auf die Frage, ob eine Behandlung wirklich gut war.
Genau hier setzt ein Grundlagenkapitel des Reports an, das sich mit der Frage beschäftigt, was Qualität in der Gesundheitsversorgung überhaupt bedeutet und wie sie sich messen lässt. Es geht eben nicht nur um Wartezeiten, Patientenzufriedenheit oder persönliche Meinungen, sondern auch um Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität – also auch darum, ob Physiotherapie tatsächlich zu einer messbaren Verbesserung von z. B. Funktion, Schmerz oder Lebensqualität führt. Solange solche Fragen für den Heilmittelbereich kaum systematisch beantwortet werden, bleibt auch unklar, wo wirklich Verbesserungsbedarf besteht – und wo die Versorgung längst gut funktioniert.
Akademisierung: Deutschland hinkt hinterher
Der Report behandelt auch die Frage, wie die Ausbildung der Heilberufe gestaltet sein sollte und fasst zusammen, dass in den meisten europäischen Ländern beispielsweise mindestens ein Bachelorabschluss Voraussetzung ist, um als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut zu arbeiten. Im Hinblick auf die überfällige Novellierung der gesetzlichen Grundlage ist Deutschland das Schlusslicht bei der Modernisierung der Gesundheitsberufe in Europa und insgesamt im internationalen Vergleich. Eine Differenzierung innerhalb der Berufe und bei der Aufteilung der Verantwortlichkeiten könnte – insbesondere auch vor einer möglichen Einführung des Direktzugangs – auch für Deutschland ein gangbarer Weg sein. Dass die Akademisierung kein Selbstzweck ist, sondern als Mittel zur langfristigen Sicherung der Versorgungsqualität verstanden werden sollte, wird im Heilmittel-Report 2026 ausgeführt.
Interprofessionelle Zusammenarbeit als Zukunftsmodell
Eng verbunden mit der Ausbildungsfrage ist ein weiteres großes Thema des Reports: die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Gesundheitsberufen.
Mehrere Beiträge beschäftigen sich damit, wie eine engere interprofessionelle Zusammenarbeit und Versorgung aussehen könnte – etwa durch interprofessionell und von Ärztinnen und Ärzten sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten gemeinsam abgestimmte Behandlungspfade oder einen direkteren Austausch zwischen den Berufsgruppen im Versorgungsalltag.
Die Grundidee dahinter: Patientinnen und Patienten mit komplexen Beschwerdebildern profitieren oft mehr von gut abgestimmten Teams. Wie sich das in den ohnehin dichten Praxisalltag integrieren lässt, bleibt eine offene Frage. Der Report liefert dazu aber erste konkrete Modelle und internationale Beispiele – und erklärt interprofessionelle Zusammenarbeit explizit zu einem der Zukunftsthemen der Branche, etwa im Hinblick auf das derzeit in Planung befindliche Primärversorgungssystem, die bereits in der Ausbildung vorbereitet werden muss.
Leitlinien als Schlüssel zu besserer Versorgungsqualität
Wenn es um konkrete Instrumente zur Qualitätsverbesserung geht, widmet der Report den Leitlinien besonders viel Raum – und das aus gutem Grund. Leitlinien enthalten berufsgruppenübergreifende Handlungsempfehlungen und sind ein nützliches Instrument zur Verbesserung der Versorgungsqualität in der Gesundheitsversorgung. An ihrer Entwicklung sind Berufsverbände und wissenschaftliche Fachgesellschaften aus dem Heilmittelbereich aktiv beteiligt – Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten wirken etwa aktiv am Zustandekommen von Empfehlungen mit und bringen berufsspezifische Expertise ein. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Problematisch sind zum aktuellen Zeitpunkt die mangelnde Bekanntheit und Umsetzung der vorhandenen Leitlinien. So gaben beispielsweise in einer deutschlandweiten Befragung nur rund 30 Prozent der teilnehmenden Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten an, die Nationale Versorgungsleitlinie zum nicht-spezifischen Kreuzschmerz zu kennen.
Die Lücke zwischen Leitlinienempfehlungen und Versorgungsalltag wird im Heilmittel-Report dargestellt, auch auf der Verordnungsseite: Im Rahmen des Qualitätsindikatorensystems für die ambulante Versorgung (QISA) von AOK und dem Göttinger aQua-Institut wurde ausgewertet, wie häufig Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Rückenschmerzen und mindestens vierwöchiger Arbeitsunfähigkeit tatsächlich leitliniengerecht Physiotherapie verordnet bekommen – mit dem Ergebnis, dass dies nur bei knapp der Hälfte der Fall war. Hier liegt also viel Potenzial für eine Verbesserung der Versorgung.
Das QISA-Beispiel zeigt zudem, wie wertvoll es sein kann, sich an Kooperationen zur Messung der Versorgungsqualität auf der Basis von Abrechnungsdaten zu beteiligen: Diese ohnehin vorliegenden Daten können helfen, blinde Flecken im Verordnungs- und Behandlungsverhalten sichtbar zu machen – eine Voraussetzung dafür, diese Lücken überhaupt gezielt schließen zu können.
Fazit
Insgesamt zeichnet der Heilmittel-Report 2026 ein Bild, das weit über Ausgabenkurven hinausgeht. Es geht auch um die Frage, wie sich die Physiotherapie als Profession weiterentwickelt – durch eine zeitgemäße Ausbildung, durch engere Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen, durch einen besseren Transfer von Forschung in die Praxis und durch eine Qualitätsmessung, die endlich auch im ambulanten Heilmittelbereich ankommt.
Der Heilmittel-Report 2026 macht deutlich: Die Frage „Wie teuer ist die Heilmittelversorgung?“ ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere – und etwa für die Zukunft der Physiotherapie vermutlich entscheidendere – Frage lautet: Wie gut ist sie wirklich, und woran lässt sich das festmachen? Wer sich nur mit den Kosten beschäftigt, übersieht die spannenderen und für die eigene Profession folgenreicheren Diskussionen, die der online frei verfügbare Heilmittel-Report 2026 in seinen 23 Kapiteln eröffnet.
Wir als Herausgebende des Heilmittel-Reports 2026 hoffen, dass wir mit diesem Sammelband eine Diskussion über die Qualität in der Heilmittelversorgung angestoßen haben. Wir würden uns wünschen, dass wir gemeinsam die im Report benannten offenen Fragen beantworten. Wir gehen davon aus, dass die Berufe im Heilmittelbereich dann in nicht zu ferner Zukunft ganz selbstbewusst den Nachweis erbringen können, dass jeder in die Heilmittelversorgung investierte Euro die Qualität der Versorgung der Patientinnen und Patienten erhöht. Wenn dadurch dann weniger Medikamente eingesetzt oder Operationen überflüssig gemacht werden, kann dies nicht nur viel Leid, sondern auch Kosten vermeiden helfen.
Prof. Dr. Christian Kopkow / Professor für Physiotherapie an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU)
Helmut Schröder / Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO)
Anmerkung der Redaktion:
Dieser Gastbeitrag kam explizit als Reaktion auf unseren kritischen Bericht zur AOK-Pressekonferenz zustande.
HeilmittelreportAOKKopkowGastbeitragLeitlinie
Warum wurde in diesen Ländern nie die Frage gestellt ,,Bringt Physiotherapie eigentlich Vorteile?"
Die ganze Welt wartet also auf diese geniale deutsche Studie?
Ich glaube nicht. Ich denke, dass andere Länder diese Frage schon längst beantwortet haben.
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Silv schrieb:
Die Akademisierung in diesen Ländern ist aus einem anderen Grundverständnis und beruflicher Identität als in Deutschland entstanden. Und aus einer Politik, die den Wert als solchen erkannt und begriffen hat, dass zur Physiotherapie wesentlich mehr gehört und gehören kann als Massage und Hydrotherapie.
Deutschland gibt gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit rund 11,7 % bis 12,8 % (je nach Berechnungsart der OECD) europaweit den höchsten Anteil für Gesundheit aus. Schweden liegt im Vergleich dazu konsequent bei etwa 11,0 % bis 11,2 % des BIP. 
Hier sind die Bereiche, in denen Deutschland durch das schwedische Modell massiv Kosten sparen würde – und die Kehrseiten, die diese Ersparnisse mit sich bringen:
1. Einsparungen bei der Verwaltung (Bürokratie)
Wegfall der Krankenkassen-Bürokratie: In Deutschland konkurrieren knapp 100 gesetzliche und zahlreiche private Krankenkassen. Jede Kasse hat eigene Vorstände, Verwaltungskosten, Marketingbudgets und IT-Systeme. Da Schweden das System zentral über Steuern und die 21 Regionen regelt, fällt dieser gesamte bürokratische Überbau weg. 
Einheitliche Abrechnung: Es gibt keine komplexen Abrechnungen zwischen Ärzten, kassenärztlichen Vereinigungen und verschiedenen Versicherungen. Krankenhäuser und Arztpraxen erhalten ihr Budget direkt von der Region. 
2. Einsparungen bei der Infrastruktur (Überversorgung)
Weniger Krankenhausbetten: Deutschland leistet sich im europäischen Vergleich eine extrem hohe Zahl an Krankenhausbetten und stationären Behandlungen. Schweden hat sein System radikal auf "ambulant vor stationär" umgestellt. Viele Behandlungen, für die man in Deutschland tagelang im Krankenhaus liegt, werden in Schweden tagesklinisch oder digital gelöst. 
Strikte Steuerung (Gatekeeping): In Deutschland kann jeder Patient direkt zum teuren Spezialisten (z. B. Kardiologen oder Orthopäden) gehen. In Schweden führt der erste Weg zwingend über das kommunale Gesundheitszentrum (Vårdcentral) zu einem Allgemeinmediziner. Dieser löst die meisten Fälle direkt, was teure Doppeluntersuchungen bei Fachärzten verhindert.
Die "versteckten Kosten" und Kehrseiten für Deutschland
Eine Eins-zu-eins-Kopierung würde nicht nur Geld sparen, sondern das gewohnte System drastisch verändern:
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Physoworld schrieb:
Wenn wir alle Krankenkassen abschaffen würden und das schwedische Modell übernehmen, dann würden wir 60 Milliarden einsparen 👍Wenn man jedoch die nackten Zahlen der Wirtschaftsleistung vergleicht, könnte Deutschland rechnerisch zwischen 20 und 60 Milliarden Euro pro Jahr einsparen.
Deutschland gibt gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit rund 11,7 % bis 12,8 % (je nach Berechnungsart der OECD) europaweit den höchsten Anteil für Gesundheit aus. Schweden liegt im Vergleich dazu konsequent bei etwa 11,0 % bis 11,2 % des BIP. 
Hier sind die Bereiche, in denen Deutschland durch das schwedische Modell massiv Kosten sparen würde – und die Kehrseiten, die diese Ersparnisse mit sich bringen:
1. Einsparungen bei der Verwaltung (Bürokratie)
Wegfall der Krankenkassen-Bürokratie: In Deutschland konkurrieren knapp 100 gesetzliche und zahlreiche private Krankenkassen. Jede Kasse hat eigene Vorstände, Verwaltungskosten, Marketingbudgets und IT-Systeme. Da Schweden das System zentral über Steuern und die 21 Regionen regelt, fällt dieser gesamte bürokratische Überbau weg. 
Einheitliche Abrechnung: Es gibt keine komplexen Abrechnungen zwischen Ärzten, kassenärztlichen Vereinigungen und verschiedenen Versicherungen. Krankenhäuser und Arztpraxen erhalten ihr Budget direkt von der Region. 
2. Einsparungen bei der Infrastruktur (Überversorgung)
Weniger Krankenhausbetten: Deutschland leistet sich im europäischen Vergleich eine extrem hohe Zahl an Krankenhausbetten und stationären Behandlungen. Schweden hat sein System radikal auf "ambulant vor stationär" umgestellt. Viele Behandlungen, für die man in Deutschland tagelang im Krankenhaus liegt, werden in Schweden tagesklinisch oder digital gelöst. 
Strikte Steuerung (Gatekeeping): In Deutschland kann jeder Patient direkt zum teuren Spezialisten (z. B. Kardiologen oder Orthopäden) gehen. In Schweden führt der erste Weg zwingend über das kommunale Gesundheitszentrum (Vårdcentral) zu einem Allgemeinmediziner. Dieser löst die meisten Fälle direkt, was teure Doppeluntersuchungen bei Fachärzten verhindert.
Die "versteckten Kosten" und Kehrseiten für Deutschland
Eine Eins-zu-eins-Kopierung würde nicht nur Geld sparen, sondern das gewohnte System drastisch verändern:
Frag die östereicher Rentner.
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frank691 schrieb:
@Physoworld Deutschland lernt aber nicht von seinen Nachbarn.
Frag die östereicher Rentner.
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Halbtitan schrieb:
Wenn sich schon so viele Länder in Bezug auf die Physiotherapie akademiesiert haben, dann frage ich mich:
Warum wurde in diesen Ländern nie die Frage gestellt ,,Bringt Physiotherapie eigentlich Vorteile?"
Die ganze Welt wartet also auf diese geniale deutsche Studie?
Ich glaube nicht. Ich denke, dass andere Länder diese Frage schon längst beantwortet haben.
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PT-Nik schrieb:
Nö. Die Krankenkassen haben einen Gesamtkosten-Pool. Der wird kleiner, wenn man mehr Geld in die Prävention steckt ua PT. Dadurch werden die Heilmittelausgaben höher, die generellen Gesamtkosten sinken, da ein bisschen Physio deutlich günstiger ist als überflüssige OPs.
Du bist ja ein Scherzkeks.
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frank691 schrieb:
@PT-Nik Prävention im Alltag ;-D
Du bist ja ein Scherzkeks.
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Unsichtbar schrieb:
Wer genau gelesen hat versteht, was die Autoren unter Qualität in der Versorgung meinen. Nämlich dauerhaft Kostenreduzierung durch Therapieeinsparungen. Also doch wieder die Kosten. Dabei bedeutet allgemein eine höhere Qualität, also bessere Versorgung, höhere Kosten.
Und wenn ich die Studien aus den Krankenhäusern sehe, wieso entsteht den den MRSA im Krankenhaus? Wieso entwickeln sich alle Patienten unterschiedlich?
Ich hab mal ein Vortrag aus einem Kranknehaus zur Wundversorgung und Nachbehandlung eines Knie TEPs gehört. NAch 2 Min dachte ich mir, ob er schon mal ein Knie in der Hand hatte.
Sofort Vollbelastung, Knie ist immer bei 0-0-90 und ist immer nur 4 Tage entzündet. Das wäre alles nach Studienlage konzipiert.
Es beginnt aber in der Ausbildung die geändert werden muss. Neigungsrichtungen schon früh abwickeln. Ich zum Beispiel bin nicht in der Pädiatrie und Gynokologie sowie der MAssage tätig. Was soll ich denn in der Ausbildung damit meine Zeit verschwenden. Aber die wenigsten wissen, was ein Dermatom ist.
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Inche schrieb:
In der Grundlage sollten wir alles behandeln.Dann sich zb zum Fach Physio für Geriatrie,Rheuma,Kinder,Sport oder Mittlerwile auch gerne für Mcf Fatigue oder anderes sich Qualifizieren u Spezialsiern zu können incl der entsprechenden Bezeichnung nach aussen wär was.So würde zielgerichteter eveidenter behandelt.Möglichkeiten zb einen Pat auch mal im Fitniss Studio zu begleiten oder mal am Arbeitsplatz direkt anpassungen begleiten zu können.Oder Angehörige u Pflegekräfte nur Einweisen statt wö Hb.Einen Physiotherapeutischen Beratungs Termin zb Bei Hilfsmittel,Op,Training Wohnraum,Pflege Ergonomie. Natürlich alls Kassen leistung incl Fahrt u Nebenkosten.Würde einige Vos einsparen und wäre der Prävention zu,zu Ordenen.
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FoetorExOre schrieb:
keine ahnung wo, aber knieteps haben mit mit ganz wenigen ausnahmen (wechsel, traumatisch mit begleitverletzung) hoffentlich inzwischen immer vollbelastung. alles andere lernt man in veralteten ausbildungen.
Dann kommt immer, wir nehmen den Normalfall. Es gibt keine Normalfälle, jeder Fall ist anders und bedarf einer genauen Untersuchung. Jede Athrose hat sich aus unterschiedlichesten Gründen gebildet. Schwarzenegger hat auch Athrose, aber sicher nicht vom Zurücklehnen.
Diese Studienlagenbehandlung erinnert mich an die LAptoptrainer Diskussion im Fussball.
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Andreas Bock schrieb:
@FoetorExOre das ist richtig. Und dann kommt Tante Erna mit Krankenhauskeim im Knie, mit Diabetes und ordentlichem Hunger auf Torte und Osteoporose.
Dann kommt immer, wir nehmen den Normalfall. Es gibt keine Normalfälle, jeder Fall ist anders und bedarf einer genauen Untersuchung. Jede Athrose hat sich aus unterschiedlichesten Gründen gebildet. Schwarzenegger hat auch Athrose, aber sicher nicht vom Zurücklehnen.
Diese Studienlagenbehandlung erinnert mich an die LAptoptrainer Diskussion im Fussball.
Bei deinem anderen Beitrag zum Thema Neigungsrichtungen, kann ich dir nicht ganz zustimmen, zumindest was die Gyn angeht. Davon sollte jeder Physio Ahnung haben, der Beckenboden ist bei vielen Patientinnen nicht unerheblich. Auch generell sollte man tiefergehende Einblicke in der Ausbildung in alle Fachbereiche erhalten, manch einer war dann doch überrascht, was einem Spaß macht.
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anika666 schrieb:
@Andreas Bock Ganz genau. Hab gerade eine Patientin, die leider eine Arthrofibrose entwickelt hat. Was die mir von der Reha erzählt hat, da würde ich von Körperverletzung sprechen. Hauptsache drauf! Mit Tilidin und Diclos zugeknallt worden und dann gib ihm. Wurde offiziell mit 90 Grad Beugung entlassen. Bei mir hatte sie, wenige Tage nach Entlassung, gut gemeinte 60 Grad. Hat sich dann leider sehr unschön für die Patientin entwickelt.
Bei deinem anderen Beitrag zum Thema Neigungsrichtungen, kann ich dir nicht ganz zustimmen, zumindest was die Gyn angeht. Davon sollte jeder Physio Ahnung haben, der Beckenboden ist bei vielen Patientinnen nicht unerheblich. Auch generell sollte man tiefergehende Einblicke in der Ausbildung in alle Fachbereiche erhalten, manch einer war dann doch überrascht, was einem Spaß macht.
Ahnung haben finde ich immer gut. Gefährliches Halbwissen weiter zu tragen, ist sehr gefährlich. Allerdings gibt es eben genau in der Medizin eben diese Spezialisierungen, damit die genannten Erkrankungen auch genausten untersucht oder wie in unserem Fall behandelt werden können. Das Medizinstudium ist ählich aufgebaut, allgemein Körper und dann kommt die Facharzt Ausbildung. So war es eher zu verstehen.
In der Physio machen alle Praxen alles.
Niemand sagt dir, oh wir haben kein Beckenboden Therapeuten.
Oh Kinder, ja die Können wir auch, sie müssen nur das Rezept auf normale Therapie ändern lassen, Kinder Bobath ist zu teuer für die Krankenkasse.
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Andreas Bock schrieb:
@anika666
Ahnung haben finde ich immer gut. Gefährliches Halbwissen weiter zu tragen, ist sehr gefährlich. Allerdings gibt es eben genau in der Medizin eben diese Spezialisierungen, damit die genannten Erkrankungen auch genausten untersucht oder wie in unserem Fall behandelt werden können. Das Medizinstudium ist ählich aufgebaut, allgemein Körper und dann kommt die Facharzt Ausbildung. So war es eher zu verstehen.
In der Physio machen alle Praxen alles.
Niemand sagt dir, oh wir haben kein Beckenboden Therapeuten.
Oh Kinder, ja die Können wir auch, sie müssen nur das Rezept auf normale Therapie ändern lassen, Kinder Bobath ist zu teuer für die Krankenkasse.
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Inche schrieb:
@anika666Bebo habe ich gerade Angefangen aber Sorry bestimmt Palpationen werde ich nicht durchführen.Der Aufwand mit den ganzen Protokolen müsste auch in 2 PD Termine gelegt werden u evtl mit einer Schablone im Pragram auswertbar sein.
Eine Spezialisierung würde auch die wohnortnahe Versorgung gefährden und da bin ich der Meinung, dass eine vielleicht nicht ganz ideale Versorgung immer noch besser ist als gar keine. In der Physiotherapie sind die wenigsten Therapien „gefährlich“. Im schlimmsten Fall wird es einfach nicht besser. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
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anika666 schrieb:
@Andreas Bock Das ist richtig. Aber die Physiotherapie ist bei weitem nicht so umfangreich, als dass man sich nicht mehrere Fachgebiete aneignen könnte. Es ist im Übrigen auch die Stärke der Physiotherapie, dass sie über den Tellerrand schaut. Ein schönes Beispiel sind Patientinnen mit Rückenbeschwerden. Da sollte man halt schon mal was vom Beckenboden gehört haben. Man muss da nicht gleich voll dabei sein, aber die ein oder andere Übung und grobe Einschätzung sollte schon vorhanden sein.
Eine Spezialisierung würde auch die wohnortnahe Versorgung gefährden und da bin ich der Meinung, dass eine vielleicht nicht ganz ideale Versorgung immer noch besser ist als gar keine. In der Physiotherapie sind die wenigsten Therapien „gefährlich“. Im schlimmsten Fall wird es einfach nicht besser. Ausnahmen bestätigen hier die Regel.
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anika666 schrieb:
@Inche Mach ich auch nicht. Miktionsprotokolle lass ich manchmal schreiben, aber sehr oft werden sie nicht korrekt und konsequent ausgefüllt. Ich habe da meine Vorgehensweise an die Realität angepasst.
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ali schrieb:
@Inche Es gibt Kolleginnen, die machen dass im Rahmen einer Privatleistung ggf. auch incl. Ultraschall. Dann wirklich zielgerichtete Therapie...
Im 2. Termin Palpation und Fragebogen angucken.
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pt ani schrieb:
@Inche Nö, das geht eigentlich ruckzuck, das macht die Erfahrung. Und ohne Palpation entgeht Dir wirklich etwas.
Im 2. Termin Palpation und Fragebogen angucken.
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Andreas Bock schrieb:
Wird den auch mal die Kompetenz der Verwaltung kontrolliert?
Und wenn ich die Studien aus den Krankenhäusern sehe, wieso entsteht den den MRSA im Krankenhaus? Wieso entwickeln sich alle Patienten unterschiedlich?
Ich hab mal ein Vortrag aus einem Kranknehaus zur Wundversorgung und Nachbehandlung eines Knie TEPs gehört. NAch 2 Min dachte ich mir, ob er schon mal ein Knie in der Hand hatte.
Sofort Vollbelastung, Knie ist immer bei 0-0-90 und ist immer nur 4 Tage entzündet. Das wäre alles nach Studienlage konzipiert.
Es beginnt aber in der Ausbildung die geändert werden muss. Neigungsrichtungen schon früh abwickeln. Ich zum Beispiel bin nicht in der Pädiatrie und Gynokologie sowie der MAssage tätig. Was soll ich denn in der Ausbildung damit meine Zeit verschwenden. Aber die wenigsten wissen, was ein Dermatom ist.
Es ist wie so oft: Man will ausschließlich Kosten senke und sucht sich dafür ein Feigenblatt, um irgendwie noch die Worte „Wissenschaft“ und „Evidenz“ unterzubringen.
Warum geht es in solchen Pressekonferenzen nicht mal ausschließlich und ernsthaft um die Qualität und den Nutzen?
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helmingas schrieb:
...weil derlei Konferenzen nur dazu da sind, um sich die eigenen Pöstchen zu sichern. Ich frage mich eh , was Schröder für einen Wert hat für die Versicherten. Tendiert gegen 0 Kelvin
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Jens Uhlhorn schrieb:
Wenn der Report schon so differenziert war, warum geht es bei der Pressekonferenz wieder nur um die Kosten und das angebliche Ausnutzen der Blankoverordnung?
Es ist wie so oft: Man will ausschließlich Kosten senke und sucht sich dafür ein Feigenblatt, um irgendwie noch die Worte „Wissenschaft“ und „Evidenz“ unterzubringen.
Warum geht es in solchen Pressekonferenzen nicht mal ausschließlich und ernsthaft um die Qualität und den Nutzen?
Gerne noch ein Bachelor Studium, das dann, nur weil es ein BSC. ist bestimmt die Behandlungsqualität sichert....ich freue mich auf die ganzen Neuerungen, um endlich Kosten an dem Punkt zu sparen, der eigentlich das Schnäppchen im Gesundheitssystem ist. Ich freue mich auf die 1000 Bewerbungen der vielen Berufseinsteiger, weil unser Beruf so attraktiv ist und künftig nicht attraktiver wird.
Sorry, musste mal raus. Ironie off.
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Lucky2004 schrieb:
Hach, ja.... unser Beruf wird immer schöner. So viel Wertschätzung, so wenig Bürokratie, keine Auflagen und schon garnicht 100000 Regeln, keine Verpflichtung Fobipunte zu bringen....
Gerne noch ein Bachelor Studium, das dann, nur weil es ein BSC. ist bestimmt die Behandlungsqualität sichert....ich freue mich auf die ganzen Neuerungen, um endlich Kosten an dem Punkt zu sparen, der eigentlich das Schnäppchen im Gesundheitssystem ist. Ich freue mich auf die 1000 Bewerbungen der vielen Berufseinsteiger, weil unser Beruf so attraktiv ist und künftig nicht attraktiver wird.
Sorry, musste mal raus. Ironie off.
Beim zentralen Beleg lohnt der genaue Blick. Die 714 € gegen 214 € sind durch zahlreiche Medien gelaufen, ungeprüft. Verglichen wird eine komplette Blanko-Episode mit einem einzelnen 6er-Rezept. Die AOK hat das auf Nachfrage eingeräumt, fair gerechnet bleibt gegenüber 642 € ein einstelliger Aufpreis. Diese Korrektur hat es weder auf die Bühne noch in diesen Beitrag geschafft.
Auf dem Podium saßen Wissenschaftler. Keiner der Beteiligten hat dem Vergleich oder der Steuerungsforderung von Frau Reimann widersprochen, dort nicht und in den Wochen danach öffentlich nicht. Wissenschaft, die nur dort nach vorne getragen wird, wo sie ins Haus passt, verliert ihren neutralen Anspruch. Wissenschaftlich redlich wäre, einzuräumen, dass diese Zahl dem eigenen Anspruch in der Öffentlichkeit nicht genügt, und das so deutlich zu sagen wie die angenehmen Befunde.
Der erste Schritt eines „wissenschaftlichen Instituts“ wäre, beim wissenschaftlichen Maßstab zu bleiben, auch wenn das Ergebnis gerade nicht ins Narrativ passt.
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der Michi schrieb:
Dieser Beitrag bringt die Themen, mit denen man bei uns Physios punktet: Akademisierung, interprofessionelle Zusammenarbeit, Leitlinien. Was die Pressekonferenz und die Pressemappe geprägt hat, fehlt hier: die Kostenerzählung und der Ruf nach einer Mengenbegrenzung. Dasselbe Haus hat auf der Bühne anders gesprochen. Das sollte der Mitleser nicht vergessen.
Beim zentralen Beleg lohnt der genaue Blick. Die 714 € gegen 214 € sind durch zahlreiche Medien gelaufen, ungeprüft. Verglichen wird eine komplette Blanko-Episode mit einem einzelnen 6er-Rezept. Die AOK hat das auf Nachfrage eingeräumt, fair gerechnet bleibt gegenüber 642 € ein einstelliger Aufpreis. Diese Korrektur hat es weder auf die Bühne noch in diesen Beitrag geschafft.
Auf dem Podium saßen Wissenschaftler. Keiner der Beteiligten hat dem Vergleich oder der Steuerungsforderung von Frau Reimann widersprochen, dort nicht und in den Wochen danach öffentlich nicht. Wissenschaft, die nur dort nach vorne getragen wird, wo sie ins Haus passt, verliert ihren neutralen Anspruch. Wissenschaftlich redlich wäre, einzuräumen, dass diese Zahl dem eigenen Anspruch in der Öffentlichkeit nicht genügt, und das so deutlich zu sagen wie die angenehmen Befunde.
Der erste Schritt eines „wissenschaftlichen Instituts“ wäre, beim wissenschaftlichen Maßstab zu bleiben, auch wenn das Ergebnis gerade nicht ins Narrativ passt.
Dass der Heilmittel-Report 2026 die Qualitätsdebatte aus der reinen Kostenspalte holt, ist überfällig. Nur: Wer den Report mitherausgibt und zugleich den freundlichen Gastbeitrag dazu schreibt, sitzt auf beiden Stühlen. Kopkow und Schröder benennen zu Recht die Unterversorgung beim Rückenschmerz – nur jeder Zweite mit leitliniengerechter Physiotherapie – ist ein Befund, den auch wir Praxisinhaber unterschreiben würden. Genau hier könnten standardisierte Outcome-Daten ansetzen, sobald Erhebung und Honorierung dafür geregelt sind.
Doch genau das, was die zugehörige Pressekonferenz und die Pressemappe geprägt hat, die Kostenerzählung und die geforderte Mengenbegrenzung bei der Blankoverordnung, kommt in ihrem eigenen Text nicht mehr vor. Das ist nicht Einordnung, das ist Auswahl und Narrativ-Bedienung des Auftraggebers.
Ein Institut, das „wissenschaftlich“ im Namen trägt, sollte vermeiden sich die jeweils bequeme Hälfte der eigenen Botschaft herauszusuchen.
Bestes Beispiel: die Zahl 714 € (Blankoverordnung) gegen 214 € (Regelverordnung), die durch die Medien lief – ein Vergleich einer ganzen 16-Wochen-Episode mit einem einzelnen 6er-Rezept, von denen es idR. 3 gibt. Die AOK hat das später eingeräumt; fair gerechnet bleibt ein übersichtlicher Aufpreis für Steuerungsaufwand und Diagnostik und erhöhte Verantwortung in der Vorsorgung. Im Gastbeitrag taucht diese Korrektur nicht auf.
Wer hier ernsthaft Qualität will, sollte auch ernsthaft investieren – in Ausbildung (ich plädiere für Dual), interprofessionelle Zusammenarbeit, eine Vergütung, die dem Fachkräftemangel Nr. 1 etwas entgegensetzt. Stattdessen droht mit Grundlohnsummenbindung plus 1-Prozent-Abschlag das Gegenteil. Dass die Branche gegen solche Eingriffe oft zu spät und zu zersplittert reagiert, weil sich ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen jahrelang nicht in Verbandsstrukturen organisiert hat, ist die unbequeme Kehrseite – aber kein Grund, berechtigte fachliche Kritik leiser vorzutragen.
An die Therapeut*innen: Lest den Report und den Beitrag, gerade weil sie gut geschrieben sind– und sucht das Gespräch mit allen, die für die Umsetzung Verantwortung tragen. An Patientinnen, Patienten und alle in diesem Berufsfeld: Diese Branche steht nicht für Kostenexplosion, sondern für eine Versorgung, die strukturell unterfinanziert war und gerade aufholt.
Wer das kappt, zahlt später drauf – nur (in der klinischen Versorgung) woanders.
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Sieghard Tuffert schrieb:
Qualität ja – aber bitte mit denselben Maßstäben, die man von uns einfordert.
Dass der Heilmittel-Report 2026 die Qualitätsdebatte aus der reinen Kostenspalte holt, ist überfällig. Nur: Wer den Report mitherausgibt und zugleich den freundlichen Gastbeitrag dazu schreibt, sitzt auf beiden Stühlen. Kopkow und Schröder benennen zu Recht die Unterversorgung beim Rückenschmerz – nur jeder Zweite mit leitliniengerechter Physiotherapie – ist ein Befund, den auch wir Praxisinhaber unterschreiben würden. Genau hier könnten standardisierte Outcome-Daten ansetzen, sobald Erhebung und Honorierung dafür geregelt sind.
Doch genau das, was die zugehörige Pressekonferenz und die Pressemappe geprägt hat, die Kostenerzählung und die geforderte Mengenbegrenzung bei der Blankoverordnung, kommt in ihrem eigenen Text nicht mehr vor. Das ist nicht Einordnung, das ist Auswahl und Narrativ-Bedienung des Auftraggebers.
Ein Institut, das „wissenschaftlich“ im Namen trägt, sollte vermeiden sich die jeweils bequeme Hälfte der eigenen Botschaft herauszusuchen.
Bestes Beispiel: die Zahl 714 € (Blankoverordnung) gegen 214 € (Regelverordnung), die durch die Medien lief – ein Vergleich einer ganzen 16-Wochen-Episode mit einem einzelnen 6er-Rezept, von denen es idR. 3 gibt. Die AOK hat das später eingeräumt; fair gerechnet bleibt ein übersichtlicher Aufpreis für Steuerungsaufwand und Diagnostik und erhöhte Verantwortung in der Vorsorgung. Im Gastbeitrag taucht diese Korrektur nicht auf.
Wer hier ernsthaft Qualität will, sollte auch ernsthaft investieren – in Ausbildung (ich plädiere für Dual), interprofessionelle Zusammenarbeit, eine Vergütung, die dem Fachkräftemangel Nr. 1 etwas entgegensetzt. Stattdessen droht mit Grundlohnsummenbindung plus 1-Prozent-Abschlag das Gegenteil. Dass die Branche gegen solche Eingriffe oft zu spät und zu zersplittert reagiert, weil sich ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen jahrelang nicht in Verbandsstrukturen organisiert hat, ist die unbequeme Kehrseite – aber kein Grund, berechtigte fachliche Kritik leiser vorzutragen.
An die Therapeut*innen: Lest den Report und den Beitrag, gerade weil sie gut geschrieben sind– und sucht das Gespräch mit allen, die für die Umsetzung Verantwortung tragen. An Patientinnen, Patienten und alle in diesem Berufsfeld: Diese Branche steht nicht für Kostenexplosion, sondern für eine Versorgung, die strukturell unterfinanziert war und gerade aufholt.
Wer das kappt, zahlt später drauf – nur (in der klinischen Versorgung) woanders.
Im laufe meiner Selbständigkeit hab ich einige Einsparwellen erlebt und das gequatsche von evidenzbasierter Therapie ist nicht neu.
Aber was heute läuft ist ne ganz andere Nummer, heute gibts für alles erst mal n A.... voll Experten, denen man soviel Kohle reinbläst dass das Wort Empathie erst gar nicht vorkommt.
Aber dafür gibts dann am Ende den Ethikrat, der dann begründet warum der Experthenrat recht hat.
Das Geld der Versicher könnte sinnvoller verwedet werden.
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michael81 schrieb:
Dazu kann ich nur sagen, ich bin froh dass ich Ende nächsten Jahres in Rente gehe.
Im laufe meiner Selbständigkeit hab ich einige Einsparwellen erlebt und das gequatsche von evidenzbasierter Therapie ist nicht neu.
Aber was heute läuft ist ne ganz andere Nummer, heute gibts für alles erst mal n A.... voll Experten, denen man soviel Kohle reinbläst dass das Wort Empathie erst gar nicht vorkommt.
Aber dafür gibts dann am Ende den Ethikrat, der dann begründet warum der Experthenrat recht hat.
Das Geld der Versicher könnte sinnvoller verwedet werden.
Kaum gesprochen wird über die eigentlichen Kernfragen der physiotherapeutischen Versorgung: über das handwerkliche Können des einzelnen Therapeuten, seine praktische Erfahrung, die Qualität der manuellen Behandlung, den direkten Kontakt zum Patienten, die richtige Wahl der Behandlungstechnik und vor allem über das konkrete Behandlungsergebnis beim einzelnen Menschen.
Stattdessen verlagert sich der Schwerpunkt immer stärker auf formalisierte Kriterien: Qualitätsindikatoren, Leitlinien, Akademisierung, interprofessionelle Zusammenarbeit, Datenauswertungen und Berichte. Das mag wissenschaftlich und modern erscheinen. Gleichzeitig eröffnet es jedoch ein nahezu unbegrenztes Feld, sich von den eigentlichen Problemen zu entfernen.
Die Gefahr besteht darin, dass aus diesen formalen Kriterien ein eigenständiger bürokratischer Apparat entsteht. Es entstehen neue Berichte, neue Qualitätsindikatoren, neue Kontrollsysteme, neue Arbeitsgruppen und neue Verwaltungsstrukturen. All dies bindet erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen, ohne dem Patienten zwangsläufig einen einzigen zusätzlichen therapeutischen Nutzen zu bringen.
Im Ergebnis können erhebliche Kosten entstehen, die weder der Behandlung noch dem Therapeuten noch dem Patienten zugutekommen. Man erhält dann nicht mehr Qualität, sondern lediglich deren bürokratische Darstellung: formale Kennzahlen, formale Dokumentation und formale Nachweise.
Die entscheidende Frage muss jedoch unverändert dieselbe bleiben: Hat die Behandlung dem konkreten Patienten tatsächlich geholfen? Hat sie Schmerzen reduziert, Funktionen verbessert und den Patienten wieder in seinen Alltag zurückgeführt? Wenn diese einfache und überprüfbare Frage durch immer neue bürokratische Konstruktionen ersetzt wird, wird das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern lediglich verwaltungstechnisch überdeckt.
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Vladimir Spiridonov schrieb:
Wichtig ist, was in diesem Beitrag gerade nicht thematisiert wird.
Kaum gesprochen wird über die eigentlichen Kernfragen der physiotherapeutischen Versorgung: über das handwerkliche Können des einzelnen Therapeuten, seine praktische Erfahrung, die Qualität der manuellen Behandlung, den direkten Kontakt zum Patienten, die richtige Wahl der Behandlungstechnik und vor allem über das konkrete Behandlungsergebnis beim einzelnen Menschen.
Stattdessen verlagert sich der Schwerpunkt immer stärker auf formalisierte Kriterien: Qualitätsindikatoren, Leitlinien, Akademisierung, interprofessionelle Zusammenarbeit, Datenauswertungen und Berichte. Das mag wissenschaftlich und modern erscheinen. Gleichzeitig eröffnet es jedoch ein nahezu unbegrenztes Feld, sich von den eigentlichen Problemen zu entfernen.
Die Gefahr besteht darin, dass aus diesen formalen Kriterien ein eigenständiger bürokratischer Apparat entsteht. Es entstehen neue Berichte, neue Qualitätsindikatoren, neue Kontrollsysteme, neue Arbeitsgruppen und neue Verwaltungsstrukturen. All dies bindet erhebliche finanzielle und personelle Ressourcen, ohne dem Patienten zwangsläufig einen einzigen zusätzlichen therapeutischen Nutzen zu bringen.
Im Ergebnis können erhebliche Kosten entstehen, die weder der Behandlung noch dem Therapeuten noch dem Patienten zugutekommen. Man erhält dann nicht mehr Qualität, sondern lediglich deren bürokratische Darstellung: formale Kennzahlen, formale Dokumentation und formale Nachweise.
Die entscheidende Frage muss jedoch unverändert dieselbe bleiben: Hat die Behandlung dem konkreten Patienten tatsächlich geholfen? Hat sie Schmerzen reduziert, Funktionen verbessert und den Patienten wieder in seinen Alltag zurückgeführt? Wenn diese einfache und überprüfbare Frage durch immer neue bürokratische Konstruktionen ersetzt wird, wird das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern lediglich verwaltungstechnisch überdeckt.
Wo könnte und müsste ein beteiligter Professor für PT die falsche Darstellung der Kosten zurechtrücken, wenn nicht wenigstens gegenüber den von der absichtsvollen Fehlberichterstattung seitens der AOK direkt betroffenen (oder gar geschädigten) Berufskollegen? Billiger kann man es nun wirklich nicht bekommen. Hat er sich hier schon wieder (sorry, aber ernsthaft) einen Maulkorb umhängen lassen oder eher noch selbst umgehängt, weil er unbedingt mit Herrn Schröder gemeinsam und übereinstimmend schreiben wollte? Was mag dahinter stecken?
Und ja - er hätte natürlich während der PK widersprechen, im Falle einer möglichen Überrumpelung spätestens aber danach eine Klarstellung veröffentlichen müssen, und zwar mit richtig Druck dahinter.
Dass er das nicht getan hat, ist mehr als traurig. Man stelle sich vor, wie Ärztevertreter Sturm gelaufen wären, wenn man sie als Feigenblatt für derartige Behauptungen missbraucht hätte.
Die Legitimation, für mich und unseren Berufsstand als Forscher zu agieren und dann in der Öffentlichkeit solche Unternehmungen zu begleiten, muss ich Herrn Kopkow hiermit absprechen, weil er offenbar nicht imstande ist, Fehlbehauptungen an entscheidenden Stellen rechtzeitig zu widersprechen, um ihre Veröffentlichung im ganz großen Rahmen zu verhindern, oder ggf eine Klarstellung zu veröffentlichen, meinetwegen als Minoritätenmeinung. Ich verstehe, dass wir alle lernen müssen, uns in diesen Spielen zu verhalten, aber wenn man über sich selbst lernt, dass man da so gar nicht agiert, dann muss man sich zurückziehen und etwas anderes suchen, das ist dann auch okay.
Ich für meinen Teil werde mich an Studienprojekten der Uni Cottbus, anders als wiederholt bisher, Stand jetzt erstmal nicht mehr beteiligen.
Da der Thread aber mehrere thematische Fäden hat, hier noch ein kleiner persönlicher Beitrag zu einem Aspekt der Akademisierung:
Ja, akademisch ausgebildete Therapeut:innen sind nach meiner Erfahrung (auch) fachlich besser als Fachschulabsolvent:innen, und zwar deutlich. Zudem macht es extrem viel Freude, mit ihnen zu arbeiten und in den Austausch zu gehen, weil sie so viel auf dem und im Werkzeugkasten haben.
Ich habe im Laufe einiger Jahre knapp 20 Uni-Praktikantinnen in meiner Praxis mit ausgebildet und davon 6 eingestellt. Hätte ich mehr Stellen frei gehabt, wären es mehr gewesen. In den ganzen Jahren war eine einzige Person dabei, der ich nicht mit Freude unsere Patient:innen anvertraut habe. Parallel habe ich Kontakt zu Praxen, die noch Praktika für Fachschüler:innen anbieten, dort sieht es deutlich anders aus:
Die Studierenden behandeln differenzierter, sie bekommen völlig anderes Wissen und Können vermittelt und sind souveräner im Umgang mit Menschen. Sie bewältigen selbständig die Informationsbeschaffung und Herausforderungen jeglicher Art, und sie sind absolut gewappnet und motiviert, ab Tag 1 a) menschlich großartig, einfühlsam, b) evidenzbasiert und zügigst zu behandeln. Das ist für mich übrigens das Gegenteil von widersprüchlich ...
Und das beste: Wenn sie Rat und Hilfe brauchen, melden sie sich, das ist für sie völlig selbstverständlich.
Gleichzeitig beschäftige ich natürlich auch einige an Fachschulen ausgebildete, erfahrene Therapeut:innen. So wie ich auch haben einige davon ein berufsbegleitendes Studium gemacht, und ausnahmslos alle haben mithilfe von internen Fortbildungen und durch den Austausch mit den studierten Therapeut:innen einen Stand erreicht, der mE ziemlich weit vom Fachschulstandard incl. der gängigen Fortbildungen entfernt ist.
Diejenigen, die in den Jahren da nicht mitwollten oder -konnten, haben sich andere Orte zum Arbeiten gesucht, an denen laaaange gemütliche Behandlungsserien, wundersames Handauflegen und selbst ausgedachte Erklärungen noch geschehen dürfen. (Das Leben kann so einfach sein ...)
Ich würde heute nur noch in größter Not junge Fachschulabsolvent:innen einstellen, aber ehrlich gesagt selbst dann eher gar nicht.
Insofern denke ich auch aus ganz eigener Erfahrung, dass Deutschland - oh Wunder - wie bei vielen anderen Themen, so auch in dieser Beziehung kein super Sonderfall ist, der eine super Sonderlösung mit ganz speziellen Ausnahmen braucht, sondern ich denke:
Die komplexe Profession Physiotherapie gehört eindeutig in den akademischen Rahmen, weil sie neben Liebe und Nähe zum Menschen nicht nur enorme Kenntnisse und einen souveränen Umgang mit Konfliktsituationen, sondern auch ein ehrliches Bekenntnis zur Wissenschaftlichkeit, die Fähigkeit zur Mustererkennung, die Bereitschaft zum ständigen intensiven Lernen und zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und dem der gesamten Profession erfordert. Auf der Basis könnten wir dann auch auf Augenhöhe kommunizieren und ernst genommene Player im Gesundheitswesen werden, hoffentlich, endlich.
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jensing schrieb:
Den differenzierten Beiträgen, die sich u.a. mit der leider (wie wohl in der PK, so nun wieder) schwachen Vorstellung von Herrn Kopkow beschäftigen, muss ich absolut zustimmen:
Wo könnte und müsste ein beteiligter Professor für PT die falsche Darstellung der Kosten zurechtrücken, wenn nicht wenigstens gegenüber den von der absichtsvollen Fehlberichterstattung seitens der AOK direkt betroffenen (oder gar geschädigten) Berufskollegen? Billiger kann man es nun wirklich nicht bekommen. Hat er sich hier schon wieder (sorry, aber ernsthaft) einen Maulkorb umhängen lassen oder eher noch selbst umgehängt, weil er unbedingt mit Herrn Schröder gemeinsam und übereinstimmend schreiben wollte? Was mag dahinter stecken?
Und ja - er hätte natürlich während der PK widersprechen, im Falle einer möglichen Überrumpelung spätestens aber danach eine Klarstellung veröffentlichen müssen, und zwar mit richtig Druck dahinter.
Dass er das nicht getan hat, ist mehr als traurig. Man stelle sich vor, wie Ärztevertreter Sturm gelaufen wären, wenn man sie als Feigenblatt für derartige Behauptungen missbraucht hätte.
Die Legitimation, für mich und unseren Berufsstand als Forscher zu agieren und dann in der Öffentlichkeit solche Unternehmungen zu begleiten, muss ich Herrn Kopkow hiermit absprechen, weil er offenbar nicht imstande ist, Fehlbehauptungen an entscheidenden Stellen rechtzeitig zu widersprechen, um ihre Veröffentlichung im ganz großen Rahmen zu verhindern, oder ggf eine Klarstellung zu veröffentlichen, meinetwegen als Minoritätenmeinung. Ich verstehe, dass wir alle lernen müssen, uns in diesen Spielen zu verhalten, aber wenn man über sich selbst lernt, dass man da so gar nicht agiert, dann muss man sich zurückziehen und etwas anderes suchen, das ist dann auch okay.
Ich für meinen Teil werde mich an Studienprojekten der Uni Cottbus, anders als wiederholt bisher, Stand jetzt erstmal nicht mehr beteiligen.
Da der Thread aber mehrere thematische Fäden hat, hier noch ein kleiner persönlicher Beitrag zu einem Aspekt der Akademisierung:
Ja, akademisch ausgebildete Therapeut:innen sind nach meiner Erfahrung (auch) fachlich besser als Fachschulabsolvent:innen, und zwar deutlich. Zudem macht es extrem viel Freude, mit ihnen zu arbeiten und in den Austausch zu gehen, weil sie so viel auf dem und im Werkzeugkasten haben.
Ich habe im Laufe einiger Jahre knapp 20 Uni-Praktikantinnen in meiner Praxis mit ausgebildet und davon 6 eingestellt. Hätte ich mehr Stellen frei gehabt, wären es mehr gewesen. In den ganzen Jahren war eine einzige Person dabei, der ich nicht mit Freude unsere Patient:innen anvertraut habe. Parallel habe ich Kontakt zu Praxen, die noch Praktika für Fachschüler:innen anbieten, dort sieht es deutlich anders aus:
Die Studierenden behandeln differenzierter, sie bekommen völlig anderes Wissen und Können vermittelt und sind souveräner im Umgang mit Menschen. Sie bewältigen selbständig die Informationsbeschaffung und Herausforderungen jeglicher Art, und sie sind absolut gewappnet und motiviert, ab Tag 1 a) menschlich großartig, einfühlsam, b) evidenzbasiert und zügigst zu behandeln. Das ist für mich übrigens das Gegenteil von widersprüchlich ...
Und das beste: Wenn sie Rat und Hilfe brauchen, melden sie sich, das ist für sie völlig selbstverständlich.
Gleichzeitig beschäftige ich natürlich auch einige an Fachschulen ausgebildete, erfahrene Therapeut:innen. So wie ich auch haben einige davon ein berufsbegleitendes Studium gemacht, und ausnahmslos alle haben mithilfe von internen Fortbildungen und durch den Austausch mit den studierten Therapeut:innen einen Stand erreicht, der mE ziemlich weit vom Fachschulstandard incl. der gängigen Fortbildungen entfernt ist.
Diejenigen, die in den Jahren da nicht mitwollten oder -konnten, haben sich andere Orte zum Arbeiten gesucht, an denen laaaange gemütliche Behandlungsserien, wundersames Handauflegen und selbst ausgedachte Erklärungen noch geschehen dürfen. (Das Leben kann so einfach sein ...)
Ich würde heute nur noch in größter Not junge Fachschulabsolvent:innen einstellen, aber ehrlich gesagt selbst dann eher gar nicht.
Insofern denke ich auch aus ganz eigener Erfahrung, dass Deutschland - oh Wunder - wie bei vielen anderen Themen, so auch in dieser Beziehung kein super Sonderfall ist, der eine super Sonderlösung mit ganz speziellen Ausnahmen braucht, sondern ich denke:
Die komplexe Profession Physiotherapie gehört eindeutig in den akademischen Rahmen, weil sie neben Liebe und Nähe zum Menschen nicht nur enorme Kenntnisse und einen souveränen Umgang mit Konfliktsituationen, sondern auch ein ehrliches Bekenntnis zur Wissenschaftlichkeit, die Fähigkeit zur Mustererkennung, die Bereitschaft zum ständigen intensiven Lernen und zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln und dem der gesamten Profession erfordert. Auf der Basis könnten wir dann auch auf Augenhöhe kommunizieren und ernst genommene Player im Gesundheitswesen werden, hoffentlich, endlich.
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