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Merz fordert mehr Sparanreize im Gesundheitswesen
27.03.2000 • 0 Kommentare

Im Gesundheitswesen müssen nach Auffassung von Unions-Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) noch mehr Anreize zur
Sparsamkeit geschaffen werden. Der «Bild am Sonntag» sagte Merz, als erstes sollte jeder Patient, auch wenn die Kosten von der Kasse direkt übernommen werden, vom Arzt eine Kopie der Rechnung an die Kasse erhalten. «Dann weiß jeder, was seine Behandlung kostet.» Ein nächster Schritt seien direkte Vereinbarungen zwischen Kassen und Ärzten. «Wenn die Krankenkassen mit Ärzten und Krankenhäusern, die
besonders leistungsfähig und kostenbewusst sind, ihre
Abrechnungsvereinbarung treffen, herrscht auch in dem Bereich Wettbewerb.»


Die freie Arztwahl bleibe bestehen, fügte Merz hinzu. «Aber es muss möglich sein, dass einzelne Leistungserbringer individuelle Vereinbarungen mit den Krankenkassen treffen. Nur wenn im Gesundheitswesen marktwirtschaftliche Gesetze greifen, haben wir
eine Chance, die Kosten in den Griff zu bekommen.» Außerdem müssten die Kassen künftig wie die Privatversicherung ihren Patienten eine Beitragsrückerstattung zahlen dürfen, wenn sie keine Leistung in Anspruch genommen haben.


In Zukunft könne die gesetzliche Krankenversicherung viele Bagatellfälle nicht mehr übernehmen. «Wer es bezahlen kann, der muss für Alltagskrankheiten wie Grippe oder Sportunfälle mit weniger schweren Folgen selbst aufkommen», forderte der CDU-Politiker. «Wer Geld für den Skiurlaub hat, muss auch den Gips selbst bezahlen, um die Solidargemeinschaft für die wirklich großen Risiken zu
erhalten.» Nur so lasse sich eine Zweiklassenmedizin verhindern.


Quelle: Hamburg (ADN)

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