Körperliche Aktivität bei Hüft- und Kniearthrosen 0

Literaturübersicht bestätigt erneut die Wirksamkeit von Bewegungsaktivitäten bei Arthrose in Hüft- und Kniegelenken.

02.10.2019

Für Physiotherapeuten ist schon seit langem klar, dass Bewegung einen positiven Einfluss auf die Symptome der Arthrose hat (interne Evidenz!). Diese Erkenntnis wurde, im Speziellen für den Gelenkverschleiß in Hüfte und Knie, nun mithilfe einer groß angelegten Literaturanalyse erneut bestätigt.

Mithilfe eines sogenannten Umbrella Reviews hat ein Wissenschaftlerteam aus den Vereinigten Staaten die Ergebnisse von elf Metaanalysen und systematischen Reviews abermals zusammengefasst und analysiert. Bei der Auswertung ging es ihnen insbesondere um die Auswirkungen von körperlicher Aktivität auf die Outcomes Schmerz, Körperfunktion, gesundheitsbezogene Lebensqualität und strukturelles Fortschreiten der Arthrose.

Die Autoren werteten die Daten von fast 26.000 Arthrosepatienten, die an insgesamt 261 Studien zu geplanten, strukturierten und wiederholten Bewegungsinterventionen aller Art teilnahmen, aus. Sie konnten nachweisen, dass die körperliche Aktivität zu Schmerzreduktion und verbesserter Funktionalität (starke Evidenz) sowie einer Erhöhung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (moderate Evidenz) geführt hat. Die in der amerikanischen Bewegungsleitlinie empfohlene Dosis von 150 Minuten moderatem Ausdauertraining oder 75 Minuten Muskelkrafttraining pro Woche reiche laut Autoren aus, um die positiven Effekte zu erzielen. Selbst bei Studien mit geringeren Trainingszeiten (45 Minuten moderates Ausdauertraining) konnte noch eine Verbesserung der Arthrosesymptomatik nachgewiesen werden.

Eine zusätzliche Analyse zu möglichen Schäden und Risiken durch Bewegung kam zu einem „negativen“ Ergebnis. Es konnten keine Hinweise auf die Beschleunigung des strukturellen Fortschreitens des Gelenkverschleißes aufgrund von körperlicher Aktivität gefunden werden.

Die Autoren sprechen auf Basis der Resultate eine klare Empfehlung für den Einsatz von Bewegungsinterventionen bei Arthrosepatienten aus. Aufgrund der ausreichenden Studienlage vermuten sie, dass weitere randomisierte kontrollierte Studien zu dieser Thematik keine neuen Erkenntnisse mehr bringen werden.

Ein Abstract der Literaturanalyse in englischer Sprache finden Sie hier.

Catrin Heinbokel / physio.de