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Kinderärzte warnen: Kinder nicht überfordern
11.03.2000 • 0 Kommentare

Zuviel und zu frühzeitige Förderung kann Kinder überfordern. Darauf weist der nordrheinische Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte angesichts der wachsenden Verunsicherung mancher Eltern hin. Viele Mütter und Väter lebten in ständiger Angst, eine mögliche Entwicklungsverzögerung nicht rechtzeitig entdeckt und
behandelt zu haben. Dies führe häufig dazu, dass sie ihr Kind mit Förderprogrammen aller Art überschütten, betont die Sprecherin des Verbandes, die Düsseldorfer Kinderärztin Sylvia Schuster.


Dabei werde leicht übersehen, dass sich jedes Kind nach seinem individuellen Entwicklungsplan entwickle. Ein strenges Muster, nach dem die einzelnen geistigen und körperlichen Entwicklungsschritte bei allen Kindern zur gleichen Zeit und in gleicher Qualität ablaufen, gebe es nicht. Aus dem Vergleich mit anderen Kindern oder der Lektüre von Ratgeberbüchern lasse sich noch keine
Entwicklungsverzögerung ableiten. Genau das täten aber viele Eltern, erläuterte Schuster. Von ihrem Kinderarzt erwarteten sie dann eine Art TÜV-Untersuchung, die endgültig klären solle, ob sich das Kind «normal» entwickle.


Eltern sollten die Entwicklung ihrer Kinder mit Augenmaß und Vertrauen begleiten. Eine «optimale» Entwicklung durch eine Förderung, die nicht dem Tempo des Kindes entspreche, sei sinnlos. Aus dem Frühstart werde dann nur allzu schnell ein Fehlstart ins Leben, warnte Schuster. Das Kind fühle sich überfordert, verliere den Spaß am Lernen und den Mut, Neues auszuprobieren.


Quelle: Düsseldorf (ADN)

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