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Interprofessionelle(s) Kommunikation und Lernen an der Charite
Gesundheitsberufe lernen Kommunikation
Projekte zum interprofessionellem Lehren und Lernen auf Augenhöhe stellen erste Ergebnisse vor.
09.09.2017 • 0 Kommentare

Inter-M-E-P-P und InterTUT heißen die Projekte, welche die Verständigung ohne Ansehen der Hierarchie zu ihrem Ziel erklärt haben. Federführend dabei ist die Charité Universitätsmedizin Berlin. „Speziell im medizinischen Bereich bedeuten Bildungsgrade immer Hierarchien“, so die pädagogische Geschäftsleiterin Dr. Marianne Rabe. Das führt häufig zu Unmut und Missverständnissen. Damit die verschiedenen Gesundheitsberufe sinnvoll miteinander reden lernen, hat das Projekt Inter-M-E-P-P ein Konzept für Lehrveranstaltungen entwickelt, bei denen Studierende der Medizin, der Ergotherapie, der Physiotherapie und der Pflege lernen, Konflikte im Team zu lösen.

Für das Inter-M-E-P-P Angebot an den Hochschulen war eine Lenkungsgruppe aus Vertretern aller vier Berufsgruppen verantwortlich. Teilgenommen haben die Charité, die Alice Salomon Hochschule und die Evangelische Hochschule Berlin. Insgesamt fanden von Mitte Juni 2014 bis Mitte Juli 2015 zwölf Tutorien statt, an denen 74 Studierende der verschiedenen Professionen teilnahmen. Medizinstudenten und Schüler der Gesundheits-und Krankenpflege machten dabei besonders häufig mit.

Themen waren unter anderem Team und Teamarbeit mit fallbezogenen Analysen sowie Rollen und Verantwortungsbereiche, bei denen es zu Austausch über Vorurteile kam, auch die Themen Schnittstellen und Tätigkeitsfeldern wurden abgearbeitet. Die erste Evaluation ergab, dass die Befragten die Wertschätzung durch andere Berufsgruppen als sehr wichtig empfanden. Jeder sprach sich positiv gegenüber der Kommunikation auf Augenhöhe aus. 81 Prozent fühlten sich weder über-noch unterfordert, während sich 19 Prozent die Lehreinheiten noch intensiver gewünscht hätten.

Trotz dieser allgemeinen Zufriedenheit war der organisatorische Aufwand sehr hoch und Terminabsprachen für die Lehreinheiten schwierig. In der Zukunft wünscht man sich hier mehr Kommunikation zwischen den Hochschulen. Die Projektkoordinatorin Karin Reichel von der Charité berichtet, dass sich inzwischen die Studenten den Besuch solcher Tutorien anrechnen lassen können. Das habe auch die Teilnehmerzahl erhöht.

„Die Herausforderung ist es jetzt, die Lehrveranstaltung dauerhaft in die Curricula der drei Hochschulen zu implementieren und auch national Interesse dafür zu wecken“, so die Projektkoordinatoren der Charité. Ob das Projekt weitergeführt werden kann, liegt an der Finanzierung. Geldgeber bis August war die Robert-Bosch-Stiftung im Rahmen ihres Programms „Operation Team“.

Ul.Ma. / physio.de

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