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unspezifischer Rückenschmerz: Prognose
Das Orakel für Rückenschmerzen
Australier veröffentlichen Prognoseparameter für Rückenschmerzpatienten.
21.02.2017 • 0 Kommentare

Ein Ärzteteam rund um Tatiane da Silva hat an der Universität in Sydney ein Prognosemodell für die ersten drei Monate von Rückenschmerzpatienten erstellt. Die in bisherigen Rückenschmerzleitlinien angegebenen sehr guten Prognosen und die oftmals für 90% aller Lumbalbeschwerden versprochene Schmerzfreiheit innerhalb von 6 Wochen, regten die Mediziner zum Nachdenken an.

Da durchschnittlich jeder sechste Ottonormalbürger an einem willkürlichen Tag Rückenschmerzen angibt, machte sich da Silva daran, Faktoren im akuten Krankheitsverlauf zu analysieren. 1070 Patienten wurden eine Woche, einen Monat und drei Monate nach ihrem ersten Arztbesuch wegen akuter Lumbalbeschwerden befragt.

Faktoren, die es ermöglichen sollen, die Wahrscheinlichkeit der Genesung vorherzusagen sind:

* Dauer der aktuellen Schmerzepisode:
Anzahl der Tage: 7-14, 15-23 oder 24-56

* Zahl vorhergegangener Episoden:
0-2, 3-8 oder 9-150

* Depressionsscore:
0-10, je höher desto depressiver

* Schmerzlinderung nach einer Woche:
Verbesserung/Verschlechterung auf der Numerischen Ratingskala (NRS)

* Schmerzintensität nach einer Woche:
NRS 1-10

Unser fiktiver Patient:
Einem Rückenschmerzpatienten in einer akuten Episode von 7-14 Tagen, ohne frühere Episoden, mit niedrigem Depressionsscore und gelinderten Schmerzen nach einer Woche, kann also prophezeit werden, dass er innerhalb von 3 Monaten zu 97% schmerzfrei ist.
Hat dagegen ein Patient eine längere Episodendauer, einige vorherige Schmerzepisoden, einen hohen Depressionsscore und keine Linderung seiner starken Schmerzen, stehen seine Chancen auf eine Genesung innerhalb von drei Monaten nur bei ca 30%.

Die Prognosemethode der Australier überzeugte durch die Übereinstimmung der vorhergesagten und tatsächlich beobachteten Endergebnisse. Angaben zu Spezifität und Sensitivität machten die Autoren jedoch nicht. Die Mediziner wollen das Modell zunächst noch in einer randomisierten, kontrollierten Studie validieren.
Welche Konsequenzen sich aus ihrem Vorhersagemodell nun ergeben - z.B. die Frage, ob Patienten mit einer niedrigen Genesungswahrscheindlichkeit künftig nicht mehr behandelt werden sollen - diese Antwort blieben die Autoren leider ebenfalls schuldig.
Zumindest kann mann festhalten, dass demnächst - im Gegensatz zu einem Orakel - wohl kein Medium mehr nötig sein wird, um hochdepressiven, schmerzgeplagten Rückenpatienten vorherzusagen, dass sie wohl demnächst eher nicht beschwerdefrei sein werden.

Daniela Pfleger / physio.de

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