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Anspruchsvolle Wandertouren trotz Arthrose - Ist das ratsam?
Lizenz: CC-BY •Methodik
Im Rahmen das GLA:D Programms werden zu Beginn der Teilnahme verschiedene Daten der PatientInnen erhoben – darunter auch eine Selbsteinschätzung der körperlichen Aktivität anhand der University of California, Los Angeles Activity Scale (UCLA-AS). Diese Skala geht von 1 – „völlig inaktiv“ bis 10 „regelmäßige Teilnahme an High-Impact-Sport“. Die 9 steht für „gelegentliche Partizipation“ an solchen Sportarten.
Die Forschungsgruppe wertete die Daten von 17.661 PatientInnen aus. Von ihnen hatten 5.911 Beschwerden der Hüfte und 11.750 am Knie. In beiden Subgruppen gaben rund fünf Prozent der Personen an, mindestens gelegentlich an High-Impact-Sport teilzunehmen. Weitere gut 20 Prozent bewerteten ihr Aktivitätsniveau mit 7 bis 8 Punkten (hohe Intensität). Als Outcome wurde die Angabe der TeilnehmerInnen zur Implantation einer Endoprothese ein Jahr nach Beginn des GLA:D Programms festgelegt.
Ergebnis
Die Chance (Odd) keine Hüft-TEP erhalten zu müssen, war bei Personen die gelegentlich bis regelmäßig an High-Impact-Sport teilnahmen um 36 bis 48 Prozent besser als bei den anderen Gruppen. Während sich in der High-Impact-Sport-Gruppe nur knapp 4,6 Prozent der PatientInnen einer TEP-OP innerhalb von 12 Monaten unterzogen hatten, benötigten dies in den anderen Gruppen zwischen 7,8 bis 9,7 Prozent.
Bei den PatientInnen mit Kniearthrose zeigten sich keine Unterschiede. In nahezu allen Aktivitätssubgruppen hatten rund 2,5 Prozent der TeilnehmerInnen eine Knie-TEP innerhalb der ersten 12 Monate erhalten. Einzig in der Gruppe mit „Low-Activity“ (Score 1 bis 4) hatten mehr als 3 Prozent eine Operation.
Limitationen
Die AutorInnen der Studie haben auf Grundlage bisheriger Forschungserkenntnisse eine Bereinigung der Ergebnisse um mögliche Störfaktoren vorgenommen. Dennoch ist es möglich, dass die berücksichtigten Faktoren nicht alle Variablen mit Einfluss darstellen. Außerdem ist der Beobachtungszeitraum von 12 Monaten möglicherweise zu kurz. Das Querschnittsdesign ohne wiederkehrende Erhebung des Aktivitätsniveaus kann zusätzliche Verzerrung mit sich bringen.
Fazit
Bei diesem Studiendesign ist zu bedenken, dass keine direkten Kausalschlüsse gezogen werden dürfen. Diese Arbeit ist eine erste Annäherung an die Fragestellung und dient damit nur als Grundlage für weiterführende Forschung mit direkten Vergleichsgruppen im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie. Dennoch deuten die Erkenntnisse an, dass die noch weit verbreiteten Verbote von (hoch-)intensiven Aktivitäten übertrieben sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die weiterführende Forschung entwickelt und welche Erkenntnisse gezielte, randomisiert kontrollierte Longitudinalstudien mit langen Nachbeobachtungszeiträumen liefern.
Martin Römhild B.Sc. / physio.de
ArthroseSportHüft-TEPKnie-TEPGLA:DStudie
High-Impact-Sport betreiben, bezüglich der eigenen Schmerzwahrnehmung und auch der Fähigkeit zur Schmerztoleranz eine gewisse Robustheit entwickelt haben.
Auch was den Ergeiz angeht, trotz anhaltender Beschwerden weiter zu machen, vermute ich in dieser Gruppe eher eine Häufung.
Da kommt die Entscheidung zur TEP vielleicht später.
Sicherlich spielen da Schmerz/Entzündungs Hemmer auch ein Rolle.
Bitte jetzt nicht falsch verstehen; ich bin nicht grundsätzlich gegen High-Impact-Sport bei Arthrose. Aber ich halte es nur für sehr schwierig ein Für,- oder Wieder bezüglich Sportlicher Belastung zu objektivieren.
In wiefern könnte da eine bildgebende Kontrolle bezüglich möglicher erkennbarer Veränderung der Gelenkstrukturen eine Rolle spielen?!
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anika666 schrieb:
Ich halte von Verboten gar nichts. Ich kläre auf und fertig. Alles andere liegt in der Entscheidung der betreffenden Person. Schmerz ist sehr subjektiv. Ich hatte mal einen Radfahrer, der ein solch deformiertes Knie hatte, dass das Kreuzband bei einer Arthroskopie nicht mehr auffindbar war. Radfahrer ging gerade noch so. Andere Menschen hätten sich das Knie schon Jahre vorher operieren lassen. Eine bildgebende Kontrolle hat in meinen Augen keine Aussagekraft.
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Stefan Preißler schrieb:
Gehen wir einmal davon aus, daß Personen, welche schon länger regelmäßig
High-Impact-Sport betreiben, bezüglich der eigenen Schmerzwahrnehmung und auch der Fähigkeit zur Schmerztoleranz eine gewisse Robustheit entwickelt haben.
Auch was den Ergeiz angeht, trotz anhaltender Beschwerden weiter zu machen, vermute ich in dieser Gruppe eher eine Häufung.
Da kommt die Entscheidung zur TEP vielleicht später.
Sicherlich spielen da Schmerz/Entzündungs Hemmer auch ein Rolle.
Bitte jetzt nicht falsch verstehen; ich bin nicht grundsätzlich gegen High-Impact-Sport bei Arthrose. Aber ich halte es nur für sehr schwierig ein Für,- oder Wieder bezüglich Sportlicher Belastung zu objektivieren.
In wiefern könnte da eine bildgebende Kontrolle bezüglich möglicher erkennbarer Veränderung der Gelenkstrukturen eine Rolle spielen?!
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