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Prävalenz
Veränderungen der Rotatorenmanschette
Ein Vergleich zwischen symptomatischen und beschwerdefreien Schultern
09.04.2026 • 1 Kommentar
Lizenz: CC-BY •
Dass der menschliche Körper im Alter zunehmend strukturellen Veränderungen unterliegt, ist nichts Neues. Äußerlich – von grauen Haaren bis zur faltigen Haut – wird dies auch allgemein akzeptiert, ohne zu katastrophisieren.

Spricht man jedoch von Veränderungen am Muskel-Skelettsystem, entstehen häufig Assoziationen mit Beschwerden wie Schmerzen und Bewegungs­ein­schränkungen. Dabei zeigt die bisherige Forschung, dass die altersbedingten Veränderungen im Inneren (beispielsweise an der Wirbelsäule) im gleichen Maße als physiologisch anzusehen sind wie der äußerliche Wandel.

Eine groß angelegte Studie aus Finnland zeigt nun ein weiteres Mal auf, wie wahrscheinlich „Schäden“ an der Rotatorenmanschette sind, ohne Symptome auszulösen.

Methodik
Die ForscherInnen rekrutierten eine repräsentative Stichprobe der 41- bis 76-jährigen Finnen. Ausgeschlossen wurden ProbandInnen, die sich aufgrund medizinischer Kontraindikationen keiner MRT-Untersuchung unterziehen konnten oder eine Schulter-Endoprothese hatten. Die 602 TeilnehmerInnen waren im Median 58 Jahre alt. Um die Aussagefähigkeit der Ergebnisse zusätzlich zu stärken, wurden immer beide Seiten im MRT bewertet. Durch diesen „In-Person-Vergleich“ standen am Ende 1.204 Schultern zur Auswertung zur Verfügung.

Ergebnisse
Allgemeine Prävalenz
Bei 98,7 Prozent der ProbandInnen stellten die WissenschaftlerInnen Veränderungen an der Rotatorenmanschette fest. Von ihnen hatten nur 110 Personen (18,3 Prozent) Beschwerden. Da sich bei den meisten symptomatischen TeilnehmerInnen die Probleme auf eine Seite beschränkten, waren sogar nur 10,8 Prozent (n = 126) der Schultern, bei denen radiologische Befunde vorlagen, tatsächlich symptomatisch.

Altersverlauf
In der Auswertung zeigte sich mit steigendem Alter – in 5-Jahres-Schritten – eine konsequente Zunahme an Veränderungen. So wiesen noch 7 Prozent der 41- bis 44-jährigen Männern und 15 Prozent der Frauen ein normales Sehnenintervall auf. Bei den über 65-Jährigen war keine einzige Rotatorenmanschette mehr frei von Befunden. Im gleichen Zeitraum stieg die Wahrscheinlichkeit von Totalrupturen (Full-Thickness-Tear – FTT) von 0 auf 15 bis 28 Prozent.

Größerer Schaden gleich mehr Beschwerden?
Bei der Subgruppenanalyse zeigte sich ebenfalls keine direkte Verbindung zwischen MRT-Ergebnissen und der Symptomwahrscheinlichkeit. Weder bei Teil- noch Totalrupturen der Rotatorenmanschette bestand ein klinisch relevanter Unterschied in der Häufigkeit von Beschwerden. Eine beidseitige FTT war bei 26 ProbandInnen erkennbar. Von ihnen äußerten 17 keine Symptome; fünf berichteten von Beschwerden in einer Schulter und vier in beiden Schultern. Es ist also viereinhalbmal so wahrscheinlich, dass die FFT symptomfrei verläuft, als dass sie Beschwerden auslöst.

Fazit
Diese Erkenntnisse bestätigen ein weiteres Mal die bisherige Evidenz, dass strukturelle Veränderungen eine alterungsbedingte Normalität darstellen. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen den MRT-Befunden und einer Symptomatik.

Aufgrund dieser Ergebnisse ist davon auszugehen, dass Beschwerden der Schulter trotz „auffälliger“ radiologischer Befunde nicht direkt auf diese strukturellen Veränderungen zurückgeführt werden sollten. Dies stützt gleichzeitig die Empfehlung der aktuellen Leitlinie: die konservative Versorgung sollte immer das erste Mittel der Wahl darstellen.

Martin Römhild B.Sc. / physio.de

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RotatorenmanschetteRupturAlterPrävalenzSchulterStudie


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Stefan Preißler
Vor einer Woche
Danke für diesen Artikel.
Die Erkenntnisse der genannten Studie decken sich mit meinen Erfahrungen und meinen Kenntnissen über die Funktionsweise des menschlichen Organismus.
Passt auch ganz gut zur Diskussion über die Frozen Shoulder!
Und auch den Beitrag über Ursachen von Tendinopathien könnte man da noch als Beiwerk mit einreihen.
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• Jytte
Danke für diesen Artikel. Die Erkenntnisse der genannten Studie decken sich mit meinen Erfahrungen und meinen Kenntnissen über die Funktionsweise des menschlichen Organismus. Passt auch ganz gut zur Diskussion über die Frozen Shoulder! Und auch den Beitrag über Ursachen von Tendinopathien könnte man da noch als Beiwerk mit einreihen.
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Stefan Preißler schrieb:

Danke für diesen Artikel.
Die Erkenntnisse der genannten Studie decken sich mit meinen Erfahrungen und meinen Kenntnissen über die Funktionsweise des menschlichen Organismus.
Passt auch ganz gut zur Diskussion über die Frozen Shoulder!
Und auch den Beitrag über Ursachen von Tendinopathien könnte man da noch als Beiwerk mit einreihen.



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