Das bieten wir:
-Interdisziplinäres Arbeiten: In
einem hochqualifizierten und
ausgesprochen sympathischen Team
-Strukturierter Alltag: Geregelte
Arbeitszeiten ohne Wochenenddienst
mit überdurchschnittlich viel
Therapiezeit
-Fachliche Entfaltung: Raum für
Eigeninitiative und
Spezialisierungen
-Starker Start: Intensive
Einarbeitungszeit für einen
sicheren Einstieg
Wir wünschen uns:
-Eine abgeschlossene
Ausbildung/Studium als
PhysiotherapeutIn
-Von BerufsanfängerInnen:
Neugierde und ...
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Wartezeiten steigen trotz Reformen
Die ausgewertete Versichertenbefragung, auf die sich die Bundesregierung beruft, bezieht sich auf GKV-Versicherte, die mindestens einen Tag auf einen Facharzttermin warten mussten. Der Trend zeigt klar nach oben. Während politische Maßnahmen seit Jahren auf schnelleren Zugang abzielen, empfinden laut GKV-Spitzenverband inzwischen rund 30 Prozent der Versicherten die Wartezeiten als zu lang oder viel zu lang. Zufriedener äußern sich PatientInnen vor allem dort, wo HausärztInnen Termine koordinieren.
Offene Sprechstunden als Kostentreiber
Parallel zu den steigenden Wartezeiten haben sich die Ausgaben für offene Sprechstunden vervielfacht. Für extrabudgetär vergütete Leistungen in diesem Bereich zahlten die Krankenkassen 2023 rund 814 Millionen Euro. 2022 waren es 547 Millionen Euro, 2020 noch 291 Millionen Euro. Hintergrund ist die Verpflichtung bestimmter FachärztInnen, mindestens fünf Stunden pro Woche offene Sprechstunden ohne Termin anzubieten. Diese werden zusätzlich vergütet und sollten den Zugang erleichtern.
In der Praxis bleibt der Effekt begrenzt. Die Linken-Abgeordnete Julia-Christina Stange spricht von einem Rohrkrepierer: mehr Kosten bei schlechterer Leistung. Auch Gesundheitsministerin Nina Warken räumt ein, dass die Anreize offenkundig nicht zu nachhaltigen Verbesserungen geführt haben.
Terminservicestellen liefern bessere Werte
Ein anderes Bild zeigt die Terminvermittlung über die Servicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen, etwa über die Rufnummer 116117. Von rund 1,6 Millionen Terminbuchungen im Jahr 2024 wurden 97 Prozent fristgerecht vermittelt. Die durchschnittliche Vermittlungsdauer lag bei elf Tagen und damit sogar leicht unter dem Vorjahreswert.
Die gesetzliche Vorgabe sieht eine Vermittlung innerhalb einer Woche vor, mit einem Behandlungstermin spätestens nach vier Wochen.
Diese Zahlen stehen allerdings im Spannungsverhältnis zum subjektiven Erleben vieler PatientInnen. Während die Statistik eine funktionierende Vermittlung nahelegt, bleibt der Zugang im Alltag häufig schwierig – insbesondere ohne hausärztliche Steuerung.
Bundesrechnungshof sieht Fehlanreize
Rückendeckung für die Kritik kommt vom Bundesrechnungshof. In einem aktuellen Kontrollbericht bescheinigt er dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) massive Fehlanreize. Trotz Mehrausgaben von rund 2,9 Milliarden Euro seit 2019 hätten sich die Wartezeiten verlängert. Ein adäquater Behandlungszuwachs sei nicht erkennbar. Der Rechnungshof empfiehlt, die extrabudgetären Vergütungsregelungen des TSVG vollständig zu streichen!
Interne Hinweise auf Doppelfinanzierungen seien dem Bundesgesundheitsministerium seit Jahren bekannt gewesen. Gesetzliche Korrekturen blieben dennoch aus. Die vorgeschriebene Evaluation des Gesetzes verzögert sich weiter.
Offener Schlagabtausch zwischen Rechnungshof und Ärzteschaft
Neu ist vor allem die Schärfe der Reaktionen. Während der Bundesrechnungshof die extrabudgetären Vergütungen des TSVG als verzichtbar einstuft und ihre sofortige Streichung empfiehlt, weist die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Kritik entschieden zurück. Die KBV-Vorstände sprechen von fehlender Kenntnis der Versorgungsrealität und warnen vor vorschnellen Schlüssen. Von rund 600 Millionen Behandlungsfällen pro Jahr entfielen lediglich etwa 30 Millionen auf TSVG-Konstellationen. Aussagen zur tatsächlichen Wirkung seien daher noch nicht belastbar.
Zugleich wehrt sich die Ärzteschaft gegen den politischen Erwartungsdruck. Bereits heute würden im fachärztlichen Bereich rund 40 Millionen Termine ohne zusätzliche Vergütung erbracht. Würden die bestehenden Anreize gestrichen, so die KBV, werde eine sinnvolle Patientensteuerung weiter erschwert. Forderungen nach immer schnelleren Terminen und Garantien bezeichnete sie als populistisch.
Krankenkassen sehen strukturelles Versagen
Die Krankenkassen stützen dagegen die Kritik des Rechnungshofs. TK-Vorstandschef Jens Baas spricht von einer bitteren Bilanz: Milliarden an Beitragsmitteln seien geflossen, ohne dass sich der Zugang zur fachärztlichen Versorgung spürbar verbessert habe. Auch der AOK-Bundesverband sieht im Rechnungshofbericht ein Schlaglicht auf Ineffizienz und Reformbedarf der ambulanten Versorgung. Die verlängerten Wartezeiten seien kein statistischer Ausreißer, sondern Ausdruck fehlender Steuerung.
Damit verdichtet sich der Konflikt zwischen Ärzteschaft, Kassen und Politik. Während die einen vor Überforderung der Praxen warnen, fordern andere ein Ende kostspieliger Fehlanreize. Klar wird: Ohne strukturelle Neuordnung der ambulanten Versorgung – jenseits einzelner Vergütungsinstrumente – bleibt die Terminfrage ungelöst.
Strukturfrage statt Einzellösung
Die Debatte zeigt ein bekanntes Muster: Einzelne Instrumente werden ausgeweitet, ohne die Versorgungsstrukturen insgesamt neu zu ordnen. Die Bundesregierung plant daher nun ein Primärversorgungssystem, das stärker nach medizinischer Dringlichkeit steuern soll. Auch die Rolle der Terminservicestellen soll dabei überprüft werden.
Ob das reicht, bleibt offen. Klar ist: Mehr Geld allein verkürzt keine Wartezeiten. Ohne strukturelle Reformen, bessere Steuerung und eine stärkere Einbindung weiterer Gesundheitsfachberufe bleibt der Zugang zur fachärztlichen Versorgung ein Engpass – mit steigenden Kosten und wachsender Unzufriedenheit.
O.G. / physio.de
ÄrzteKritikTSVGDIE LINKEGKVKBV
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Stefan Preißler schrieb:
Direktzugang thinking_face
Man sollte erst Gremien reformieren, bevor man andere Reformen durchsetzt
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Teilzeit-Leser schrieb:
Die meisten Gesetze werden umgesetzt, ohne vorher mit echten Praktikern zu sprechen.
Man sollte erst Gremien reformieren, bevor man andere Reformen durchsetzt
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Kalle1 schrieb:
Mehr und längere Öffnungszeiten wäre vielleicht ne Lösung .,
Und dafür vervierfachen sich die Kosten innerhalb von 3 Jahren und man beklagt sich, dass nun die Kassen leer sind!?!?
Ganz mein Humor.
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Andreas Bock schrieb:
Verstehe ich den Text richtig. Die Ärzte bekommen mehr Geld, wenn sie eine Behandlung durchführen, nur weil sie die Termine binnen 4 Wochen anbieten?
Und dafür vervierfachen sich die Kosten innerhalb von 3 Jahren und man beklagt sich, dass nun die Kassen leer sind!?!?
Ganz mein Humor.
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