Diskussionen über den G-BA gehen weiter

2 Kommentare

Auf dem Gesundheitskongress des Westens äußert nun auch der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann Kritik am Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).


26.04.2019

Ende März fand in Köln der Gesundheitskongress des Westens statt. Ca. 1.000 Besucher und 120 Referenten hatten hier die Möglichkeit über aktuelle Themen aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft und Gesundheitspolitik zu diskutieren.

Im Rahmen der Veranstaltung äußerte der Gesundheitsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU), deutliche Kritik an der Arbeitsweise und personellen Zusammensetzung des G-BA. Erst kürzlich hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits die langwierigen Entscheidungsverfahren des Gremiums bemängelt. Im Zusammenhang mit der Erstattungsfähigkeit von Liposuktionen für Patientinnen mit Lipödemen stellte er sogar einen Gesetzesentwurf zur Diskussion, der es dem Gesundheitsministerium ermöglichen würde, selbst über die Erstattungsfähigkeit medizinischer Leistungen zu entscheiden, um das Verfahren zu beschleunigen (physio.de berichtete).

Kritik kommt seinerseits auch vom unparteiischen Vorsitzenden des G-BA, Prof. Josef Hecken. Dieser verteidigt die Arbeitsabläufe der Institution und kritisiert Spahn heftig für seinen Vorschlag. Er warnt davor, Erstattungsentscheidungen durch die Politik treffen zu lassen. Diese könnten medizinische Entscheidungen als Wahlversprechen missbrauchen. Außerdem hätte der G-BA laut Statistik im letzten Jahr 97,3 Prozent aller 878 Bewertungsverfahren fristgerecht abgeschlossen.

Die Äußerungen von Gesundheitsminister Spahn bezeichnet Hecken als „Evidenzentscheidung via Bildzeitung“. Eine fundierte Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsbeurteilung des Verfahrens hätten dabei nicht stattgefunden. Laut den Berechnungen des G-BA könnten durch die geforderte Erstattung von Liposuktionen Kosten in Höhe von 21 Milliarden Euro auf die gesetzlichen Krankenkassen zukommen.

Catrin Heinbokel / physio.de

  • (2)
    26.04.2019 15:42
    sonja846
    sonja846: 0 Beiträge, 0% Empfehlungen

    Der G-BA setzt sich zusammen aus Ärzten die bei einer Methodenbewertung nach der Gefährlichkeit Ausschau halten. Krankenkassenvertreter und Krankenhausvertreter kümmern sich um das Finanzielle. Aufgrund der Verteilung ist schon klar was im Vordergrund steht- Geld und für was wird es ausgegeben.
    Das ist schon ok das man schaut für was gibt die Solidargemeinscht das Geld ausgibt.
    Zu bemängeln gibt es das sich Ärzte um Methoden kümmern sollen und diese bewerten von denen sie keine Ahnung haben. Es werden keine Fachkräfte hinzugezogen um auch den Inhalt einer Methode zu verstehen. So kommen absurde Bewertungen zustande.
    Die Fragestellung muss eine andere sein: Was brauchen die Bürger an Gesundheitsversorgung und dann was kostet das. Zur Zeit ist umgekehrt. Die Kosten sind das Diktat obwohl viele Kassen viel Geld horten, aufgrund einer Eventualität es könnte ja große Kosten auf uns zu kommen. Diese Argument ist auf einem unsicherem Boden , aber die kommen damit durch. Heute bestimmte die Verwaltungsebene( Kassen und Krankenhäuser ) wie die Gesundheitsversorgung aussieht, sowas geht nicht.

    Wie machen es denn die Nachbarländer wie z.B. Holland ?

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  • 27.04.2019 18:47
    PTP
    PTP: 580 Beiträge, 84% Empfehlungen

    Im G-BA sind nicht nur Ärzte sondern auch Vertreter der Kliniken und KK, also das volle Fachpersonal das da über uns entscheidet rage

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