Endlich: Auflösung der Charité-Tochter

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Monatelanger Arbeitskampf der Therapeuten von Erfolg gekrönt.


16.04.2019

Die Tochterfirma der Universitätsklinik Charité, CPPZ, in der 120 Therapeuten fast 800 Euro weniger Lohn erhalten als im Stammhaus, soll nach Willen des regierenden Bürgermeisters von Berlin wieder in die Muttergesellschaft eingegliedert werden. Vorausgegangen ist ein langer Arbeitskampf, bei dem Physio- und Ergotherapeuten immer wieder in Streik traten. (Wir berichteten).

Zuletzt hatte der Charité-Chef Max Einhäupl sogar Verständnis für die Streikenden signalisiert: „Bei den steigenden Kosten in Berlin kann man von diesen Löhnen nicht leben.“ Er verwies aber darauf, dass die zuständigen Krankenkassen viele Tätigkeiten kaum noch vergüteten. Die Charité steht dabei unter gewaltigem Modernisierungsdruck. Der Senat hatte einst Einhäupl angeboten, dass er die Klinik an anderer Stelle mit 30 Millionen unterstützen will. Diese Summe bleibt aber jetzt bis zur Umsetzung der Vorlagen eingefroren.

Die Berliner Morgenpost meinte dazu: „Wohl selten hat eine vergleichsweise kleine Gruppe betroffener Menschen eine solche politische Welle ausgelöst wie die 120 Therapeuten an der Charité.“ Die Gelder für die Charité fließen nach Senatswunsch erst, wenn es ein verlässliches Konzept darüber gibt, wie die CPPZ wieder eingegliedert wird, die Klinik unter anderem auf befristete Verträge ohne sachlichen Grund verzichtet und Physio- und Ergotherapeuten auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr kein Schulgeld mehr zahlen müssen.

Bis Januar 2020 sollen diese Vorgaben umgesetzt sein. Da die Uniklinik ein Landesunternehmen ist, sitzt die Politik hier am längeren Hebel. Das betont auch der Wissenschaftssenator (und in Personalunion auch Regierender Bürgermeister) Michael Müller. Mit den Subventionen aus seinem Haus sollte „ein Defizitausweis vermeidbar sein.“

Sehr erfreut zeigt sich die Gewerkschaft verdi, die den Widerstand angeführt hatte. „Der Arbeitskampf und stetiger Protest hat Wirkung gezeigt. Die KollegInnen von CPPZ und VTD (Vivantes Therapeutische Dienste) können stolz darauf sein, was sie jetzt erreicht haben“, so Meike Jäger, Landesbezirksfachbereichsleiterin Gesundheit und Soziales bei verdi Berlin Brandenburg.

Durch eine Wiedereingliederung fallen die Gehälter der Therapeuten des CPPZ unter den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes. Verdi will die weiteren Schritte begleiten und auch der rot-rot-grüne Senat sieht sich laut Gesundheitssenatorin Dilek Kolat in der Pflicht für gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung zu sorgen. Die Therapeutinnen und Therapeuten der CPPZ aber sind die wahren Helden des Arbeitsalltages, die sich auch von Drohungen seitens der Klinik nicht daran haben hindern lassen, für eine aufmerksame Öffentlichkeit zu sorgen!

Ul.Ma. / physio.de