Informationsveranstaltung zur Verkammerung am 7. Juni

20 Kommentare

Pressemitteilung von IFK, DVE und dbs vom 01.04.2019


05.04.2019

Das Für und Wider einer Heilmittelkammer ist Thema der Informationsveranstaltung.
am: Freitag, 7. Juni 2019, ab 18 Uhr
im: IFK-Fortbildungszentrum, Gesundheitscampus-Süd 33, 44801 Bochum

Dazu laden der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK), der Deutsche Verband der Ergotherapeuten (DVE) und der Deutscher Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs) gemeinsam alle Interessierten herzlich ein.

In letzter Zeit werden an verschiedenen Stellen Rufe nach einer Therapeutenkammer laut. In den Forderungen schwingen jedoch auch falsche Hoffnungen mit. Deshalb ist es den einladenden Verbänden wichtig, vorurteilsfrei über die Vor- und Nachteile einer Therapeutenkammer aufzuklären. Ziel der Informationsveranstaltung ist es zudem, den sachlichen Austausch über Heilmittelkammern voranzutreiben. Denn da das Thema aufgrund der Zwangsmitgliedschaft am Ende jeden Berufsangehörigen betrifft, ist eine umfassende und offene Diskussion über die mögliche Einführung einer Heilmittelkammer nötig.

Anmeldungen zu der kostenlosen Informationsveranstaltungen sind ab sofort möglich. Das Anmeldeformular gibt es hier.

Anmerkungen der Redaktion zum Hintergrund:
Das Thema Therapeutenkammer wird zur Zeit - neben all den anderen aktuellen Baustellen - von einigen engagierten Heilmittelerbringer heftig diskutiert. Bundesweit bildeten sich lokale Gruppen der Initiative Therapeutenkammer. Die verschiedenen Berufsverbände sind sich an diesem Punkte uneins. Physio-Deutschland plädiert ganz klar für eine Verkammerung, wogegen der VDB-Physiotherapieverband sich dezidiert dagegen ausspricht.

Beide Seiten führen Argumente ins Feld. Hier einige der Pro- und Contraargumente.
Pro:
- Durch die Pflichtmitgliedschaft weiß man erstmals genau wieviel tätige Therapeuten es in Deutschland (in Praxen und Krankenhäuser) überhaupt gibt.
- Durch diese Pflichmitgliedschaft ensteht eine (gewichtige) politische Stimme aller Therapeuten.
Contra:
- Eine Kammer löst keines der aktuellen Probleme der Therapeuten.
- Eine Kammer kostet zusätzliches Geld und bringt zusätzliche Bürokratie.

Von so manchem werden aber auch falsche Argumente verbreitet, z.B.:
- Eine Kammer könne Forschung finanzieren. Hier liegt physio.de die Stellungnahme von dem renomierten Universitätsprofessor a.D. Prof. Dr. iur. Gerhard Igl vor, in welcher er dies ganz klar verneint.
- Eine Kammer könne eine Altersicherung für die Therapeuten in Form eines eigenen berufsständischen Versorgungswerkes ins Leben rufen. Diese Tür ist leider seit dem 1.1.1995 zu. Damals änderte der Gesetzgeber den §6 des SGB VI. Seither sind nur noch zusätzlich zur Gesetzlichen Rentenversicherung Zusatzversorgungswerke möglich, welche mit zusätzlichen Kosten für die Therapeuten verbunden wären.
- In Schleswig Holstein stünde der Gesetzgeber kurz davor, ein Therapeutenkammergesetz zu verabschieden. Laut Schreiben des schleswigholsteinischen Gesundheitsministeriums (welches physio.de vorliegt) gibt es "keine Planungen für eine Therapeutenkammer".

Was kann dann im Moment mit Sicherheit gesagt werden?
- Sicher ist, wenn eine Kammer einmal eingeführt ist, wird man sie so schnell nicht wieder los.
- Fest steht auch: Bisher gab und gibt es noch keine Podiumsdiskussion, in der sich die entschiedenen Befürworter mit den entschiedenen Kammergegnern im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung zum Austausch der Argumente auf eine Bühne gesetzt hätten.
- Vertreter von IFK und DVE äußern gegenüber physio.de, dass bei ihnen die Meinungsbildung zu diesem Thema noch nicht abgeschlossen sei. Sie würden bei einer Entscheidung von solcher Tragweite gerne im Vorfeld einen ausführlichen Diskussionprozess mit möglichst vielen/allen Therapeuten führen. Daher jetzt auch die Einladung zu oben genannter Veranstaltung.

Friedrich Merz / physio.de

Redaktioneller Nachtrag vom 8.4.2019
Passend zum Thema veröffentlichten heute einige Berufsvervände eine Forderung, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:

Forderung nach objektiver Abwägung bei der Kammerentscheidung
08.04.2019 11:55
In letzter Zeit werden in Schleswig-Holstein an verschiedenen Stellen Rufe nach einer Therapeutenkammer laut. Dabei entsteht zuweilen der einseitige Eindruck, dass eine Heilmittel- oder Therapeutenkammer durchaus von den Berufsangehörigen gewünscht würde, was unsere Mitglieder weitestgehend irritiert.
Dass nun zudem ein durch die „Interessengemeinschaft Therapeuten Schleswig-Holstein (IGThera-SG) e. V.“ durchgeführtes „Stimmungsbarometer“ eine die Landespolitik leitende Meinung von Therapeuten zum Thema abfragen soll, halten wir für unlauter.
In den häufig vorgebrachten Forderungen schwingen u. E. auch falsche Hoffnungen mit. Deshalb ist es den unterzeichnenden Verbänden wichtig, vorurteilsfrei über die Vor- und Nachteile einer Therapeutenkammer aufzuklären und den sachlichen Austausch über Heilmittelkammern voranzutreiben. Denn da das Thema aufgrund der Zwangsmitgliedschaft am Ende jeden Berufsangehörigen betrifft, ist eine umfassende und offene Diskussion über die mögliche Einführung einer Heilmittelkammer nötig.
Wir fordern, dass der Landtag Schleswig-Holstein in Fragen der Einführung einer Heilmittelkammer, sich nicht am Ergebnis der oben beschriebenen einseitigen Befragung orientiert. Die unterzeichnenden Verbände lehnen einseitige Herangehensweisen zur Einführung einer Kammer kategorisch ab, stehen für eine umfassende, sachliche und professionelle Diskussion zum Für und Wider einer Heilmittelkammer jedoch zur Verfügung und bitten insofern um einen Gesprächstermin.

Unterzeichner:
Ute Repschläger (IFK)
Dagmar Karrasch (DBL)
Katrin Schubert (DBS)
Andreas Pfeiffer (DVE)
Marcus Troidl (VDB)
Karl-Heinz Kellermann (VPT)
Ruth Trenker (ZFD)

  • (18)
    05.04.2019 10:02
    FFGG
    FFGG: 861 Beiträge, 39% Empfehlungen

    Verbände abschaffen, Kammer gründen.

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  • (7)
    05.04.2019 10:43
    guest
    guest: 337 Beiträge, 69% Empfehlungen

    Eine "Informationsveranstaltung" von drei Verbänden, die sich klar gegen Berufskammern aussprechen, mit dem Ziel eines sachlichen Austauschs? Wie soll in diesem Rahmen "vorurteilsfrei" informiert werden, wenn ohnehin Einigkeit in der ablehnenden Haltung zur Verkammerung bei den Informationsvermittlern besteht?

    Und, um das noch einmal zu betonen: Die Berufskammern sind nicht dazu gedacht, die vielen Probleme zu lösen, die von den Verbänden in der Vergangenheit geschaffen wurden.

    Beufskammern haben vielfältige Aufgaben in der berufsständischen Selbstverwaltung aller Therapeuten.
    Berufsverbände vetreten jedoch nur die Interessen ihrer Mitglieder. Und das sind nicht sehr viele.

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  • (10)
    05.04.2019 18:47
    MP CH
    MP CH: 17 Beiträge, 55% Empfehlungen

    WANN!?
    Wann beginnen die "Kammer Befürworter" zu erwachen!!!!!!!!
    Fragt mal nach bei den Handwerkern, Kaufleuten, Anwälte usw!!!!
    KEINER BRAUCHT diesen UNSINN-
    Ausser, die dort Unsinn produzieren und verbreiten!
    Und das für viel, sehr hohen Gehalt!
    NEIN danke!
    Schon der Termin und Ort der Veranstaltung spricht für sich!
    Marian Chruscz
    u.a. ein Therapeut aus Leidenschaft
    mit über 40-jähren Tätigkeit in Gesundheit
    OHNE Kammer ABER IMMER im Verband

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    (3)
    05.04.2019 19:10
    MP CH
    MP CH: 17 Beiträge, 55% Empfehlungen
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  • (11)
    05.04.2019 19:15
    Horst Roth
    Horst Roth: 3 Beiträge, 92% Empfehlungen

    Ich bin auch dagegen. Wir müssen uns nur einmal die Industrie und Handelskammern oder die Landwirtschaftskammern oder die Ärztekammern anschauen. Wer ist dort vertreten? Männer, die sich dadurch eine lukrativen Nebenverdienst auf Kosten ihrer Kollegen ermöglichen. Richtig ist, dass dadurch dokumentiert wird, wieviele Therapeuten es ind der Bundesrepublik gibt. Aber für wen ist das wichtig? Dass der Verband Physio-Deutschland dafür ist, ist mir klar. Dioe wittern wieder neue Pfründe, die sie nutzen können(siehe Weiterbildungen). Auch das Argument, eine Kammer würde beim gemeinsamen Bundesausschuss besser gehört, halte ich für falsch. Die werden einen Teufel tun und die Vertreter der Kammer zulassen.

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  • (6)
    05.04.2019 20:36
    Mo.P
    Mo.P: 17 Beiträge, 79% Empfehlungen

    Wer eine Kammer verlangt hat wohl keine Praxis und vielleicht noch nie was von den Berufen gehört die an die Handelskammer etc einzahlen müssen. Vielleicht haben diejenige auch noch nicht die Nachrichten von den Pflegeberufen gelesen die sofort nach Einführung wieder die Kammer abschaffen möchten da sie teures Geld für gar keine Gegenleistung verlangen. Auf welchem Planeten wohnen die Befürworter???? Sollte die Kammer kommen gebe ich meinen Beruf und meine Praxis auf jeden Fall auf!!!!! Ich werde mich doch nicht noch mehr unterwerfen.

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    (4)
    05.04.2019 22:37
    Luciana
    Luciana: 103 Beiträge, 66% Empfehlungen
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    06.04.2019 10:30
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  • (3)
    06.04.2019 18:10
    ulrike885
    ulrike885: 9 Beiträge, 88% Empfehlungen

    Also ich habe meine Praxis jetzt 21 Jahre und bin vorzüglich ohne Kammer ausgekommen. Wichtiger ist doch unsere Verbände als Mitglieder zu stärken und wenn diese sich noch zusammenschließen würden um an einem Strang zu ziehen, was will der Therapeut mehr.
    Kein Physiotherapeut braucht eine Kammer, zudem wo dann Jahr für Jahr die Beiträge in die Höhe geschraubt werden aus igendwelchen Gründen auch immer.
    Schaut Euch doch die Beiträge der Berufsgenossenschaften an. Da bekommen wir gleich mal eine höhere Gefahrenstufe weil sie den Hals nicht voll kriegen.
    Verkammerung ohne mich!!!

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    (1)
    06.04.2019 22:39
    MP CH
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  • (2)
    07.04.2019 10:02
    regiologo
    regiologo: 1090 Beiträge, 99% Empfehlungen

    Als Logo und ehemaliger Handwerker sage ich nur: Eine Kammer ist so überflüssig wie ein Kropf (Schilddrüsenhypertrophie) !!! Wer sich das freiwillig an den Hals bindet, wird sich selbst weiter die Luft abdrehen.

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  • (3)
    08.04.2019 07:15
    Physio Peun
    Physio Peun: 32 Beiträge, 0% Empfehlungen

    Ich bin weder in einem Verband, noch brauche ich eine Kammer.
    Solange es noch nicht einmal Einigkeit und Kindergartenmentalität bei den Verbänden gibt, wie soll denn da EINE Kammer funktionieren, in denen dann die Vertreter der Verbände sitzen?

    Und: Nach sieben Jahren Praxis überlege ich ernsthaft, diese abzugeben oder zu schließen.

    Bisher hat doch keiner der Verbände wirklich was erreicht.
    Schade drum...

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    08.04.2019 20:18
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  • 08.04.2019 18:21
    Hoppball
    Hoppball: 4 Beiträge, 100% Empfehlungen

    Ich bin ganz entschieden gegen eine (ZWANGs) verkammerung!
    Ich habe schon sehr früh und unerwartet erleben müssen, was Verbandmitglied heißt. Nein Danke.

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    08.04.2019 20:28
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  • 08.04.2019 20:36
    Philipp Morlock
    Philipp Morlock: 409 Beiträge, 42% Empfehlungen

    Ich vermute das die Verkammerung gut oder schlecht verlaufen kann.

    Alles hat Vor- und Nachteile.


    Das einzige Problem, das alle gelöst haben wollen ist das Gehaltsniveau, wird dies durch Verkammerung besser? Vielleicht, nach und nach, indirekt!


    Viel Arbeit und zunächst vermutlich eher Ärger.

    Ob die Vorteile irgendwann überwiegen, weiß man vielleicht dann....

    Schwierig....

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    (2)
    08.04.2019 21:31
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  • (2)
    11.04.2019 05:20
    Anja Tobler
    Anja Tobler: 3 Beiträge, 50% Empfehlungen

    Liebe Kollegen!
    Ja, ich denke, dass es uns mit einer Kammer besser gehen würde. Weil bisher tatsächlich die Verbände wenig erreicht haben. Erst jetzt, wo der "Notstand" ausgebrochen ist und selbst deren Existenz in Frage gestellt wird, kommt Bewegung in die Sache. Hier mal eine Idee, was eine Kammer macht: Aufgaben der Ärztekammern
    Ich bin übrigens seit 1997 Physiotherapeutin, seit 2004 selbständig und habe "zwangsweise" eine Privatpraxis, weil die gesetzlichen Kassen einseitig die Zulassung erteilen können. Das würde sich sicher mit einer Kammer ändern.

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    (1)
    11.04.2019 08:33
    Susulo
    Susulo: 3247 Beiträge, 97% Empfehlungen
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    (2)
    11.04.2019 10:22
    MP CH
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