Verbesserung kognitiver Funktionen durch Sport

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Studie untersucht den Einfluss verschiedener Trainingsarten auf die kognitiven Fähigkeiten von Parkinsonpatienten.


06.04.2019

Die Wirksamkeit von sportlichem Training auf körperliche Symptome beim Morbus Parkinson wurde bereits durch mehrere Studien bestätigt. Wissenschaftler der Deutschen Sporthochschule in Köln und der University of the Sunshine Coast in Australien haben nun mithilfe eines systematischen Literaturreviews untersucht, ob Sport auch einen positiven Einfluss auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Parkinsonpatienten hat.

Dafür hat das Forscherteam die Ergebnisse von elf randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 508 Teilnehmern analysiert. Alle Untersuchungen beinhalteten einen Vergleich einer oder mehrerer Trainingsarten (Ausdauer-, Kraft, Koordinationstraining) mit einer weiteren Behandlungsform, wie z.B. Medikamenten oder Beratungsangeboten. Außerdem mussten Ergebnisse eines standardisierten Testverfahrens zur Messung einer oder mehrerer kognitiver Funktionen vorliegen. Dazu zählten unter anderem Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit oder das Gedächtnis.

Insgesamt 5 Studien zeigten einen positiven Effekt von Ausdauertraining auf das Gedächtnis und Exekutivfunktionen sowie einen positiven Effekt von einer Kombination aus Kraft- und Koordinationstraining auf globale kognitive Fähigkeiten. In zwei Studien wurde außerdem eine signifikante Verbesserung der Exekutivfunktionen durch Koordinationstraining festgestellt.

Zusammenfassend stellten die Forscher um Tim Stuckenschneider (Sporthochschule Köln) fest, dass alle untersuchten Trainingsarten mit einer Verbesserung der Kognition bei Parkinsonpatienten einhergingen. Um spezifische Effekte bestimmter Sportarten, den Einfluss der Trainingsintensität und die Nachhaltigkeit der Ergebnisse nachzuweisen empfehlen die Autoren weitere Studien durchzuführen.

Ein Abstract des Originalartikels finden Sie hier.

Catrin Heinbokel / physio.de