Kein Kassenrollator bekommt ein „Gut“

1 Kommentare

Nur zwei von zwölf Gehwagen konnten überzeugen.


22.03.2019

Die Stiftung Warentest hat Rollatoren getestet. Dabei achteten die Untersucher auf Alltagstauglichkeit, die Gehhilfe sollte außerdem einklappbar sein, gut zu bedienen und leicht lenkbar. Die Preisspanne geht dabei von 60 bis 535 Euro. Leider erfüllten die Kassenmodelle die erforderlichen Bedingungen der Tester nicht. Drei wurden mit nur „ausreichend“ bewertet, ein vierter wegen Schadstoffen sogar mit „mangelhaft“. Senioren, die noch am äußeren Leben teilnehmen wollen, müssen tief in die eigene Tasche greifen, um ein brauchbares Modell zu bekommen. Der klassische Kassenrollator ist nur ein Indoor-Wagen und in keinem Fall geländegängig.

Vier Standardmodelle traten gegen acht Leichtrollatoren an. Dabei zeigten sich die Testpersonen über die „Kassenschocker“ entsetzt und befanden diese als schwer handhabbar. Zum einen sind sie sehr schwer und dadurch scheitern viele ältere Menschen an Bordsteinkanten, über die sie ihre Gehhilfe heben müssen. Außerdem ist die Falttechnik dieser Modelle veraltet. Der traditionelle „Querfalter“ wird über die Querachse geklappt, steht dann aber nicht von alleine und nimmt viel Platz weg. Meist haben sie weder Ankipphilfe noch Rückengurt. Außerdem klemmt man sich dabei schnell die Finger ein.

Luxuriöser und leichter zu bedienen sind dabei die Längsfalter aus Karbon oder Aluminium, sie stehen zusammengeklappt von alleine und sind platzsparend. Außerdem sind sie viel einfacher zu handhaben. Weiterhin stoßen sie im Gegensatz zu den Standardwagen bei Kopfsteinpflaster und Kieswegen nicht gleich an ihre Grenzen. Der einzige Vorteil des Kassenmodells: Es kostet zwischen 60 und 99 Euro und ist auf Rezept erhältlich.

Die „Leichtgewichte“ kosten wiederum zwischen 209 und 535 Euro, die Kasse zahlt hier bei Rezept wieder die Versorgungspauschale, den Rest muss der Gehbehinderte selbst bezahlen. Bei bestimmten Erkrankungen bekommt aber der Patient auch ein besseres Modell bezahlt, zum Beispiel bei schwerer Atemnot oder Muskelerkrankungen. Das muss dann der Arzt auf dem Rezept vermerken und begründen. Entscheidend für die Ausstattung sind die Ankipphilfe, Bremsen und der Klappmechanismus. Hilfreich sind Korb oder Tasche. Die Bremsen sollten nicht zu weit vom Griff entfernt sein.

Die Krankenkassen haben jetzt schon im aktualisierten Heilmittelverzeichnis reagiert und wollen unter anderem auch bei den Rollatoren bessere Qualität anbieten.

Ul.Ma. / physio.de

  • (1)
    22.03.2019 23:05
    Papa Alpaka
    Papa Alpaka: 5648 Beiträge, 89% Empfehlungen

    Kassenversorgung = wirtschaftlich, ausreichend, notwendig, zweckmäßig. Unter diesen Kriterien ist auch der schadstoffbelastete Rollator kassenversorgungsfähig da sich die Schadstoffbelastung nicht bzw erst nach Jahrzehnten am Nutzer bemerkbar macht :)

    Die Kassenmodelle fördern durch ihr Gewicht gleichzeitig den Erhalt von Muskelkraft, durch ihr direktes biomechanisches Feedback beim einklappen auch die Handlungsplanung.

    Was soll also verkehrt daran sein? ;)

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