Überschüsse der Krankenkassen sinken - sind aber trotzdem noch vorhanden

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Ärztezeitung rechnet Arzthonorare im Vergleich zu Heilmittelausgaben klein.


28.03.2019

Die Krankenkassenüberschüsse haben sich bei den Ersatzkassen, laut dem Verband der Ersatzkassen (vdek) im Vergleich zu 2017 nahezu halbiert. Während es 2017 noch 1,17 Milliarden Euro waren, kamen 2018 nur noch 561 Millionen Euro ins Plus.

Dabei schnitt die Techniker Kasse (TK) bei den Ersatzkassen am besten ab. Sie hatte im Vorjahr 623 Millionen Euro Überschüsse, während es 2018 immer noch 452 Millionen Euro Plus nach Abzügen waren. Der Grund für den relativ geringen Überschussabbau bei der TK ist ein Zuwachs an beitragszahlenden Mitgliedern von 245.000 auf 11,1 Millionen Mitgliedern insgesamt und die Auflösung von Rückstellungen.

Laut vdek sind die Rückgänge der Überschüsse auf gestiegene Leistungsausgaben zurückzuführen, die Einnahmen stiegen um 3,3 Prozent, die Ausgaben aber um 3,98 Prozent. Laut der Rechnung der Ärztezeitung geht der Ausgabenzuwachs nur leicht auf die Steigerung der Arzthonorare zurück. Diese betrug nämlich lediglich 3,51 Prozent, die der Arzneimittel 2,58 Prozent und die der Krankenhäuser 3,41 Prozent. Großer Gewinner scheinen dabei die Heilmittelerbringer mit 13 Prozent Zuwachs zu sein – und „das ist politisch gewollt“, so die Ärztezeitung.

Die Frage, die sich bei Prozentangaben aber immer stellt, ist: 13 Prozent von was??. Wie gerade durch den AOK-Heilmittelbericht erfahren, beträgt der Ausgabenanteil für alle Heilmittel zusammen 3 Prozent. Innerhalb dieser drei Prozent also gibt es einen Zuwachs von 13 Prozent. Arzthonorare, Krankenhaus- und Arzneimittelkosten nehmen 50 Prozent der Gesamtkosten ein. Dadurch ist ein Zuwachs hier durchaus lukrativer als ein Physiotherapeuten-Honorar.

Großer Gewinner ist vor allem wieder die AOK, deren Überschüsse mit 1,1 Milliarden Euro (2017: 1,4 Milliarden) fast gleichgeblieben sind. Geschafft hat sie das, indem sie nur etwa die Hälfte der Leistungsausgaben aufbrachte als die Ersatzkassen und jüngere Versicherte rekrutieren konnte.

Politisch gewollt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist auf alle Fälle, die Überschüsse der Krankenkassen per Gesetzesentwurf abzubauen. Er strebt an, die Krankenkassen gesetzlich dazu zu bewegen, die Zusatzbeiträge zu senken. „Wir wollen, dass Krankenkassen Rücklagen haben für schlechtere Zeiten, für Unwägbarkeiten, aber sie sollen nicht übermäßig Geld horten“, erläutert er. „Denn es ist das Geld der Beitragszahler und das sollen sie eben auch durch entsprechende Beitragssenkungen zurückbekommen.“

Laut Spahns Angaben verfügen die Krankenkassen insgesamt über 19,5 Milliarden Reserven.

Ul.Ma. / physio.de

  • (6)
    28.03.2019 13:38
    MikeL
    MikeL: 4836 Beiträge, 89% Empfehlungen

    Ist bei der jungen Generation tatsächlich ein derart starkes Absinken der intellektuellen Kapazität zu beobachten? Wie sonst läßt sich wohl erklären, dass die AOK so erfolgreich beim Rekrutieren junger Versicherter ist? Können die alle keine Tests lesen?

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    28.03.2019 14:43
    kinimod
    kinimod: 13 Beiträge, 0% Empfehlungen
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    28.03.2019 15:55
    MikeL
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    28.03.2019 18:19
    Susulo
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  • (2)
    28.03.2019 18:21
    Susulo
    Susulo: 3247 Beiträge, 97% Empfehlungen

    Im Übrigen kommt es ein bisschen schräg, wenn erst am Ende gesagt wird, dass im Überschuss-Topf etwa 20 Milliarden liegen. Der unbedarfte Leser, nimmt nur wahr "hat weniger Überschuss gemacht, ist jetzt schon unter der Milliardengrenze" - gaaaaanz schlimm. Genau das soll suggeriert werden.

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