Neuer Heil- und Hilfsmittelreport

7 Kommentare

BARMER analysiert Kosten und Verordnungsmengen für das Jahr 2017 und stellt starke regionale Unterschiede fest.


18.02.2019

Im Heil- und Hilfsmittelreport 2018 der BARMER werden Kosten und Verordnungsmengen für Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie Podologie und Hilfsmittel für das Jahr 2017 dargestellt und analysiert. Insgesamt erhielten 21,9 Prozent der BARMER-Versicherten im Jahr 2017 mindestens eine Heilmittelleistung. Der Ausgabenanstieg im Vergleich zum Vorjahr betrug insgesamt 0,8 Prozent. Der Anstieg von 2015 zu 2016 war mit 5,2 Prozent noch deutlich höher.

Mehrere Gesetzesänderungen haben die Preisentwicklung bei den Heil- und Hilfsmitteln zuletzt stark beeinflusst. Ob die Mehrausgaben im Heilmittelbereich der letzten Jahre auch zu steigenden Löhnen und damit zu einer Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Branche führen, müsse laut Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandvorsitzendem der Barmer, allerdings noch abgewartet werden.

Neben der Gesamtanalyse zeigt der Report genaue Daten für jeden einzelnen Heilmittelbereich. Verordnungsanteile können für jeden Bereich nach Region, Leistungsart, Indikation sowie verordnender Facharztgruppe eingesehen werden. Außerdem sind die Ausgaben und die Anzahl der Verordnungen für diverse Hilfsmittel aufgelistet.

Bei den Detailauswertungen sind insbesondere die relativen regionalen Unterschiede bezogen auf Kosten und Verordnungsmengen der Heilmittel interessant. So fällt auf, dass Versicherte in Sachsen und Sachsen-Anhalt im Vergleich zum Bundesdurchschnitt über 20 Prozent häufiger Physio- und Ergotherapieverordnungen erhalten. Bremer Ärzte hingegen verordnen die Therapien deutlich seltener (PT: -16 Prozent, ET: -33,9 Prozent). In der Logopädie bildet Bayern das Schlusslicht. Hier werden relativ gesehen ein Viertel weniger Rezepte ausgestellt als im deutschen Durchschnitt.

Diese deutlichen Unterschiede könnten laut BARMER nicht mit medizinischen Ursachen begründet werden. Prof. Straub vermutet eher ein unterschiedliches Verordnungsverhalten der Ärzte oder bessere bzw. schlechtere Angebotsstrukturen hinter den starken regionalen Abweichungen. In diesem Zusammenhang besteht laut BARMER weiterer Forschungsbedarf.

Mehr Informationen und den gesamten Report zum Download finden Sie hier.

Catrin Heinbokel / physio.de

  • (6)
    18.02.2019 00:31
    MikeL
    MikeL: 4836 Beiträge, 89% Empfehlungen

    Na, da kann man mal sehen, wie dramatisch die erste Stufe der Honoraranpassung bei den Krankenkassen 2017 ins Kontor eingeschlagen ist! Mehrausgaben von geradezu irrwitzigen 0,8 Prozent machen inflationsbereinigt sogar ein Minus unter dem Strich aus, und das bei steigenden Einnahmen der BARMER! Mir klingelt das Jammern der Kassen noch in den Ohren, als die Bindung der Honorare an die Entwicklung der Grundlohnsumme ausgesetzt wurde. Zum Glück haben die Kassen in den einzelnen KVen willige Erfüllungsgehilfen, die die Ärzteschaft fleißig an der Verordnung notwendiger Heilmittel hindern. Wo normalerweise Westfalen-Lippe die Nase vorn hat, scheint diesmal die KV Bremen besonders erfolgreich agiert zu haben.

    [Satire-Modus ein] Dass in Bayern so wenig Logopädie verordnet wird, wundert mich andererseits wenig. In manchen Gegenden von Bayern fällt es mir selbst schwer zu beurteilen, ob die Leute dort einen Sprachfehler oder einfach nur einen besonders urigen Dialekt drauf haben... [Satire-Modus aus]

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    (5)
    18.02.2019 08:12
    S.Kochs
    S.Kochs: 234 Beiträge, 60% Empfehlungen
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    (3)
    18.02.2019 08:48
    Xela
    Xela: 1862 Beiträge, 65% Empfehlungen
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    18.02.2019 12:20
    S.Kochs
    S.Kochs: 234 Beiträge, 60% Empfehlungen
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    (2)
    20.02.2019 10:53
    JRK
    JRK: 898 Beiträge, 47% Empfehlungen
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  • (4)
    18.02.2019 08:20
    tom1350
    tom1350: 4171 Beiträge, 32% Empfehlungen

    Einfach die Alters- und Beschäftigungsstrukturen der jeweiligen Regionen angucken, dann weiß man wo viel Zeit ist beim Arzt zu sitzen.

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  • (2)
    18.02.2019 08:34
    tom1350
    tom1350: 4171 Beiträge, 32% Empfehlungen

    Noch frisch HIS Bericht 1.-9.16 zu 1.-9.18 sind ein Plus der Ausgaben für Physiotherapie von 14,9%.

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