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KGG in der Onkologie
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Dirk Reuse
Vor 2 Wochen
KGG (Krankengymnastik am Gerät) in der Onkologie
Wirkungsweisen, Konzepte und evidenzbasierte Effekte.
Die Onkologie hat in den letzten Jahrzehnten einen paradigmatischen Wandel vollzogen.
Während früher körperliche Schonung bei Krebspatienten als Goldstandard galt, ist heute
die Bewegungstherapie ein integraler Bestandteil der supportiven Onkologie. Die
Krankengymnastik am Gerät (KGG) nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. Dieser Artikel
erläutert detailliert die physiologischen, psychologischen und molekularen Wirkungsweisen
von gerätegestütztem Training bei onkologischen Patienten.
1. Theoretische Grundlagen und Definition
Krankengymnastik am Gerät ist eine aktive Behandlungsform, bei der medizinische
Trainingsgeräte und Zugapparate eingesetzt werden. Ziel ist die Verbesserung von Kraft,
Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. In der Onkologie wird KGG meist in der
medizinischen Trainingstherapie (MTT) verordnet und individuell an das Krankheitsstadium
(akut, rehabilitativ oder palliativ) angepasst.
Im Gegensatz zu allgemeinem Sport ist die KGG eine physiotherapeutische Leistung, die
auf einer detaillierten Befunderhebung basiert. Für onkologische Patienten bedeutet dies
eine Berücksichtigung von Tumorentität, Nebenwirkungen der Therapie (Chemotherapie,
Bestrahlung) und eventuellen Metastasen (insbesondere Knochenmetastasen).
2. 2.Physiologische Wirkungsweisen
Die Wirkung von KGG auf den physischen Körper des Krebspatienten ist
vielschichtig und setzt an verschiedenen Systemen an.
2.1 Myokine und das Immunsystem
Bei der aktiven Muskelarbeit während der KGG werden sogenannte Myokine
freigesetzt. Diese hormonähnlichen Botenstoffe haben direkten Einfluss auf das
Immunsystem. Studien zeigen, dass insbesondere Interleukin-6 (IL-6), das während
intensiver Muskelkontraktion ausgeschüttet wird, die Mobilisierung und Infiltration
von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) in das Tumorgewebe fördert. Diese Zellen
sind essenziell für die Erkennung und Vernichtung von Krebszellen.
2.2 Bekämpfung der Tumorkachexie und Sarkopenie
Viele Krebspatienten leiden unter einem massiven Verlust an Muskelmasse
(Sarkopenie) und einer allgemeinen Auszehrung (Kachexie). KGG ermöglicht ein
gezieltes Hypertrophietraining. Durch mechanische Reize an den Geräten wird die
Proteinsynthese in der Muskulatur angeregt. Dies wirkt dem tumorbedingten
Muskelabbau entgegen und erhält die funktionelle Kapazität für den Alltag.
2.3 Beeinflussung des Insulinstoffwechsels
Hyperinsulinämie und Insulinresistenz gelten als Wachstumsfaktoren für bestimmte
Tumortypen. Krafttraining an Geräten verbessert die Insulinsensitivität der Zellen.
Die Glukoseaufnahme in die Muskulatur wird gesteigert, was den Blutzuckerspiegel
senkt und das hormonelle Milieu für den Tumor ungünstiger gestaltet.
3. Spezifische Effekte auf therapiebedingte Nebenwirkungen
Die modernen Krebstherapien retten Leben, hinterlassen aber oft tiefe Spuren im
Organismus. KGG setzt hier als therapeutisches Gegenmittel an.
3.1 Cancer-related Fatigue (CRF)
Das Fatigue-Syndrom ist eine der belastendsten Nebenwirkungen. Entgegen der
Intuition hilft hier nicht Ruhe, sondern moderate bis intensive körperliche Aktivität.
KGG verbessert die mitochondriale Funktion und die oxidative Kapazität der
Muskulatur. Patienten berichten unter regelmäßigem Training von einer signifikanten
Reduktion der mentalen und physischen Erschöpfung.
3.2 Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN)
Taubheitsgefühle und Schmerzen in Händen und Füßen sind häufige Folgen einer
Chemotherapie. KGG, kombiniert mit sensomotorischen Elementen an
Koordinationsgeräten, fördert die neuronale Plastizität und die Durchblutung der
peripheren Nerven. Dies kann die Symptome lindern und das Sturzrisiko, das durch
den Sensibilitätsverlust entsteht, mindern.
3.3 Knochengesundheit und Osteoprotektion
Bestimmte Hormontherapien (z.B. bei Brust- oder Prostatakrebs) führen zu einem
Verlust an Knochendichte. Die KGG nutzt das Gesetz der funktionellen Anpassung:
Mechanische Druck- und Zugbelastungen an den Geräten stimulieren die
Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen). Dies beugt Osteoporose vor und
stabilisiert das Skelettsystem.
4. Psychosoziale und neurobiologische Wirkungen
Die Diagnose Krebs führt oft zu einem Gefühl der Hilflosigkeit. KGG wirkt hier auf
psychischer Ebene als Empowerment-Tool.
4.1 Selbstwirksamkeit und Körperbild
Indem Patienten ihre eigene Kraft an den Geräten spüren und Fortschritte
dokumentieren, verlassen sie die passive Patientenrolle. Dieses Erleben von
Selbstwirksamkeit („Ich kann meinen Körper aktiv stärken“) ist ein entscheidender
Faktor für die psychische Stabilität während der Therapie.
4.2 Stressregulation und Depression
Körperliches Training senkt den Cortisolspiegel und fördert die Ausschüttung von
Endorphinen und Dopamin. In der Onkologie wirkt KGG somit präventiv und
therapeutisch gegen reaktive Depressionen und Angststörungen.
5. Trainingsprinzipien in der onkologischen KGG
Um die oben genannten Wirkungen sicher zu erzielen, müssen spezifische Prinzipien
beachtet werden.
Individualität: Das Training muss tagesformabhängig gesteuert werden, besonders
während laufender Chemotherapiezyklen.
Progression: Auch onkologische Patienten benötigen einen überschwelligen Reiz,
um physiologische Anpassungen zu triggern.
Sicherheit: Bei Knochenmetastasen ist ein Training an Geräten nur unter strenger
Beachtung der Stabilität und oft unter Vermeidung von Torsionskräften erlaubt.
Monitoring: Regelmäßige Kontrolle von Puls, Blutdruck und ggf. Blutwerten
(Leukozyten, Thrombozyten) ist essenziell.
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Krankengymnastik am Gerät ist in der Onkologie weit mehr als bloßes
Muskeltraining. Sie ist eine biologische Therapieform, die das Immunsystem
moduliert, Nebenwirkungen lindert und die Lebensqualität massiv steigert. Die
Evidenz ist mittlerweile so erdrückend, dass KGG als fester Bestandteil in nationale
Versorgungsleitlinien aufgenommen wurde.
Künftige Entwicklungen werden vermutlich eine noch stärkere Personalisierung des
Trainings ermöglichen, basierend auf genetischen Markern oder dem spezifischen
molekularen Profil des Tumors. Fest steht: Die "Pille Bewegung", appliziert über die
KGG, ist in der modernen Krebsmedizin unverzichtbar geworden.
Quellennachweis:
S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (2020). Register-
Nummer 032-054OL. (Zentrale Referenz für Bewegungsempfehlungen).
Wiskemann, J. (2018). Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen. Springer-Verlag.
(Standardwerk zur MTT und KGG in der Onkologie).
? Physiologische Wirkungsweise & Myokine
Pedersen, B. K. (2011). Muscles and their genes. Journal of Experimental Biology.
(Grundlagen zu Myokinen wie IL-6).
Idorn, M., & Hojman, P. (2016). Exercise-Dependent Regulation of NK Cells in
Cancer. Trends in Molecular Medicine. (Beleg für die Mobilisierung von NK-Zellen).
Zimmer, P. et al. (2015). Effects of exercise on inflammation and the immune system
in cancer patients. Integrative Cancer Therapies.
? Fatigue und Lebensqualität
Mustian, K. M. et al. (2017). Comparison of Pharmaceutical, Psychological, and
Exercise Interventions for Cancer-Related Fatigue: A Meta-analysis. JAMA
Oncology. (Belegt Überlegenheit von Training gegenüber Medikamenten).
Campbell, K. L. et al. (2019). Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus
Statement from International Multidisciplinary Roundtable. Medicine & Science in
Sports & Exercise.
?￯ᄌマ Nebenwirkungsmanagement (CIPN & Knochen)
Streckmann, F. et al. (2014). Exercise program improves therapy-related sideeffects
and quality of life in lymphoma patients. Annals of Oncology. (Fokus auf
Neuropathie/CIPN).
• Winters-Stone, K. M. et al. (2011). Resistance training maintains bone health in
breast cancer survivors. Medicine & Science in Sports & Exercise. (Beleg für
Osteoprotektion durch KGG).
? Psychosoziale Aspekte
Cannioto, R. A. et al. (2019). Physical Activity and Survival After Cancer Diagnosis.
JAMA Network Open. (Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und
Mortalität/Psyche).
Baumann, F. T., & Schüle, K. (2016). Bewegungstherapie und Sport bei Krebs.
Deutscher Ärzte-Verlag.
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[b]KGG (Krankengymnastik am Gerät) in der Onkologie[/b] Wirkungsweisen, Konzepte und evidenzbasierte Effekte. Die Onkologie hat in den letzten Jahrzehnten einen paradigmatischen Wandel vollzogen. Während früher körperliche Schonung bei Krebspatienten als Goldstandard galt, ist heute die Bewegungstherapie ein integraler Bestandteil der supportiven Onkologie. Die Krankengymnastik am Gerät (KGG) nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. Dieser Artikel erläutert detailliert die physiologischen, psychologischen und molekularen Wirkungsweisen von gerätegestütztem Training bei onkologischen Patienten. [b]1. Theoretische Grundlagen und Definition[/b] Krankengymnastik am Gerät ist eine aktive Behandlungsform, bei der medizinische Trainingsgeräte und Zugapparate eingesetzt werden. Ziel ist die Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. In der Onkologie wird KGG meist in der medizinischen Trainingstherapie (MTT) verordnet und individuell an das Krankheitsstadium (akut, rehabilitativ oder palliativ) angepasst. Im Gegensatz zu allgemeinem Sport ist die KGG eine physiotherapeutische Leistung, die auf einer detaillierten Befunderhebung basiert. Für onkologische Patienten bedeutet dies eine Berücksichtigung von Tumorentität, Nebenwirkungen der Therapie (Chemotherapie, Bestrahlung) und eventuellen Metastasen (insbesondere Knochenmetastasen). [b]2. 2.Physiologische Wirkungsweisen[/b] Die Wirkung von KGG auf den physischen Körper des Krebspatienten ist vielschichtig und setzt an verschiedenen Systemen an. [b]2.1 Myokine und das Immunsystem[/b] Bei der aktiven Muskelarbeit während der KGG werden sogenannte Myokine freigesetzt. Diese hormonähnlichen Botenstoffe haben direkten Einfluss auf das Immunsystem. Studien zeigen, dass insbesondere Interleukin-6 (IL-6), das während intensiver Muskelkontraktion ausgeschüttet wird, die Mobilisierung und Infiltration von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) in das Tumorgewebe fördert. Diese Zellen sind essenziell für die Erkennung und Vernichtung von Krebszellen. [b]2.2 Bekämpfung der Tumorkachexie und Sarkopenie[/b] Viele Krebspatienten leiden unter einem massiven Verlust an Muskelmasse (Sarkopenie) und einer allgemeinen Auszehrung (Kachexie). KGG ermöglicht ein gezieltes Hypertrophietraining. Durch mechanische Reize an den Geräten wird die Proteinsynthese in der Muskulatur angeregt. Dies wirkt dem tumorbedingten Muskelabbau entgegen und erhält die funktionelle Kapazität für den Alltag. [b]2.3 Beeinflussung des Insulinstoffwechsels[/b] Hyperinsulinämie und Insulinresistenz gelten als Wachstumsfaktoren für bestimmte Tumortypen. Krafttraining an Geräten verbessert die Insulinsensitivität der Zellen. Die Glukoseaufnahme in die Muskulatur wird gesteigert, was den Blutzuckerspiegel senkt und das hormonelle Milieu für den Tumor ungünstiger gestaltet. 3. Spezifische Effekte auf therapiebedingte Nebenwirkungen Die modernen Krebstherapien retten Leben, hinterlassen aber oft tiefe Spuren im Organismus. KGG setzt hier als therapeutisches Gegenmittel an. [b]3.1 Cancer-related Fatigue (CRF)[/b] Das Fatigue-Syndrom ist eine der belastendsten Nebenwirkungen. Entgegen der Intuition hilft hier nicht Ruhe, sondern moderate bis intensive körperliche Aktivität. KGG verbessert die mitochondriale Funktion und die oxidative Kapazität der Muskulatur. Patienten berichten unter regelmäßigem Training von einer signifikanten Reduktion der mentalen und physischen Erschöpfung. [b]3.2 Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN)[/b] Taubheitsgefühle und Schmerzen in Händen und Füßen sind häufige Folgen einer Chemotherapie. KGG, kombiniert mit sensomotorischen Elementen an Koordinationsgeräten, fördert die neuronale Plastizität und die Durchblutung der peripheren Nerven. Dies kann die Symptome lindern und das Sturzrisiko, das durch den Sensibilitätsverlust entsteht, mindern. [b]3.3 Knochengesundheit und Osteoprotektion[/b] Bestimmte Hormontherapien (z.B. bei Brust- oder Prostatakrebs) führen zu einem Verlust an Knochendichte. Die KGG nutzt das Gesetz der funktionellen Anpassung: Mechanische Druck- und Zugbelastungen an den Geräten stimulieren die Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen). Dies beugt Osteoporose vor und stabilisiert das Skelettsystem. [b]4. Psychosoziale und neurobiologische Wirkungen[/b] Die Diagnose Krebs führt oft zu einem Gefühl der Hilflosigkeit. KGG wirkt hier auf psychischer Ebene als Empowerment-Tool. [b]4.1 Selbstwirksamkeit und Körperbild[/b] Indem Patienten ihre eigene Kraft an den Geräten spüren und Fortschritte dokumentieren, verlassen sie die passive Patientenrolle. Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit („Ich kann meinen Körper aktiv stärken“) ist ein entscheidender Faktor für die psychische Stabilität während der Therapie. [b]4.2 Stressregulation und Depression[/b] Körperliches Training senkt den Cortisolspiegel und fördert die Ausschüttung von Endorphinen und Dopamin. In der Onkologie wirkt KGG somit präventiv und therapeutisch gegen reaktive Depressionen und Angststörungen. 5. Trainingsprinzipien in der onkologischen KGG Um die oben genannten Wirkungen sicher zu erzielen, müssen spezifische Prinzipien beachtet werden. [b]Individualität:[/b] Das Training muss tagesformabhängig gesteuert werden, besonders während laufender Chemotherapiezyklen. [b]Progression:[/b] Auch onkologische Patienten benötigen einen überschwelligen Reiz, um physiologische Anpassungen zu triggern. Sicherheit: Bei Knochenmetastasen ist ein Training an Geräten nur unter strenger Beachtung der Stabilität und oft unter Vermeidung von Torsionskräften erlaubt. [b]Monitoring:[/b] Regelmäßige Kontrolle von Puls, Blutdruck und ggf. Blutwerten (Leukozyten, Thrombozyten) ist essenziell. [b]6. Zusammenfassung und Ausblick[/b] Die Krankengymnastik am Gerät ist in der Onkologie weit mehr als bloßes Muskeltraining. Sie ist eine biologische Therapieform, die das Immunsystem moduliert, Nebenwirkungen lindert und die Lebensqualität massiv steigert. Die Evidenz ist mittlerweile so erdrückend, dass KGG als fester Bestandteil in nationale Versorgungsleitlinien aufgenommen wurde. Künftige Entwicklungen werden vermutlich eine noch stärkere Personalisierung des Trainings ermöglichen, basierend auf genetischen Markern oder dem spezifischen molekularen Profil des Tumors. Fest steht: Die "Pille Bewegung", appliziert über die KGG, ist in der modernen Krebsmedizin unverzichtbar geworden. [b]Quellennachweis:[/b] S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (2020). Register- Nummer 032-054OL. (Zentrale Referenz für Bewegungsempfehlungen). Wiskemann, J. (2018). Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen. Springer-Verlag. (Standardwerk zur MTT und KGG in der Onkologie). ? Physiologische Wirkungsweise & Myokine Pedersen, B. K. (2011). Muscles and their genes. Journal of Experimental Biology. (Grundlagen zu Myokinen wie IL-6). Idorn, M., & Hojman, P. (2016). Exercise-Dependent Regulation of NK Cells in Cancer. Trends in Molecular Medicine. (Beleg für die Mobilisierung von NK-Zellen). Zimmer, P. et al. (2015). Effects of exercise on inflammation and the immune system in cancer patients. Integrative Cancer Therapies. ? Fatigue und Lebensqualität Mustian, K. M. et al. (2017). Comparison of Pharmaceutical, Psychological, and Exercise Interventions for Cancer-Related Fatigue: A Meta-analysis. JAMA Oncology. (Belegt Überlegenheit von Training gegenüber Medikamenten). Campbell, K. L. et al. (2019). Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus Statement from International Multidisciplinary Roundtable. Medicine & Science in Sports & Exercise. ?￯ᄌマ Nebenwirkungsmanagement (CIPN & Knochen) Streckmann, F. et al. (2014). Exercise program improves therapy-related sideeffects and quality of life in lymphoma patients. Annals of Oncology. (Fokus auf Neuropathie/CIPN). • Winters-Stone, K. M. et al. (2011). Resistance training maintains bone health in breast cancer survivors. Medicine & Science in Sports & Exercise. (Beleg für Osteoprotektion durch KGG). ? Psychosoziale Aspekte Cannioto, R. A. et al. (2019). Physical Activity and Survival After Cancer Diagnosis. JAMA Network Open. (Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Mortalität/Psyche). Baumann, F. T., & Schüle, K. (2016). Bewegungstherapie und Sport bei Krebs. Deutscher Ärzte-Verlag.
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Dirk Reuse schrieb:

KGG (Krankengymnastik am Gerät) in der Onkologie
Wirkungsweisen, Konzepte und evidenzbasierte Effekte.
Die Onkologie hat in den letzten Jahrzehnten einen paradigmatischen Wandel vollzogen.
Während früher körperliche Schonung bei Krebspatienten als Goldstandard galt, ist heute
die Bewegungstherapie ein integraler Bestandteil der supportiven Onkologie. Die
Krankengymnastik am Gerät (KGG) nimmt hierbei eine Schlüsselrolle ein. Dieser Artikel
erläutert detailliert die physiologischen, psychologischen und molekularen Wirkungsweisen
von gerätegestütztem Training bei onkologischen Patienten.
1. Theoretische Grundlagen und Definition
Krankengymnastik am Gerät ist eine aktive Behandlungsform, bei der medizinische
Trainingsgeräte und Zugapparate eingesetzt werden. Ziel ist die Verbesserung von Kraft,
Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. In der Onkologie wird KGG meist in der
medizinischen Trainingstherapie (MTT) verordnet und individuell an das Krankheitsstadium
(akut, rehabilitativ oder palliativ) angepasst.
Im Gegensatz zu allgemeinem Sport ist die KGG eine physiotherapeutische Leistung, die
auf einer detaillierten Befunderhebung basiert. Für onkologische Patienten bedeutet dies
eine Berücksichtigung von Tumorentität, Nebenwirkungen der Therapie (Chemotherapie,
Bestrahlung) und eventuellen Metastasen (insbesondere Knochenmetastasen).
2. 2.Physiologische Wirkungsweisen
Die Wirkung von KGG auf den physischen Körper des Krebspatienten ist
vielschichtig und setzt an verschiedenen Systemen an.
2.1 Myokine und das Immunsystem
Bei der aktiven Muskelarbeit während der KGG werden sogenannte Myokine
freigesetzt. Diese hormonähnlichen Botenstoffe haben direkten Einfluss auf das
Immunsystem. Studien zeigen, dass insbesondere Interleukin-6 (IL-6), das während
intensiver Muskelkontraktion ausgeschüttet wird, die Mobilisierung und Infiltration
von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) in das Tumorgewebe fördert. Diese Zellen
sind essenziell für die Erkennung und Vernichtung von Krebszellen.
2.2 Bekämpfung der Tumorkachexie und Sarkopenie
Viele Krebspatienten leiden unter einem massiven Verlust an Muskelmasse
(Sarkopenie) und einer allgemeinen Auszehrung (Kachexie). KGG ermöglicht ein
gezieltes Hypertrophietraining. Durch mechanische Reize an den Geräten wird die
Proteinsynthese in der Muskulatur angeregt. Dies wirkt dem tumorbedingten
Muskelabbau entgegen und erhält die funktionelle Kapazität für den Alltag.
2.3 Beeinflussung des Insulinstoffwechsels
Hyperinsulinämie und Insulinresistenz gelten als Wachstumsfaktoren für bestimmte
Tumortypen. Krafttraining an Geräten verbessert die Insulinsensitivität der Zellen.
Die Glukoseaufnahme in die Muskulatur wird gesteigert, was den Blutzuckerspiegel
senkt und das hormonelle Milieu für den Tumor ungünstiger gestaltet.
3. Spezifische Effekte auf therapiebedingte Nebenwirkungen
Die modernen Krebstherapien retten Leben, hinterlassen aber oft tiefe Spuren im
Organismus. KGG setzt hier als therapeutisches Gegenmittel an.
3.1 Cancer-related Fatigue (CRF)
Das Fatigue-Syndrom ist eine der belastendsten Nebenwirkungen. Entgegen der
Intuition hilft hier nicht Ruhe, sondern moderate bis intensive körperliche Aktivität.
KGG verbessert die mitochondriale Funktion und die oxidative Kapazität der
Muskulatur. Patienten berichten unter regelmäßigem Training von einer signifikanten
Reduktion der mentalen und physischen Erschöpfung.
3.2 Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN)
Taubheitsgefühle und Schmerzen in Händen und Füßen sind häufige Folgen einer
Chemotherapie. KGG, kombiniert mit sensomotorischen Elementen an
Koordinationsgeräten, fördert die neuronale Plastizität und die Durchblutung der
peripheren Nerven. Dies kann die Symptome lindern und das Sturzrisiko, das durch
den Sensibilitätsverlust entsteht, mindern.
3.3 Knochengesundheit und Osteoprotektion
Bestimmte Hormontherapien (z.B. bei Brust- oder Prostatakrebs) führen zu einem
Verlust an Knochendichte. Die KGG nutzt das Gesetz der funktionellen Anpassung:
Mechanische Druck- und Zugbelastungen an den Geräten stimulieren die
Osteoblasten (knochenaufbauende Zellen). Dies beugt Osteoporose vor und
stabilisiert das Skelettsystem.
4. Psychosoziale und neurobiologische Wirkungen
Die Diagnose Krebs führt oft zu einem Gefühl der Hilflosigkeit. KGG wirkt hier auf
psychischer Ebene als Empowerment-Tool.
4.1 Selbstwirksamkeit und Körperbild
Indem Patienten ihre eigene Kraft an den Geräten spüren und Fortschritte
dokumentieren, verlassen sie die passive Patientenrolle. Dieses Erleben von
Selbstwirksamkeit („Ich kann meinen Körper aktiv stärken“) ist ein entscheidender
Faktor für die psychische Stabilität während der Therapie.
4.2 Stressregulation und Depression
Körperliches Training senkt den Cortisolspiegel und fördert die Ausschüttung von
Endorphinen und Dopamin. In der Onkologie wirkt KGG somit präventiv und
therapeutisch gegen reaktive Depressionen und Angststörungen.
5. Trainingsprinzipien in der onkologischen KGG
Um die oben genannten Wirkungen sicher zu erzielen, müssen spezifische Prinzipien
beachtet werden.
Individualität: Das Training muss tagesformabhängig gesteuert werden, besonders
während laufender Chemotherapiezyklen.
Progression: Auch onkologische Patienten benötigen einen überschwelligen Reiz,
um physiologische Anpassungen zu triggern.
Sicherheit: Bei Knochenmetastasen ist ein Training an Geräten nur unter strenger
Beachtung der Stabilität und oft unter Vermeidung von Torsionskräften erlaubt.
Monitoring: Regelmäßige Kontrolle von Puls, Blutdruck und ggf. Blutwerten
(Leukozyten, Thrombozyten) ist essenziell.
6. Zusammenfassung und Ausblick
Die Krankengymnastik am Gerät ist in der Onkologie weit mehr als bloßes
Muskeltraining. Sie ist eine biologische Therapieform, die das Immunsystem
moduliert, Nebenwirkungen lindert und die Lebensqualität massiv steigert. Die
Evidenz ist mittlerweile so erdrückend, dass KGG als fester Bestandteil in nationale
Versorgungsleitlinien aufgenommen wurde.
Künftige Entwicklungen werden vermutlich eine noch stärkere Personalisierung des
Trainings ermöglichen, basierend auf genetischen Markern oder dem spezifischen
molekularen Profil des Tumors. Fest steht: Die "Pille Bewegung", appliziert über die
KGG, ist in der modernen Krebsmedizin unverzichtbar geworden.
Quellennachweis:
S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen (2020). Register-
Nummer 032-054OL. (Zentrale Referenz für Bewegungsempfehlungen).
Wiskemann, J. (2018). Bewegungstherapie bei Krebserkrankungen. Springer-Verlag.
(Standardwerk zur MTT und KGG in der Onkologie).
? Physiologische Wirkungsweise & Myokine
Pedersen, B. K. (2011). Muscles and their genes. Journal of Experimental Biology.
(Grundlagen zu Myokinen wie IL-6).
Idorn, M., & Hojman, P. (2016). Exercise-Dependent Regulation of NK Cells in
Cancer. Trends in Molecular Medicine. (Beleg für die Mobilisierung von NK-Zellen).
Zimmer, P. et al. (2015). Effects of exercise on inflammation and the immune system
in cancer patients. Integrative Cancer Therapies.
? Fatigue und Lebensqualität
Mustian, K. M. et al. (2017). Comparison of Pharmaceutical, Psychological, and
Exercise Interventions for Cancer-Related Fatigue: A Meta-analysis. JAMA
Oncology. (Belegt Überlegenheit von Training gegenüber Medikamenten).
Campbell, K. L. et al. (2019). Exercise Guidelines for Cancer Survivors: Consensus
Statement from International Multidisciplinary Roundtable. Medicine & Science in
Sports & Exercise.
?￯ᄌマ Nebenwirkungsmanagement (CIPN & Knochen)
Streckmann, F. et al. (2014). Exercise program improves therapy-related sideeffects
and quality of life in lymphoma patients. Annals of Oncology. (Fokus auf
Neuropathie/CIPN).
• Winters-Stone, K. M. et al. (2011). Resistance training maintains bone health in
breast cancer survivors. Medicine & Science in Sports & Exercise. (Beleg für
Osteoprotektion durch KGG).
? Psychosoziale Aspekte
Cannioto, R. A. et al. (2019). Physical Activity and Survival After Cancer Diagnosis.
JAMA Network Open. (Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und
Mortalität/Psyche).
Baumann, F. T., & Schüle, K. (2016). Bewegungstherapie und Sport bei Krebs.
Deutscher Ärzte-Verlag.



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