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ich möchte dieses Fallbeispiel mit einer letzten Reflexion und einer finalen, entscheidenden Information abschließen. Danke für die rege und, wie sich herausstellt, sehr aufschlussreiche Diskussion.
Die vorherrschenden Arbeitshypothesen der Mehrheit hier waren:
- Simulation aus Rentenabsicht.
- Chronisches Schmerzsyndrom mit manifester Schmerzerwartung.
- Psychosomatische Überlagerung, potenziell ein "Hypochonder", vor dem man sich als Therapeut "schützen" müsse, weil er einen "kaputt macht"
(Letzte Aussage wurde vom Verfasser später gelöscht).
Demgegenüber standen die vom Patienten geäußerten klinischen Fakten: ein expliziter Hinweis auf eine verzögerte Schmerzreaktion und ein konsequentes, beobachtbares Vermeidungsverhalten. Die Diskussion hat gezeigt, dass die Annahmen über die Motivation des Patienten deutlich über seine direkt kommunizierten Beobachtungen priorisiert wurden.
Das führt mich zu meiner letzten, entscheidenden Ergänzung der Anamnese. Einer Information, die ich euch bisher vorenthalten habe.
Ich bin Physiotherapeut.
Aber in diesem Fall war ich nicht der Behandelnde. Ich war der Patient.
Und ich denke, ihr – genauso wie mein Therapeut und der Chefarzt in der Reha – habt mich als Patient nicht ernst genommen. Das mündet in die entscheidende fachliche Frage, die für mich unbeantwortet bleibt: Auf welcher Grundlage habt ihr bei einem Patienten, der klar von Schmerzen DANACH berichtet, eine biomechanische Ursache so sicher ausgeschlossen?
Erfreulicherweise möchte ich eine Ausnahme erwähnen: Der User "hgb" war der Einzige, der die Vorgehensweise wirklich hinterfragt und durch seine detaillierten Nachfragen ein echtes klinisches Gespräch gesucht hat. Die Reaktion darauf war bezeichnend. Für seinen Versuch, eine sorgfältige Anamnese zu führen, wurde er von einem anderen User mit der inzwischen gelöschten Aussage zurechtgewiesen, er solle sich vor "diesen Patienten" schützen. Er wurde also von euch als Kollege für den Versuch, seine Arbeit professionell zu machen, wieder in die Reihe zurückgeschickt.
Aber lassen wir für einen Moment beiseite, dass ich Kollege bin. Nehmen wir an, ich wäre der "typische psychosomatische Fall", als den mich hier viele gesehen haben. Dann stellt sich eine noch fundamentalere Frage: Denkt ihr, ihr bringt dieser Patientengruppe die nötige Empathie und professionelle Einstellung entgegen? Kommentare, in denen es heißt, man müsse "potenzielle Hypochonder... ausbremsen", in denen von "Angebernummern" gesprochen oder pauschal eine Rentenabsicht unterstellt wird – ist das die wertschätzende Basis, auf der wir das Vertrauen von Menschen gewinnen wollen, deren Leid vielleicht am wenigsten sichtbar ist?
Und zur Vervollständigung des Bildes, hier mein aktueller Zustand, fast einen Monat nach diesem "Test": Ich habe weiterhin eine starke Schmerzverstärkung beim Laufen und Sitzen. Die Missempfindungen haben sich so gesteigert, dass ich abends oft nicht weiß, wie ich mein Bein lagern soll, weil die Missempfindung beim Auflegen der Wade so unangenehm schmerzhaft ist. Und ja, jetzt passe ich auch besser in das Bild eines Schmerzpatienten, denn die Schmerzen sind jetzt so stark, dass ich nicht mehr Boxen kann.
Meine letzte Frage an euch lautet daher: Wie fühlt es sich an zu wissen, dass der "Fall", den ihr so schnell und ohne Zögern in eine Schublade gesteckt habt, die ganze Zeit mitgelesen hat?
Und was sagt es über unsere Profession aus, wenn unser erster Impuls gegenüber einem komplexen Schmerzbild nicht mehr Neugier und der Wille zu helfen ist, sondern Misstrauen und Abwehr?
Ich hoffe, diese Auflösung schockt euch. Mich haben eure Antworten jedenfalls geschockt.
ps Die "empathische" Frage vorweggenommen - warum hast du den Test mitgemacht? Das frage ich mich selbst täglich und die Antwort ist - ich hatte Vertrauen und habe mir das Recht herausgenommen, Patient zu sein und diese Maßnahme nicht kritisch zu hinterfragen, nachdem ich vorher nochmal explizit auf mein Problem hingewiesen habe.
pps Und keine Angst, vor mir muss sich kein PT schützen, das war meine erste und letzte Physiotherapie.
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Ist aber ehrlich gesagt nichts Neues diese "Erkenntnis" das hier viele User toxisch sind, viel interpretieren und wenig zuhören, so wie in Ihrer Arroganz voreilige Schlüsse ziehen.
Was ich nicht befunde, da halte ich mich sehr bedeckt - vor allem bei chronischem Schmerz der sehr komplex ist.
Selbst wenn es psychosomatisch ist oder der Befund nicht schlüssig ist, wer sind wir das wir es wagen dem Patienten zu unterstellen er hätte nichts oder gar zu unterstellen er würde für Geld simulieren?
Naja einfach traurig was hier oft abgeht ...
Ich persönlich wünsche dir eine gute Besserung und hoffe das es bald einen Durchbruch gibt, auch wenn ich nicht helfen konnte.
PS: Für mehr Stirnrunzeln einfach paar Beiträge hier durchsuchen, da findest du jede Menge fragwürdiges Verhalten was in dem Beruf absolut nichts zu tun hat.
Unterstellungen wie bei dir sind leider nicht selten :(
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PT-Nik schrieb:
Danke dafür.
Ist aber ehrlich gesagt nichts Neues diese "Erkenntnis" das hier viele User toxisch sind, viel interpretieren und wenig zuhören, so wie in Ihrer Arroganz voreilige Schlüsse ziehen.
Was ich nicht befunde, da halte ich mich sehr bedeckt - vor allem bei chronischem Schmerz der sehr komplex ist.
Selbst wenn es psychosomatisch ist oder der Befund nicht schlüssig ist, wer sind wir das wir es wagen dem Patienten zu unterstellen er hätte nichts oder gar zu unterstellen er würde für Geld simulieren?
Naja einfach traurig was hier oft abgeht ...
Ich persönlich wünsche dir eine gute Besserung und hoffe das es bald einen Durchbruch gibt, auch wenn ich nicht helfen konnte.
PS: Für mehr Stirnrunzeln einfach paar Beiträge hier durchsuchen, da findest du jede Menge fragwürdiges Verhalten was in dem Beruf absolut nichts zu tun hat.
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hgb schrieb:
hier kann man nachträglich keine Beiträge löschen, Herr Schramm, allerdings muß man, um alle lesen zu können, in der Reihenfolge die verborgenen Beiträge wieder öffnen. Wer sich selbst behandelt, kann nicht alle Gesichtspunkte erkennen und auch nicht im nötigen Umfang entspannen. Dies ist besionders wichtig, wenn eine erhöhte Muskelspannung durch Kopfprobleme, einseitige oder unzureichende Belastung und ohne gezielte Lockerung vorliegt. DAs Gebiet des Beckenbodens ist hier führend!
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Joachim Schramm schrieb:
Hallo zusammen,
ich möchte dieses Fallbeispiel mit einer letzten Reflexion und einer finalen, entscheidenden Information abschließen. Danke für die rege und, wie sich herausstellt, sehr aufschlussreiche Diskussion.
Die vorherrschenden Arbeitshypothesen der Mehrheit hier waren:
- Simulation aus Rentenabsicht.
- Chronisches Schmerzsyndrom mit manifester Schmerzerwartung.
- Psychosomatische Überlagerung, potenziell ein "Hypochonder", vor dem man sich als Therapeut "schützen" müsse, weil er einen "kaputt macht"
(Letzte Aussage wurde vom Verfasser später gelöscht).
Demgegenüber standen die vom Patienten geäußerten klinischen Fakten: ein expliziter Hinweis auf eine verzögerte Schmerzreaktion und ein konsequentes, beobachtbares Vermeidungsverhalten. Die Diskussion hat gezeigt, dass die Annahmen über die Motivation des Patienten deutlich über seine direkt kommunizierten Beobachtungen priorisiert wurden.
Das führt mich zu meiner letzten, entscheidenden Ergänzung der Anamnese. Einer Information, die ich euch bisher vorenthalten habe.
Ich bin Physiotherapeut.
Aber in diesem Fall war ich nicht der Behandelnde. Ich war der Patient.
Und ich denke, ihr – genauso wie mein Therapeut und der Chefarzt in der Reha – habt mich als Patient nicht ernst genommen. Das mündet in die entscheidende fachliche Frage, die für mich unbeantwortet bleibt: Auf welcher Grundlage habt ihr bei einem Patienten, der klar von Schmerzen DANACH berichtet, eine biomechanische Ursache so sicher ausgeschlossen?
Erfreulicherweise möchte ich eine Ausnahme erwähnen: Der User "hgb" war der Einzige, der die Vorgehensweise wirklich hinterfragt und durch seine detaillierten Nachfragen ein echtes klinisches Gespräch gesucht hat. Die Reaktion darauf war bezeichnend. Für seinen Versuch, eine sorgfältige Anamnese zu führen, wurde er von einem anderen User mit der inzwischen gelöschten Aussage zurechtgewiesen, er solle sich vor "diesen Patienten" schützen. Er wurde also von euch als Kollege für den Versuch, seine Arbeit professionell zu machen, wieder in die Reihe zurückgeschickt.
Aber lassen wir für einen Moment beiseite, dass ich Kollege bin. Nehmen wir an, ich wäre der "typische psychosomatische Fall", als den mich hier viele gesehen haben. Dann stellt sich eine noch fundamentalere Frage: Denkt ihr, ihr bringt dieser Patientengruppe die nötige Empathie und professionelle Einstellung entgegen? Kommentare, in denen es heißt, man müsse "potenzielle Hypochonder... ausbremsen", in denen von "Angebernummern" gesprochen oder pauschal eine Rentenabsicht unterstellt wird – ist das die wertschätzende Basis, auf der wir das Vertrauen von Menschen gewinnen wollen, deren Leid vielleicht am wenigsten sichtbar ist?
Und zur Vervollständigung des Bildes, hier mein aktueller Zustand, fast einen Monat nach diesem "Test": Ich habe weiterhin eine starke Schmerzverstärkung beim Laufen und Sitzen. Die Missempfindungen haben sich so gesteigert, dass ich abends oft nicht weiß, wie ich mein Bein lagern soll, weil die Missempfindung beim Auflegen der Wade so unangenehm schmerzhaft ist. Und ja, jetzt passe ich auch besser in das Bild eines Schmerzpatienten, denn die Schmerzen sind jetzt so stark, dass ich nicht mehr Boxen kann.
Meine letzte Frage an euch lautet daher: Wie fühlt es sich an zu wissen, dass der "Fall", den ihr so schnell und ohne Zögern in eine Schublade gesteckt habt, die ganze Zeit mitgelesen hat?
Und was sagt es über unsere Profession aus, wenn unser erster Impuls gegenüber einem komplexen Schmerzbild nicht mehr Neugier und der Wille zu helfen ist, sondern Misstrauen und Abwehr?
Ich hoffe, diese Auflösung schockt euch. Mich haben eure Antworten jedenfalls geschockt.
ps Die "empathische" Frage vorweggenommen - warum hast du den Test mitgemacht? Das frage ich mich selbst täglich und die Antwort ist - ich hatte Vertrauen und habe mir das Recht herausgenommen, Patient zu sein und diese Maßnahme nicht kritisch zu hinterfragen, nachdem ich vorher nochmal explizit auf mein Problem hingewiesen habe.
pps Und keine Angst, vor mir muss sich kein PT schützen, das war meine erste und letzte Physiotherapie.
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