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Sprechen und Stottern geschieht mit links
Die linke Gehirnhälfte erledigt die Sprechvorbereitung.
11.05.2015 • 0 Kommentare

Der englische Premierminister Winston Churchill tat es, das Mathematikgenie Alan Turing, bekannt aus dem Film "Imitation Game", hatte damit zu kämpfen, und sogar Marilyn Monroe wird es nachgesagt: das Stottern. Jetzt haben Forscher herausgefunden, wie es zustande kommt: Verantwortlich für die sprachliche Hemmung ist die linke Gehirnhälfte. Bisher dachten viele Wissenschaftler, dass beide Hirnhälften das Sprechen beeinflussen. Denn die meisten für das Sprechen wichtigen Körperteile wie Zunge, Lippen, Kiefer und Stimmbänder bekommen Signale von beiden Seiten.

Die Neurophysiologen Dr. Nicole Neef und Professor Dr. Martin Sommer vom Universitätsklinikum Göttingen haben zusammen Dr. Andreas Neef vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen den Sprechvorgang und das Stottern erforscht und ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Brain" veröffentlicht. Mit kurzen elektromagnetischen Impulsen stimulierten sie die Zungen von 13 Stotterern und 13 Nichtstotterern und beobachteten mit Hilfe daran fixierten Elektroden, was sich beim Sprechen im Oberstübchen tat, wenn die Probanden Verben mit der Vorsilbe "auf" bilden sollten.

Das Ergebnis: Vor allem in der linken Hirnhälfte änderte sich bei den Nichtstotterern die Erregbarkeit beim Sprechen. Im rechten Areal blieb sie gleich. Stotternde Probanden zeigten beim gleichen Versuch einen Mangel dieser Modulation. Und dieser war umso größer, je stärker die Probanden stotterten. Offenbar funktionierte die Bewegungsvorbereitung im linksseitigen motorischen Areal bei ihnen nicht so gut, erklären die Forscher. Damit ist nun klar, dass die Sprechvorbereitung, genauso wie die Sprachverarbeitung, im Kopf mit links erledigt wird.

Die Wissenschaftler wollen nun den linken Motorkortex und seine Erregbarkeit weiter erforschen, um herauszufinden, wie flüssiges Sprechen auch für Stotterer möglich wird. Bis dahin bleibt ihnen allen der Trost: In der Weltgeschichte befinden sie sich in illustrer Gesellschaft.

SH / physio.de

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