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Sprachverlust doppelt
Ausländische Aphasiker in der Muttersprache behandeln.
27.02.2013 • 0 Kommentare

Die Stiftung "Deutsche Schlaganfall-Hilfe" weist anlässlich des Internationalen Tags der Muttersprache auf die Sprachlosigkeit nach einem Schlaganfall hin. Die sogenannte Aphasie kann sich unterschiedlich auf gesprochene Sprachen auswirken und gerade bei Patienten mit Migrationshintergrund zu massiven Problemen führen.

"Die Fremdsprache ist störanfälliger als die Muttersprache", erklärt Holger Grötzbach, Autor des Lehrbuchs "Aphasie - Wege aus dem Sprachdschungel" und Leiter der Sprachtherapie in der Asklepios-Klinik Schaufling. Die verschiedenen Sprachen, die ein Mensch erlernt hat, werden offensichtlich nicht in denselben Hirnarealen gespeichert. In der Muttersprachregion sind die Synapsen stärker ausgebildet. Dazu besitzen Muttersprachler zu "ihrer" Sprache auch erhöhte Emotionen. "Die besteht in der Regel zur Muttersprache, weil sie mit der Biografie und vielen Erinnerungen verbunden ist", erklärt Grötzbach hierzu.

Für einen Patienten, der neben seiner Muttersprache noch weitere Sprachen spricht, sollte die Muttersprache die höchste Priorität haben. Die Sprachtherapie konzentriert sich ohnehin nur auf eine Sprache, um hier die größtmögliche Entwicklung zu erfahren. Dass ein Aphasiker soweit rehabilitiert werden kann, dass er mehrsprachig kommunizieren kann, ist eher ein Wunschdenken. "Da bietet die Muttersprache das größere Rehabilitationspotenzial", erklärt Grötzbach.



AvB / physio.de

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