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Mit Sportgeräten auf Schulhof gegen Übergewicht
Europaweite Studie erforscht mit Präventionsprogramm das kindliche Verhalten.
12.02.2016 • 0 Kommentare

Kindliches Übergewicht gilt weltweit als gesellschaftliche Herausforderung. Die europäische IDEFICS-Studie, die das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie - BIPS sowie die Universität Bremen koordinierten, liefert umfassende Ergebnisse aus dem Präventionsprogramm dieser Studie gegen kindliches Übergewicht. Dieses wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren in acht europäischen Ländern durchgeführt.

Bei Kindern und Jugendlichen wird durch vorbeugende Maßnahmen ein großes Potenzial gesehen, frühzeitig Übergewicht und somit gesundheitlichen Risiken wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes vorzubeugen. So nahm die IDEFICS-Studie nicht nur die Ursachen von ernährungs- und lebensstilbedingten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in den Blick, sondern erforschte auch, wie diese durch ein umfassendes Präventionsprogramm langfristig verhindert werden können.

Das Präventionsprogramm der IDEFICS-Studie fand in Belgien, Deutschland, Estland, Italien, Schweden, Spanien, Ungarn und Zypern von 2008 bis 2010 statt. In jedem Land waren zwei Regionen beteiligt: In einer wurden die vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt, in der anderen - der Kontrollregion - wurden die Kinder zunächst nur beobachtet. Über 16.000 Kinder zwischen zwei und zehn Jahren waren beteiligt - damit zählt die IDEFICS-Studie auf diesem Gebiet zu einer der größten in Europa. Die vorbeugenden Maßnahmen gegen Übergewicht konzentrierten sich auf die Bereiche Ernährung, körperliche Aktivität und Stress. So ging es bei der Ernährung um einen höheren täglichen Wasser- sowie Obst- und Gemüsekonsum, bei der körperlichen Aktivität um mehr tägliche Bewegungs- und weniger Fernsehzeit sowie beim Stress um mehr Familienzeit und ausreichend Schlaf. Das Präventionsprogramm wurde in gemeinschaftlich geführten Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen durchgeführt. Familien erhielten dazu Infomaterial und wurden motiviert, vorbeugende Maßnahmen zu Hause mit den Kindern umzusetzen. Selbst kommunale Akteure wie aus der Politik, der Kindermedizin und Sporteinrichtungen waren aktiv beteiligt. Eine der wesentlichen Fragen war dabei, wie das räumliche Umfeld gestaltet sein muss, damit Kinder sich gerne und viel bewegen.

Die Präventionsmaßnahmen fanden auf mehreren Ebenen statt - Individuum, Familie, Kindergarten und Schule sowie Kommune. Dadurch erreichte die IDEFICS- Studie nicht nur eine gute Akzeptanz bei Kindern und Eltern, sondern es bildeten sich auch neue kommunale Netzwerke, die bis heute andauern. Diese ermöglichten unter anderem nachhaltige Verbesserungen bei den räumlichen Angeboten für Kinder: Zu den Best-Practice-Beispielen zählen beispielsweise neu entwickelte "Heilt Wilks" in Italien sowie die kreative und bewegungsfreundliche Gestaltung von Schulhöfen in Schweden gemeinsam von Schülern, Lehrern, einem Architekturpädagogen und der Kommune. Um die entstandenen Initiativen gegen kindliches Übergewicht nachhaltig zu stärken, wurde eine IDEFICS-Charta von den politisch Zuständigen der beteiligten Regionen unterzeichnet. Ferner zeigten die Präventionsmaßnahmen bei bereits übergewichtigen Kindern einen positiven Effekt: Zwei Jahre nach Teilnahme stieg die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Gewicht der Kinder normalisiert hatte. Auch wenn die Präventionsmaßnahmen der Studie in Teilbereichen Erfolge erzielten, konnte das ehrgeizige Ziel, den Anteil der übergewichtigen Kinder in den beteiligten Regionen deutlich zu verringern, nicht erreicht werden. Vielmehr ist eine weitere Forschung nötig, um die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Verhaltensweisen und Übergewicht sowie der Wirkungsweise relevanter vorbeugender Maßnahmen noch besser zu verstehen.

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