ID: REF394T
Vitos Herborn bildet gemeinsam mit
Vitos Weil-Lahn einen
Regionalverbund unter dem Dach des
Vitos Konzerns. Unsere Kernaufgabe
ist die Behandlung von Erwachsenen,
Kindern und Jugendlichen in
psychiatrischen, psychosomatischen
und somatischen Fachkliniken.
Unsere begleitenden psychiatrischen
Dienste betreuen Menschen mit
chronischen psychischen
Erkrankungen.
Wir bieten in unserer Klinik für
Psychiatrie und Psychotherapie am
Standort Herborn eine
stationsbezogene
Bewegungstherapi...
Vitos Herborn bildet gemeinsam mit
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ist die Behandlung von Erwachsenen,
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und somatischen Fachkliniken.
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Dazu führten sie in Kooperation mit dem Spielehersteller Nintendo, der Deutschen Diabetes-Stiftung und dem Pharmakonzern Novartis eine randomisiert-kontrollierte Kohortenstudie an 220 Typ II-Diabetikern durch. Die Probanden wurden nicht mit Insulin oder Sulfonylharnstoffen behandelt, bezeichneten sich aber als Bewegungsmuffel. Im Durchschnitt waren sie 60 Jahre alt und besaßen einen Body-Mass-Index (BMI) von 34. Sie litten also bereits unter Adipositas. Die eine Hälfte der Patienten versorgten die Forscher mit der Spielekonsole Nintendo Wii, einem dazugehörigen Balance Board zum darauf Balancieren und dem Softwareprogramm Wii Fit, das zu Balance-Spielen, aber auch zu Yoga- und Kraft-Übungen animiert. Die Konsole lässt sich an den Fernseher anschließen. Zusätzlich forderten die Wissenschaftler die "Spieler"-Gruppe auf, ihre Ernährung umzustellen. Eine zweite Gruppe lebte weiter wie bisher.
Nach drei Monaten zeigten sich die erstaunlichen Ergebnisse: Die Blutzuckerwerte der Computerspieler verbesserten sich signifikant, und zwar sowohl beim Langzeitwert HbA1c als auch beim momentanen Nüchternblutzuckerwert. Zudem nahmen diese Probanden ab und hatten dadurch einen niedrigeren BMI als vorher. In Fragebögen gaben sie an, dass sich auch ihre Lebensqualität verbessert habe und sie weniger depressiv seien. Die Ergebnisse wurden danach auch in der zweiten Gruppe bestätigt, deren Mitglieder schließlich auch die Spielekonsole erhielten.
Offenbar hatten die Patienten also Freude am Bildschirm-Sport gefunden. Doch wie schafften es die Computer-Programme, aus Couch-Potatoes Bewegungsfans zu machen? Eine mögliche Erklärung ist, dass etwas dickere Menschen sich nicht so leicht trauen, in der Öffentlichkeit Sport zu treiben und sich zum Beispiel scheuen, ins Fitnessstudio zu gehen. Zu Hause vor dem Fernseher hingegen sieht niemand die eigenen Anstrengungen. Ein zweiter Grund ist wohl der Spaß, den solche Computerspiele vermitteln, indem sie etwa simulieren, wie man auf dem Snowboard einen Hang hinabsaust oder auf einem Drahtseil balanciert.
Die Wissenschaftler wollen nun die Computer-Sportprogramme noch stärker an die Bedürfnisse von Diabetikern anpassen und die Patienten mit regelmäßigen Telefonanrufen zum Dranbleiben motivieren. Schließlich bleibt noch zu erforschen, welche anderen Faktoren wichtig sind, damit die Motivation nach den ersten Monaten nicht gleich wieder verpufft.
SH / physio.de
AdipositasDiabetesComputerspiele
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