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Mehr Geld für Gesundheitsförderung
Betriebskrankenkassen fordern "Neuausrichtung der Prävention".
21.07.2014 • 0 Kommentare

Einen größeren Handlungsspielraum für die betriebliche Gesundheitsförderung sowie Prävention forderte der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) zum Auftakt seiner Veranstaltungsreihe "BKK im Dialog". Die Politik solle auf diese Herausforderungen durch verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen in der Prävention antworten, verlangte der Verbandsvorstand Franz Knieps bei der kürzlich stattgefundenen Tagung in Berlin. "Wir brauchen deutlich mehr Spielräume in der Krankenversicherung, um alle Akteure wirksam und nachhaltig zu unterstützen", erklärte der Verbandsvorsitzende im Hinblick auf das geplante Präventionsgesetz. Unternehmen seien sich der Verantwortung bewusst, die Voraussetzungen für eine längere Lebensarbeitszeit zu schaffen; Grundlage dafür sei ein stärkeres Engagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Knieps: "Der demografische Wandel und seine Auswirkungen in den Arbeitsmärkten sowie die wachsende Bedeutung chronischer Erkrankungen machen eine Neuausrichtung der Prävention erforderlich."

Nach mehreren gescheiterten Anläufen der Politik hat die Große Koalition das Gesetzesvorhaben erneut auf die Agenda gesetzt. Im Mittelpunkt stehen der Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie der Prävention in Kinder-Tagesstätten, Schulen und Pflegeheime. Diskutiert wird über Vorgaben für die gesetzlichen Krankenkassen, mehr Geld in diesen Bereichen einzusetzen. Gleichzeitig sollen nach bisherigen Vorstellungen die Private Krankenversicherung sowie andere Sozialversicherungszweige eingebunden werden. Da der Handlungsrahmen in finanzieller Hinsicht durch einen Ausgabenrichtwert von derzeit 3,09 Euro pro Versicherten und Jahr limitiert ist, sind den Kassen Grenzen für das Engagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung gesetzt.

"Betriebliches Gesundheitsmanagement mit gezielter medizinischer Beratung ist langfristig ein Gewinn für Mitarbeiter und Unternehmen", erklärte Stefan Webendörfer, Vice President Diagnostik, Gesundheitsförderung und Kommunikation der Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz der BASF SE. Eine effektive Prävention unserer heutigen Lifestyle-Erkrankungen müsse daher bereits im Kindesalter mit Angeboten für Familien zu den Themen Ernährung und Bewegung beginnen, forderte Webendörfer. Damit würden für den Einzelnen die Grundlagen für ein gesundes Leben geschaffen und kostspielige Fehlentwicklungen für die Gesellschaft vermieden. Betriebskrankenkassen haben die Gesundheitsförderung maßgeblich mitentwickelt und erfolgreich in der Arbeitswelt etabliert: Netzwerke auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene wurden aufgebaut und die Präventionsarbeit vor Ort in den Unternehmen gestärkt.

"Wir wünschen uns vernünftige gesetzliche Rahmenbedingungen, keine Überbürokratisierung und Überregulierung", ergänzte Christine Löb von der Pronova-BKK in Berlin, "wir verwalten die Beiträge unserer Mitglieder und erwarten daher, dass wir unsere Mittel auch da einsetzen dürfen, wo unsere Versicherten Unterstützung benötigen." Ferner erhoffen sich die Betriebskrankenkassen eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen Staat und Krankenversicherung, etwa bei der Entwicklung eines gemeinsamen Zielrahmens, der eigenverantwortliches Handeln und koordinierte Zusammenarbeit der Akteure sicherstellt.

Der BKK-Dachverband vertritt aktuell 94 Betriebskrankenkassen sowie vier Landesverbände. Er repräsentiert insgesamt rund zehn Millionen Versicherte.


NUR / physio.de

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