Physiotherapie ist für dich
Berufung – nicht nur ein Beruf?
Dann bist du bei der Physiotherapie
Strobel genau richtig.
In unserer modernen, hellen Praxis
in Rangendingen steht der Mensch im
Mittelpunkt – Patientinnen und
Patienten genauso wie du als
Therapeut (m/w/d).
Bei uns arbeitest du
selbstbestimmt, im Team auf
Augenhöhe und mit dem Rückhalt
einer Praxis, die Qualität,
Entwicklung und Menschlichkeit
wirklich lebt.
Das bieten wir dir
• Helle, großzügige
Praxisräume mit ...
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Narbe an sehr sensibler Stelle, die hoffentlich nicht problematisch wird
Lizenz: CC-BY •Dabei ist Narbe nicht gleich Narbe: Betroffenen und Behandelnden fallen zunächst einmal Narben auf der Haut auf. Wuchern diese, entstehen sogenannte Keloide, die neben kosmetischen Beschwerden auch schmerzhaft sein können. Seltener, aber oft wesentlich größer, kommen Verbrennungen vor, die je nach Lokalisation und Ausmaß auch erhebliche Auswirkungen auf das Bewegungssystem haben können. Für PhysiotherapeutInnen sind vor allem Narben im Bewegungssystem von Interesse, also in Muskeln, Sehnen, Faszien und Gelenkkapseln.
Keloide
Stark vereinfacht müssen bei der Wundheilung Fibroblasten (bindegewebsaufbauende Zellen) und wachstums-inhibierende Faktoren angemessen reguliert werden. Fibroblasten sind notwendig, um die notwendigen Kollagenstrukturen aufzubauen. Wird dieser entzündliche Prozess aber nicht rechtzeitig gebremst oder schießt über, entstehen Wucherungen – sogenannte Keloide. Der Grund hierfür sind insbesondere pro-inflammatorische Botenstoffe (wie TNF-Alpha, Interleukin-1 und Interleukin-6). Daher besteht die wichtigste präventive Maßnahme gegen eine überschießende Narbenbildung aus einem gesunden Lebensstil. Wer viel Sport treibt, ausgewogen isst, keinen Alkohol trinkt und nicht raucht, senkt die Menge genannter entzündlicher Botenstoffe und verhindert überschießende Entzündungsreaktionen (nicht nur im Narbengewebe, sondern im ganzen Körper). Weil das für einen großen Teil der Bevölkerung nicht sonderlich attraktiv ist, wird zudem versucht durch die Applikation von Silikon-Gel und/oder Kompression die Fibroblastenaktivität zu dämpfen.
Bestehen die Keloide bereits, kann eine Therapie mittels Cortison-Injektionen oder Laser-Abtragung erfolgen. Eine invasivere Therapieform mit zufriedenstellender Evidenz ist die Kryochirurgie, bei der die Narbe vereist wird. Operationen werden nur bei starken Bewegungseinschränkungen und frustran verlaufenen Alternativen der Narbenbehandlung empfohlen, da jede zweite chirurgische Intervention binnen eines Jahres Rezidive aufweist – ein Hautschnitt führt zu einer überschießenden Reaktion, die zu einem erneuten Hautschnitt führt. Ein Teufelskreis.
Physiotherapeutisch lässt sich bei Keloiden wenig machen, da das Bindegewebe zu derbe ist, um Veränderungen zu bewirken. Vor allem von einer Reizung der Narbe, etwa durch Friktionen, sollte abgesehen werden, da diese Form der mechanischen Stimulation die Fibroblasten-Aktivität sogar erhöhen könnte.
Eine Leitlinie zur Behandlung von Keloiden gibt es hier.
Eine besondere Form der überschießenden Narbenreaktion (nicht nur der Haut, sondern auch der Gelenkkapsel) stellen Arthrofibrosen dar, für die wir einen gesonderten Bericht veröffentlicht haben.
Verbrennungen
Schwere Brandverletzungen müssen biopsychosozial behandelt werden. Neben irreversiblen kosmetischen Schäden können Verbrennungen auch erhebliche Auswirkungen auf die muskuloskelettale Gesundheit haben. Die deutsche S2k-Leitlinie zur Behandlung thermischer Verletzungen des Erwachsenen empfiehlt von physiotherapeutischer Seite vor allem Bewegungstherapie und Narbenmobilisation – allerdings mit dem Hinweis, dass empirische Daten zu den Behandlungsformen fehlen. Eine randomisiert kontrollierte Studie mit 140 ProbandInnen konnten nach zwölf Wochen im Vergleich zu einer Placebo-Massage keinen Vorteil von Narbenmassage hinsichtlich Elastizität, Dicke oder Verfärbung feststellen. Allerdings wird in der Leitlinie auch Bezug auf mögliche Effekte zur Wahrnehmung, Akzeptanz und Schmerzverhalten der Massage genommen. Daten hierzu liegen noch nicht vor.
Muskeln, Sehnen, Faszien
Je nach Literatur heilen verletzte Kollagenfasern innerhalb von drei bis acht Wochen (Faszien) oder bis zu einem Jahr (Sehnen, Bänder) vollständig aus – danach sind sie sehr stabil und kaum noch durch mechanische Reize veränderbar (außer sie reißen). Sollen Narben in Muskeln, Faszien und Sehnen also wieder ihre volle Funktionsfähigkeit erhalten, müssen diese früh mobilisiert werden. Ein eindrucksvolles (und ethisch ziemlich fragwürdiges) Tierexperiment, das die Folgen einer Immobilisation zeigt, wurde im Jahr 2014 publiziert. Die Studie sah folgendermaßen aus:
Innerhalb von acht Wochen verringerte sich das Bewegungsausmaß in der festgezurrten Hüfte der immobilisierten Schweine – erwartungsgemäß bei den operierten Schweinen am meisten. Sämtliche (armen) Schweine wurden nach acht Wochen im wahrsten Sinne des Wortes der Wissenschaft geopfert: Sie wurden per Ultraschall untersucht – laut Studie, weil Ultraschall bei nicht atmenden Schweinen weniger Artefakte zeigt. In den verletzten, immobilisierten Faszien war eine Verdickung zu erkennen – interessanterweise auch auf der nicht operierten Seite. Eine Art „Faszienkeloid“ (eigene Wortschöpfung) hatte sich ausgebreitet.• Fünf Schweine durften weiterhin ihr friedliches Dasein fristen.
• Fünf Schweinen wurde acht Wochen lang ein Hinterlauf so festgebunden, dass sie diesen nicht mehr nach hinten strecken konnten.
• Fünf Schweine wurde eine chirurgische Verletzung der Rückenfaszie hinzugefügt, danach durften sie sich frei wieder bewegen.
• Fünf Schweine erhielten ebenfalls eine Verletzung der Rückenfaszie und dazu noch über einen Zeitraum von acht Wochen ihr Bein festgebunden.
Ergebnis dieser "Sauerei" also: Operiertes Gewebe muss bewegt werden, sonst vernarbt es binnen acht Wochen stärker (bei Schweinen). Ob dafür ein Tierexperiment vonnöten war, sei einmal dahingestellt. Fest steht, dass die reine Bewegung (ohne Massage oder Faszientechnik) bei den operierten Tieren zu einer angemesseneren Heilung führte. Es gibt Gründe, warum moderne Nachbehandlungsschemata immer früher Bewegung und Belastung freigeben. PatientInnen sollten so früh wie möglich darüber aufgeklärt werden, dass das Fenster für Bewegung nur kurze Zeit offen steht und diszipliniert genutzt werden sollte.
Fazit
Bei frischen Narben zielt die Therapie also darauf ab, Entzündung zu regulieren und mit an die Wundheilungsphase angepasster Bewegung das betroffene Gebiet zu mobilisieren. Die klassische „Narbenmassage“ hat wenig Evidenz (weder dafür noch dagegen). Wer sie dennoch als angemessen ansieht, kann wertvolle Therapiezeit sparen, indem PatientInnen angeleitet werden, diese selbst durchzuführen. Allein aus psychologischer Perspektive könnte es sinnvoll sein, wenn Betroffene Kontakt mit ihrer Narbe aufnehmen.
Wer sich seine blinden Flecken ganz im Sinne von „What you see is all there is“ bewusst macht, sollte die Hautnarbe nicht in den Mittelpunkt der Therapie stellen, denn im tiefliegenden (nicht sichtbarem) Bindegewebe tickt eine Zeitbombe, die bei Immobilisation in Form dauerhafter Bewegungseinschränkungen explodieren kann. Motion is Lotion: Wer äußerlich gewissenhaft das Silikongel aufträgt, sollte nicht vergessen, das Innere zu schmieren.
Ja und dann ist da noch diese Sache mit Entzündungen und dem Lebensstil. Wenn ganzheitliche Gesundheit doch bloß einfacher wäre.
Daniel Bombien / physio.de
NarbenTherapieHautArthrofibroseLeitlinie
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hgb schrieb:
.. die nicht traumatisch entstandene Narbe beginnt bei der Schnittführung!
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