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Jung und krank - alt und gesund
TK-Gesundheitsreport 2009 zu Demografie, Rückenschmerzen und der Frage, warum in Berlin so wenige Medikamente verschrieben werden.
12.09.2009 • 0 Kommentare

Das haben sie ihren jüngeren Kollegen voraus, die Alten am Arbeitsplatz: Sie sind seltener krank. Beschäftigte zwischen 15 und 20 Jahren werden nahezu doppelt so häufig krankgeschrieben, wie die 45- bis 55-Jährigen. Diese Erkenntnis hat die Technikerkrankenkasse (TK) jetzt in ihrem "TK-Gesundheitsreport 2009" veröffentlicht. Wenn die Älteren aber einmal krank sind, dann müssen sie deutlich länger zu Hause bleiben. Mit knapp 14 Tagen sind es sechs Tage mehr als bei den Jungen.

Seit einigen Jahren steigt das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer "kontinuierlich", hat Sabine Voermans, Leiterin der TK-Abteilung Prävention festgestellt. Die Unternehmer müssen sich darauf einstellen, dass der Trend zum älteren Arbeitnehmer ungebrochen ist. Kassen und Betriebe sollten Programme anbieten, "um die Gesundheit der zukünftig älteren Beschäftigten zu fördern", forderte die Präventionsexpertin. Demografie-Management ist gefragt. Die Vorgesetzten müssten bei der Arbeitsverteilung die individuellen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter berücksichtigen.

Der durchschnittliche Krankenstand aller im Erwerbsleben stehenden TK-Versicherten lag im vergangenen Jahr bei 3,08 Prozent. Statistisch betrachtet war jeder von ihnen 0,97-mal arbeitsunfähig geschrieben und im Krankheitsfall 11,6 Tage fern des Arbeitsplatzes.

Nach den akuten Infektionen war die Generaldiagnose "Rückenschmerz" in allen seinen Ausprägungen die häufigste Krankschreibungsursache. Knapp 20 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage waren der Kreuze Qualen geschuldet. Stoff für sozio-psychologische Betrachtungen bietet die Berufeverteilung. Die meisten Rückenschmerzfälle betrafen die Bauberufe und – die Arbeitslosen. Am seltensten rückenleidend waren technisch-naturwissenschaftliche und die Medien-, geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Berufe. In Baden-Württemberg und in Bayern gab es die wenigsten Kreuzschmerzfälle, die meisten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Berlin war einmal mehr Thema des Gesundheitsreports. Den Autoren der Untersuchung ist aufgefallen, dass in der Hauptstadt, wie auch in den anderen Stadtstaaten, im Vergleich mit den übrigen Bundesländern relativ wenig Arzneimittel verordnet wurden – und dies obwohl die hohe Arztdichte dort „im Sinne einer angebotsinduzierten Nachfrage“ eher viele Rezepte erwarten ließ. Was könnte dahinter stecken? fragten sich die Reportschreiber. "Nicht medikamentöse Therapieoptionen (z.B. Krankengymnastik, Psychotherapie)" seien in den Großstädten "besser verfügbar", haben sie herausgefunden.



Peter Appuhn
physio.de

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TKGesundheitsreport2009


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