Für unsere moderne
Physiotherapiepraxis im Herzen von
Köln-Neuehrenfeld suchen wir ab
dem 1. März 2026 eine/n engagierte
Physiotherapeut/in
Wir bieten flexible
Arbeitszeitmodelle: Ob Minijob,
Teilzeit oder Vollzeit – bei uns
ist alles möglich. Wir freuen uns
über Berufseinsteigerinnen genauso
wie über erfahrene Therapeutinnen.
Ein Teil der Tätigkeit sind auch
Hausbesuche, die bequem mit dem
Fahrrad erreichbar sind.
Neben einem angenehmen
Betriebsklima und einem tollen Team
erwart...
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Viel besser ist es, den kommenden Weg gedanklich vorwegzunehmen. „Nach etwa einer Minute geradeaus finden Sie ein lila Gebäude, da gehen Sie links. Lassen Sie sich nicht von dem Schild irritieren, das Sie weiter geradeaus schicken will, der Weg ist so kürzer.“ Weiß der Tourist, was da auf ihn zukommt, wird er sich nicht verunsichern lassen und seinen Weg finden. So in etwa funktioniert auch die Edukation in der Physiotherapie. Wer versteht, was auf ihn zukommt, den Weg kennt und Eventualitäten antizipiert, gelangt schneller und sicherer ans Ziel – so die Theorie, die bislang noch nicht gut erforscht ist. Eine Übersichtsarbeit fasst Studien zu Möglichkeiten der Edukation bei Schulterschmerzen zusammen.
Studiendesign
In der Studie beschreiben die AutorInnen 14 randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt mehr als 5.600 TeilnehmerInnen. Eingeschlossen waren Personen mit „nicht schwerwiegenden“ Schulterschmerzen, darunter
„Schwere“ Ursachen wie Frakturen oder Instabilitäten wurden ausgeschlossen.• Schmerzen der Rotatorenmanschette,
• Frozen Shoulder,
• postoperative Schulterschmerzen sowie
• unspezifische oder gemischte Schulterprobleme.
Der Begriff Edukation wurde von den AutorInnen sehr breit gefasst. Er umfasste klassische Aufklärungsgespräche durch TherapeutInnen, schriftliche Informationen, Videos, Online-Programme und Textnachrichten. Inhaltlich reichte das Spektrum von beruhigenden, leitlinienorientierten Botschaften – etwa, dass Schulterschmerz meist nicht gefährlich ist und Bewegung sicher bleibt – bis hin zu teilweise gegenteiligen strukturfokussierten Erklärungsmodellen, die Schmerzen primär mit Gewebeschäden oder Abnutzung beschrieben. In mehreren Studien kam außerdem Pain Neuroscience Education zum Einsatz, die Schmerzen aus einer biopsychosozialen Perspektive erklärt. Die Edukation wurde teils einmalig, teils über mehrere Wochen durchgeführt und manchmal mit Übungsprogrammen kombiniert.
Bunte Ergebnisse
So vielseitig die Interventionen waren, so unterschiedlich stellten sich auch die Ergebnisse dar. Bloße Edukation konnte Schmerzen und Funktion nur selten relevant verbessern, was vermutlich eher an den falschen Edukationsmethoden lag.
Das eindrucksvollste beschriebene RCT wurde an über 2.000 PatientInnen in Australien, Kanada, USA, Großbritannien und Neuseeland durchgeführt. Menschen mit Schmerzen der Rotatorenmanschette erhielten Informationsvideos zum Thema Schulterschmerzen. Hier wirkte sich eine zuversichtliche Rückversicherung positiv aus: Wer erklärt bekam, dass sich Bewegung grundsätzlich positiv auswirke und durch diese kein Schaden zu befürchten sei, erzielte bessere Punkte bezüglich des Sicherheitsgefühls. Dadurch erhöhte sich die Bereitschaft zur Aktivität, wohingegen sich die Absicht für medizinische Maßnahmen wie unnötige Bildgebung oder Arztbesuche verringerte. Verglichen wurde diese Maßnahme mit klassischen strukturpathologischen Erklärungsmodellen, die signifikant schlechter abschnitten (Studie).
Eine entsprechend praxisnahe Fragestellung mit ähnlicher Studiengüte ist in der Übersichtsarbeit nicht zu finden. So dokumentierte eine Studie bei Vorhandensein einer Frozen Shoulder keine Effekte auf Schmerz und Funktion gegenüber der Kontrollgruppe – wobei die „Edukation“ in diesem Fall auch lediglich aus täglichen Textnachrichten mit Übungserinnerungen bestand, die (seien wir ehrlich) irgendwann ohnehin nur noch genervt weggedrückt werden (Studie).
Edukation bei PatientInnen mit postoperativen Schulterschmerzen erzielte in einzelnen Studien kleine kurzfristige Effekte auf den Schmerz, beispielsweise durch Aufklärung über den Umgang mit Schmerzmitteln oder durch schmerzbezogene Edukation. Diese Effekte waren jedoch nicht konsistent und zeigten sich nicht in einer verbesserten Funktion.
Positiv sticht heraus, dass Edukation in mehreren Studien Wissen, Erkrankungsverständnis, Erwartungen und die Wahrnehmung der Notwendigkeit weiterer Behandlungen verbesserte. Ob dies letztendlich auch Langzeitergebnisse verbessern kann, geht aus den Daten nicht hervor.
Physiotherapie braucht mehr Schärfe in Methodik und Begrifflichkeit
Die Übersichtsarbeit hilft dabei, einen groben Einblick in das Thema Edukation bei Schulterschmerzen zu erhalten. Die Frage, ob „Edukation“ sinnvoll ist, wird hier nicht beantwortet und kann ohne präzisere Definition wahrscheinlich auch in Zukunft nicht beantwortet werden. Aus wissenschaftlicher Perspektive muss bemängelt werden, dass keine GRADE-Kriterien angewendet wurden. Diese helfen dabei, einfach und transparent einzuschätzen, wie verlässlich wissenschaftliche Ergebnisse sind und wie sehr man ihnen im Alltag vertrauen kann.
Was am Ende bleibt, ist das Gefühl, dass PatientInnen mit Schulterschmerzen sicherer ihren Weg durch den Therapieprozess finden, wenn sie eine Edukation erhalten haben, vor allem, wenn diese von strukturpathologischen Modellen absieht.
Also wieder einmal eine Übersichtsarbeit, die zeigt, wie die Fragestellungen in der Physiotherapie sich im Kreis drehen. In der Physiotherapie braucht es dringend mehr Schärfe in Methodik und Begrifflichkeit sowie ein offenes Auge für psychologische Messpunkte wie beispielsweise Kognitionen, Emotionen und Verhalten. Zwischen Intervention und Ergebnis passiert sehr viel im Menschen. Genau diese „Blackbox“ muss in Zukunft besser und mit anderen Messmethoden beobachtet werden.
Anders gesagt: Wer wissen will, wie man einen Touristen am effektivsten zum Ziel leitet, sollte auch untersuchen, wie die Wegbeschreibung durchgeführt und wie sie verstanden wurde. Wer aber nur festhält, „dass“ eine Wegbeschreibung stattgefunden hat, darf sich am Ende nicht wundern, weshalb der arme Mensch sich in der Stadt verirrt und dabei drei weitere Passanten um Hilfe bitten muss, bis er (bestenfalls) am Ende ans Ziel gelangt.
Daniel Bombien / physio.de
SchulterRotatorenmanschetteFrozen ShoulderStudieTherapiemethoden
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